Evangelische Kirchengemeinde sagt Präsenzangebote bis zum 10. Januar ab 

Keine Weihnachtsgottesdienste in der Apostelkirche

Dem erprobten Hygieneschutzkonzept der Evangelischen Kirchengemeinde zum Trotz müssen vorerst alle Präsenzgottesdienste in der Apostelkirche abgesagt werden.
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Dem erprobten Hygieneschutzkonzept der Evangelischen Kirchengemeinde zum Trotz müssen vorerst alle Präsenzgottesdienste in der Apostelkirche abgesagt werden.

Ab sofort und bis zum 10. Januar finden keine Präsenzgottesdienste mehr in der Herscheider Apostelkirche statt. Die Evangelische Kirchengemeinde Herscheid muss auch die geplanten Weihnachtsgottesdienste absagen. Enttäuschung, Verärgerung, Erleichterung – die Reaktionen bei einer ersten Konferenz im kleinen Kreis fielen ganz unterschiedlich aus.

Herscheid - In den letzten Wochen haben die Mitglieder eines Vorbereitungskreises etliche Stunden Arbeit investiert. Ein erstes Konzept für ein Heiligabend-Angebot unter freiem Himmel musste bereits verworfen werden. Stattdessen waren nun vier kurze Andachten und die Christmette für Heiligabend geplant – doch auch diese können nicht stattfinden. Das betonten die Landeskirche und der Superintendent des heimischen Kirchenkreises in ihren Benachrichtigungen am Dienstagabend.

Manche Helfer fühlen sich nicht ernst genommen, beschrieb Bodo Meier die Reaktion einiger Mitglieder der Vorbereitungsrunde, die auf erprobte Sicherheitskonzepte in der Apostelkirche verwiesen. Andere seien hingegen erleichtert, dass nun endlich Klarheit herrsche.

Ich habe nicht damit gerechnet, dass die Kirchen über Weihnachten komplett geschlossen bleiben.

Bodo Meier, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Herscheid

Der Gemeindepfarrer selbst zeigte sich überrascht von der Radikalität der Maßnahme: „Ich habe nicht damit gerechnet, dass die Kirchen über Weihnachten komplett geschlossen bleiben.“ Zu einer solchen Entscheidung, die christliche Kirche an Heiligabend nicht zu öffnen, gehöre eine große Portion Mut, ergänzte Meier die Vorgabe, die er und die Kirchengemeinde zu akzeptieren habe. Die ersten Anmeldungen, die er Dienstag für die Weihnachtsgottesdienste entgegennehmen konnte, musste er postwendend wieder absagen.

Zugleich betont Meier, dass die Sehnsucht nach Weihnachten zwar in den musikalischen Vespern der letzten Wochen zu spüren gewesen sei. An den Adventssonntagen hingegen seien die Besucherzahlen zuletzt rückläufig gewesen, was er auf die Furcht vor dem Coronavirus zurückführt. Mit einem großen Ansturm bei den Weihnachtsgottesdiensten habe er daher nicht gerechnet.

Alternative im Netz?

Die komplette Absage werde sicherlich viele Gemeindemitglieder hart treffen. Andere hingegen dürften auch froh sein, dass ihnen die Entscheidung abgenommen wird, ob sie zur Kirche gehen sollen oder nicht. Pfarrer Meier kann zumindest in Aussicht stellen, im Internet ein Alternativangebot ermöglichen zu wollen. In Absprache mit den Helfern wird es, Stand jetzt, an Heiligabend zwei Videoübertragungen geben und an Neujahr soll ein Gottesdienst online gefeiert werden. Dazu müssen noch ganz verschiedene Aufgaben in den kommenden Tagen gelöst werden. Aber im spontanen Umorganisieren ist die Evangelische Kirchengemeinde in diesem Jahr inzwischen erprobt. 

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