Wie kommen Brillenträger durch die Corona-Krise?

Kontaktlinsen gehortet wie Klopapier

Bis auf das Tragen einer Maske habe sich für Optiker Markus Weißbach kaum zusätzlicher Aufwand durch die Corona-Schutzregeln ergeben.
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Bis auf das Tragen einer Maske habe sich für Optiker Markus Weißbach kaum zusätzlicher Aufwand durch die Corona-Schutzregeln ergeben.

„Einige Kunden waren ganz überrascht, dass wir überhaupt geöffnet haben“, erzählt Markus Weißbach, Inhaber der Brillen Boutique Becker. Das Geschäft im Gemeindezentrum gehört zu den wenigen systemrelevanten Versorgern vor Ort und darf seine Kundschaft wie gewohnt empfangen. Dennoch: Corona und der Lockdown hätten viel verändert – besonders bei manchem Kunden.

Herscheid - Die Bilder von Panikkäufen, vor allem von Klopapier, dürften allen noch in Erinnerung sein. Doch auch Kontaktlinsen seien laut Weißbach von manch einem Kurzsichtigen offenbar gehortet worden. Vor allem über das Online-Geschäft, das seit dem Lockdown eine große Nachfrage erfahre, seien große Mengen an Kontaktlinsen verkauft worden. „Eine Umsatzsteigerung lässt sich hier feststellen“, erklärt Weißbach und spricht von „deutlich mehr Bestellungen.“

„Ganz extrem“ sei der erste Lockdown gewesen, als es bei manchem seiner Online-Kunden offenbar „viel Panik“ gegeben habe. „Damals wurden Linsen in Mengen gekauft, die für ein bis eineinhalb Jahre reichen.“ Das sei ein bisschen so wie mit dem Ansturm auf Toilettenpapier und Mehl im Supermarkt gewesen. Man habe eben noch nicht gewusst, was weiterhin verkauft werden könne.

Doch von Lieferengpässen sei die Herscheider Brillen Boutique verschont geblieben. Einzelne Verzögerungen habe es nur wegen der überlasteten Versand-Dienstleister gegeben. „Mehr als zwei, drei Tage länger als sonst mussten unsere Kunden aber auch nicht auf ihre Bestellung warten“, stellt Weißbach klar. Die Brillen-Hersteller hätten ihre Produktionen aufrechterhalten können. Insgesamt komme die ganze Branche „verhältnismäßig gut durch die Krise“. Bei hohen Umsatz-Ausfällen habe man zwar auch die Möglichkeit, finanzielle Hilfen zu beantragen, aber das sei für Herscheids Optiker erfreulicherweise bisher kein Thema gewesen. Dennoch: In den vergangenen Wochen sei es ein bisschen ruhiger geworden. „Aber Brillen werden genau wie Lebensmittel immer gebraucht“, betont Weißbach, dass die Geschäfte bei ihm „noch relativ normal“ laufen würden.

Die Brillen Boutique Becker gilt als systemrelevant und darf daher auch im Lockdown öffnen.

Was jedoch fehle, seien die spontanen Kundenbesuche. Theoretisch könne man zwar auch ohne Anmeldung im Laden vorbeikommen, allerdings passiere das nur noch selten. „Die meisten Leute rufen vorher an und vereinbaren mit mir einen Termin. So verhindern wir, dass auf einmal zehn Kunden gleichzeitig in unser Geschäft wollen.“ Das sei in Corona-Zeiten natürlich nicht möglich, verweist Optiker Markus Weißbach auf die strengen Abstandsregeln. Daran würden sich seine Kunden auch halten. 

„Es wird sogar draußen gewartet, wenn im Laden nur ein Kunde steht“, lobt er das Verhalten der Herscheider. Das Thema Hygiene habe in seiner Branche schon immer eine große Rolle gespielt. Wenn eine Brille anprobiert wurde, würde sofort desinfiziert. Das Gleiche gelte für alle Geräte. „Bis auf das Tragen einer Maske hat sich für uns kaum zusätzlicher Aufwand ergeben.“ 

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