Das hatte sich die Königin ganz anders vorgestellt

70 Jahre Schützenverein: Kranzniederlegung und virtuelles Zuprosten ersetzen die große Sause

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Die Tradition der Kranzniederlegung zum Gedenken an die Verstorbenen wurde auch ohne Schützenfest beibehalten. Ehrenoberst Uwe Feuerer (rechts) hielt die Ansprache.

Herscheid – Eigentlich hätte das Wochenende ganz im Zeichen des Herscheider Schützenfestes stehen sollen. Aufgrund der Corona-Pandemie mussten die Schützen erstmalig in ihrer Vereinsgeschichte auf die Austragung ihres mehrtägigen Festes verzichten.

An einer Tradition hielten sie jedoch fest: die Kranzniederlegung am Ehrenmal. In Absprache mit dem Ordnungsamt versammelten sich einige Vereinsmitglieder und Zuschauer unter Einhaltung der Abstandsregeln rund um das Denkmal. 

Ehrenoberst Uwe Feuerer begrüßte die Anwesenden und bedankte sich bei allen Schützen, die dem Verein die Treue gehalten haben. Mit Freude und Dankbarkeit könne der Herscheider Schützenverein auf eine 70-jährige Vereinsgeschichte zurückblicken. 

Dieser Tag sei Anlass, der die Schützen verpflichtet auch denen zu danken, die in den vergangenen 70 Jahren verstorben sind, sagte Feuerer. Die kurze Gedenkfeier wurde musikalisch von Klemens Dopatka, Mitglied des Feuerwehr-Musikzuges, mit der Trompete begleitet. 

Schützenkönigin Martina Schöttler wird mit ihrem Prinzgemahl Dirk die Schützen ein weiteres Jahr regieren.


Nach der Gedenkfeier hatte die Schützenkönigin Martina Schöttler Zeit für ein Gespräch über das zurückliegende Jahr. Eigentlich wäre die Regentschaft ja nun vorbei, doch durch Corona wird die bisherige Königin auch noch ein weiteres Jahr die Schützen regieren. Eine Verlängerung, die es in der langjährigen Vereinsgeschichte noch nicht gegeben hat. 

Das vergangene Jahr sei nicht so verlaufen, wie es sich die Schützenkönigin vorgestellt hatte, erinnerte sich Martina Schöttler: „Gerade mal den Königsball konnten wir genießen und dann war von jetzt auf gleich Schluss.“ Die ganze Situation habe dementsprechend einen bitteren Beigeschmack. 

Die Kontakte beschränkten sich in den vergangenen Monaten überwiegend auf die Whatsapp-Gruppe. Vorstandssitzungen wurden per Video-Chat ausgeführt. Und auch auf den Schützenfest-Auftakt am Freitag wurde nur virtuell angestoßen. 

Seit Anfang Juni darf zumindest wieder der Schießsport ausgeübt werden. Freuen konnte sich die Schützenkönigin in den vergangenen Tagen über viele Grüße und regen Zuspruch, dass sie auch in Zukunft von den Schützen unterstützt wird. „Man hat in diesen Zeiten gelernt, sich auch über kleine Dinge zu freuen“, sagte Martina Schöttler.

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