Pfandbecher-Aktion an der Tankstelle Turk wird gut angenommen

Kunden erhalten Gratis-Kaffee für den Umweltschutz

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Umweltschutz an der Tankstelle: Stationsleiterin Astrid Kunze zeigt die recycelbaren Recup-Becher.

Herscheid – Seinen weißen Lieferwagen hat er bereits vollgetankt. Während des Bezahlens wird Hasan Celik auf ein markantes grünes Schild aufmerksam: „Gratis Kaffee?“ steht darauf in weißen Lettern geschrieben – eine Frage, auf die der Fahrer aus Wesel nicht Nein sagen kann.

Eine Woche lang spendiert die Shell-Tankstelle Turk ihren Kunden ein Heißgetränk nach Wahl. Nicht nur aus Werbezwecken, wie Stationsleitung Astrid Kunze betont: „Neu ist das Pfandsystem, mit dem wir einen Beitrag zum Umweltschutz leisten.“ Umweltschutz ausgerechnet an einer Tankstelle – wie funktioniert das? 

Die Besucher können wahlweise eine Tasse von daheim mitbringen, die an der Shell-Station befüllt wird. Oder aber sie kaufen für zwei Euro einen Pfandbecher samt Deckel. Diese Recup-Behälter (erhältlich in verschiedenen Farben und zwei Größen) können bei teilnehmenden Geschäften deutschlandweit abgegeben werden: Sie werden dort gespült und die Kunden erhalten automatisch einen sauberen Becher zurück. 

Dieses System soll in der Hüinghauser Tankstelle durch das Anbieten des Gratis-Kaffees bekannter gemacht werden. Zwar gebe es einige Kunden, die zunächst ungläubig reagieren; da sei Überzeugungsarbeit gefragt. Doch diese trage bereits Früchte, wie Astrid Kunze bestätigt: „Die Pfandbecher werden wirklich gut angenommen.“ Nach nur drei Tagen im Sortiment konnten bereits die ersten Nachfüll-Anfragen bedient werden. 

In einem selbst mitgebrachten Becher genoss Hasan Celik einen kostenlosen Kaffee.

Auch weiterhin können die diversen Heißgetränke übrigens in den gängigen Plastikbechern bestellt werden – dann muss allerdings dafür bezahlt werden. Geht es nach Astrid Kunze und Tankstellen-Betreiber Michael Turk, sollen diese Becher bald von den recycelbaren Recups abgelöst werden. Diese passen gut in die eigene Ideologie: So wurden in der Hüinghauser Shell-Tankstation beispielsweise längst die Rührstäbchen von Plastik auf Holz umgestellt. Und um den Verbrauch von kleinen Plastikdöschen zu drosseln, steht in der Kaffee-Ecke eine größere Milchpackung zur Selbstbedienung. 

Die von Greta Thunberg neu entfachte Klimaschutzdebatte findet Astrid Kunze übrigens sinnvoll: Ein schonender Umgang mit natürlichen Ressourcen sei allerdings nur dann effektiv, wenn er weltweit erfolge und nachhaltig sei. „Der Slogan Jute statt Plastik war zu meinen Schulzeiten in Mode, ist aber über viele Jahre in Vergessenheit geraten“, sagt die Stationsleiterin. 

Damit die Recups nach einer Woche nicht ein ähnliches Schicksal ereilt, läuft die Gratis-Aktion bei Turks nicht in Gänze nach dem 24. Januar aus. Danach erhalten Becher-Besitzer vier Wochen lang ihr Heißgetränk zum halben Preis und im Anschluss eine Ermäßigung um 20 Prozent. „Wir finden die Aktion einfach gut – Tankstelle und Umweltschutz, das schließt sich eben nicht aus“, sagt Astrid Kunze.

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