Kunstläufer Christian Plegniere zieht beim Training in den Dorfwiesen viele Blicke auf sich

In Übung bleiben für die nächste Eiszeit

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Das Training auf dem Eis ist im Sommer nicht möglich, daher wechselt Christian Plegniere ins Freie und dort das Schuhwerk (von Kufe auf Rollen): Auf die Mehrzweckfläche in den Dorfwiesen hat er mit Kreide einen sogenannten Pflichtkreis aufgemalt. In diesen fährt der Kunstläufer auf unserem Bild auf der Kante vorwärts ein.

Herscheid – Das Mehrzweckfeld in den Dorfwiesen trägt seinen Namen zurecht. Die dort aufgestellten Basketballkörbe ziehen regelmäßig Sportler in die Parkfläche in der Ortsmitte, aber auch ein Konzert und Maifeiern haben hier bereits stattgefunden.

In bester Erinnerung dürfte vielen Herscheidern auch die Eisfläche im Winter 2018 geblieben sein, die von zahlreichen Schlittschuhläufern genutzt wurde. Auch bei sommerlichen Temperaturen erlebt das Feld Sprünge, Pirouetten und Drehungen, wenn auch ohne vereisten Untergrund: Gezeigt und geübt werden diese von Christian Plegniere. 

Wenn er in den Dorfwiesen trainiert, dann zieht er neugierige Blicke auf sich und wird von Zuschauern angesprochen. Wenig verwunderlich, meint der 39-Jährige: „Der Rollenlauf auf Inlineskates ist noch nicht etabliert und nicht weit verbreitet.“ Für den leidenschaftlichen Eiskunstläufer sei es eine ideale Möglichkeit, um während der warmen Monate nicht aus der Übung zu kommen. 

Bewegungen und Abläufe seien ähnlich, doch das Fahrgefühl auf den Rollen sei ein anderes als auf Kufen. „Auf Inlinern ist es für mich sogar noch etwas schwieriger“, begründet Plegniere den ein oder anderen Wackler, der den Beobachtern jedoch kaum auffällt. Viel mehr sind es die flüssigen, teils grazil wirkenden Bewegungen, die für Erstaunen sorgen. 

Mit Kreide hat der Freizeitsportler zwei große Kreise auf die Asphaltfläche gemalt, die er für das sogenannte Pflichtlaufen benötigt. Dabei durchfährt er die Kreise zunächst vorsichtig auf der Kante seiner Rollenschuhe, um kurz darauf Schwung zu holen für einen Bogenachter, bei dem er beide Kreise in wechselnden Richtungen durchfährt. Arm- und Beinführung werden ebenso trainiert wie das „in der Spur laufen“. 

Technisch noch anspruchsvoller sind die Schlingen, die als Zeichnungen in den Kreisen zu finden sind, bei denen sich Plegniere gekonnt um sich selbst dreht. Neben diesen überwiegend läuferischen Elementen zählen auch Sprünge zu jedem Training. Diese seien auf der Fläche in den Dorfwiesen, die kleiner ist als die Eisflächen in den Eishallen, kompliziert zu üben. Dennoch wagt sich der 39-Jährige auch an Kantensprünge wie den Rittberger oder Spitzensprünge wie den Toeloop. 

Was ihn am Kunstlauf fasziniert, sei das Erleben des eigenen Körpergefühls. „Für mich ist das Hobby ein perfekter Ausgleich zu meinem Studium gewesen und hat mir stets Motivation gegeben“, sagt der Lehrer, der zuletzt in Lüdenscheid und zuvor bereits an der Grundschule in Herscheid tätig war. 

Nach gut zwei Stunden erklärt der Kunstläufer seine Trainingseinheit für beendet. Wenn es sein Terminkalender erlaubt, dann rollt Plegniere mehrmals in der Woche durch die Dorfwiesen. Von einigen Kindern sei er bereits angesprochen worden, ob er sie nicht trainieren könne. Diese Anfrage musste er zwar ablehnen, weil ihm eine entsprechende Trainerausbildung fehle. Dennoch freut sich Plegniere über das Interesse an seinem Hobby – vielleicht, so seine Hoffnung, kann er einen Beitrag dazu leisten, den Kunstlauf in Herscheid bekannter zu machen.

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