Konzert im Lokschuppen und Hoëcker-Gastspiel „nur unter Vorbehalt“

Im Corona-Würgegriff: Kulturplanungen liegen auf Eis

In einer Zeit vor Masken- und Abstandspflicht fand am 12. März 2020 das Rudelsingen im Bürgersaal des Rathauses statt – die bislang letzte Kulturveranstaltung der Gemeinde Herscheid.
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In einer Zeit vor Masken- und Abstandspflicht fand am 12. März 2020 das Rudelsingen im Bürgersaal des Rathauses statt – die bislang letzte Kulturveranstaltung der Gemeinde Herscheid.

Die Corona-Pandemie hat die Kulturarbeit in Herscheid fest im Würgegriff. Nach einem nahezu kompletten Ausfall der Saison 2020 ist ein Ende der Veranstaltungs-Dürre nicht in Sicht. Die Planungen im Rathaus liegen vorerst auf Eis.

Herscheid - Doppelt bitter für den Herscheider Kulturbeauftragten Frank Holthaus und natürlich auch für die Bürger: Die Möglichkeiten, die das Wetter in den letzten Wochen und Monaten bot, mussten ungenutzt bleiben. Eine Rodelgaudi an der Walterschlade oder eine Eisbahn in den Dorfwiesen hätten unter normalen Umständen sicherlich viele Besucher angelockt. Einen solch prallen Winter hat es lange nicht gegeben.

Und auch die warmen Sommerabende wären optimal gewesen etwa für eine Neuauflage des Herscheider Open-Air-Kinos auf den Stufen des Alten Schulplatzes oder die von den Vereinen geplanten Aktivitäten – genannt seien exemplarisch Schützenfest, Feuerwehrfeste oder das Waffelfest in den Dorfwiesen.

Rudelsingen

Doch so bleibt von 2020 lediglich die Erinnerung an den 12. März erhalten – an die bis dato letzte größere Veranstaltung vor Ort. Für das Rudelsingen hatten sich mehr als 100 Personen Eintrittskarten gekauft, doch einen Tag vor dem Termin rief die Weltgesundheitsorganisation die Pandemie aus. Dies hatte zur Folge, dass „nur“ 60 Personen zum Singen in den Bürgersaal kamen.

Dennoch sei die Stimmung ausgelassen gewesen: Die Erfahrungen seien derart gut gewesen, dass eine Wiederholung dieses Abends wünschenswert sei, sagt Holthaus. Die nicht eingelösten Eintrittskarten können die Bürger übrigens als Gutschein für eine andere Kulturveranstaltung der Gemeinde aufbewahren.

Hoëcker, dritter Anlauf

Wann diese Gutscheine eingelöst werden können, ist zurzeit nicht absehbar. Die 13 Termine mit heimischen und auswärtigen Künstlern, die für 2020 nach dem Rudelsingen vorgesehen waren, mussten abgesagt werden, zum größten Teil ohne Ausweichmöglichkeit.

Lediglich der Auftritt von Bernhard Hoëcker wurde (inzwischen zweimal) verschoben und soll nun am 12. November stattfinden. Außerdem ist für Mitte September ein Konzert mit der Band Route 45 im MME-Lokschuppen vorgesehen. „Aber alles unter Vorbehalt“, sagt Frank Holthaus.

Keine Verluste

Eine konkrete Planung des weiteren Kulturjahres sei zurzeit unmöglich, ohne die Zuhilfenahme und den Gebrauch einer Glaskugel. Zwar habe er bereits Gespräche mit dem Betreiber eines Open-Air-Kinos geführt, aber zu einer festen Terminierung sei es nicht gekommen.

Immerhin: Die Corona-Ausfälle haben nicht zu finanziellen Verlusten geführt. Ausgaben seien in 2020 lediglich für das durchgeführte Rudelsingen und die Neuerstellung der Anmeldekarten für den Kulturnewsletter entstanden.

Keine Veranstaltung, keine Kosten: Die Ersparnis im Haushalt soll der zukünftigen Kulturarbeit zugute kommen. So ist ab dem Jahr 2022 eine Aufstockung der Kulturmittel von derzeit 10 000 auf 12 000 Euro geplant. Dieses Plus von 2 000 Euro werde allerdings nicht zu zusätzlichen Veranstaltungen führen können, sondern lediglich dazu, den bisherigen Stand halten zu können. Wie Frank Holthaus betonte, seien die Gagen der Künstler und die Preise für die technische Ausrüstung der Veranstalter zuletzt gestiegen.

Vorfreude auf neue Aula

Ungeachtet der Corona-Pandemie ist eine Nutzung des neuen Herscheider Veranstaltungsortes zurzeit noch nicht nötig: Für die Aula des Bildungszentrum Rahlenberg sind zwar inzwischen die Stühle geliefert worden, die Bühnentechnik ist hingegen noch nicht komplett. Weil sich die Toilettenanlagen für die Aula im alten Hauptschultrakt befinden und dieser zurzeit noch umgebaut wird, ist eine zeitnahe Nutzung der Aula nicht möglich.

Die Vorfreude darauf ist Holthaus aber bereits anzumerken. Unter anderem biete das Bildungszentrum die Möglichkeit, Besucher vor Beginn der eigentlichen Veranstaltung einzulassen, ohne Warten im Freien. Garderobe und der Ausschank von Getränken nennt der Kulturbeauftragte als weitere Vorteile.

Trotz dieser Neuerung und der in Kürze anstehenden Sanierung der Gemeinschaftshalle soll die Rammberghalle nicht vergessen werden. Diese habe eine gute Größe für Kulturveranstaltungen. Auch die Hüinghauser Halle soll daher weiterhin von der Gemeinde genutzt werden, verspricht Holthaus dem Trägerverein – hier soll unter anderem das Hoëcker-Gastspiel im November stattfinden, sofern es die Corona-Situation dann zulässt.

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