Schützenverein muss Veranstaltung absagen / Fördermittel für Hallenumbau

Die Herscheider Schützen sagen ihr Schützenfest ab

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Auch in Herscheid wird 2020 kein Schützenfest gefeiert.

Herscheid – Die Corona-Pandemie legt auch das Vereinsleben des Herscheider Schützenvereins lahm. Schon seit einigen Wochen sind die Gemeinschaftshalle und der Schießstand in Reblin für Veranstaltungen und den Sportbetrieb gesperrt. Auch Zugabende fallen der Pandemie zum Opfer. Die Jahreshauptversammlung und das Ostereierschießen mussten ebenfalls abgesagt werden. Nun trifft es auch das Schützenfest.

Schweren Herzens teilt der Vorstand nun mit, dass das Schützenfest vom 10. bis 12. Juli ausfallen wird. „Unter den derzeitigen Umständen und Vorgaben ist eine Feier, an der wir alle unseren Spaß und Freude haben sollen und wollen, einfach nicht möglich. Unser Königspaar und unser Jungschützenkönigspaar gehen also in eine Ehrenrunde. Ein Abschied unter diesen Umständen wäre dem Einsatz der Königspaare und des Hofstaates nicht gerecht geworden, da sie nur ein halbes Königsjahr hatten“, heißt es in dem Vorstandsschreiben.

Wie und wann es weitergeht, könne man aktuell nicht sagen. Nahezu alle Schützenfeste der befreundeten Vereine wurden ebenfalls abgesagt.

Auch der komplette sportliche Bereich liegt brach. Der laufende Meisterschaftsbetrieb und die Rundenwettkämpfe wurden mitten im Sportjahr abgebrochen, Landes- und Deutsche Meisterschaften wird es im Sportjahr 2020 nicht geben.

Selbst der Trainingsbetrieb auf den Schießständen wurde eingestellt. Wann der Trainingsbetrieb wieder aufgenommen werden kann, hängt von den weiteren Vorschriften und Maßnahmenplänen der Regierung ab. Sobald die rechtlichen Hindernisse überwunden sind, werden die Schießstände wieder öffnen. In dieser schwierigen Zeit erhielten Gemeinde und Schützenverein aber eine überaus erfreuliche Nachricht.

In dieser schwierigen Zeit erhielten Gemeinde und Schützenverein aber eine überaus erfreuliche Nachricht. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert den Umbau der Gemeinschaftshalle mit 2,44 Millionen Euro.

Umbau der Gemeinschaftshalle

Der Umbau der Gemeinschaftshalle soll nach den Plänen der Herscheider Schützen im kommenden Jahr beginnen, und zwar nach dem Schützenfest 2021. Finanziert wird die umfangreiche Maßnahme überwiegend aus Landesmitteln.

In den nächsten Wochen müssen noch einige formelle und rechtliche Schritte eingeleitet werden, da das Grundstück, auf dem die Halle steht, sich noch im Besitz der Soldatenkameradschaft befindet. Mit dieser stehen Gemeinde und Schützenverein aber bezüglich einer Übernahme in Kontakt, so Volker Halbhuber, stellvertretender Vorsitzender des Schützenvereins.Danach soll im Herbst mit den Ausschreibungen für die Arbeiten begonnen werden. Diese müssen teilweise europaweit ausgeschrieben werden, so auch die Architektenleistung, so Halbhuber.

„Unser Ziel ist es, 2021 ein Schützenfest zu feiern und unmittelbar danach mit den Umbaumaßnahmen anzufangen.“ Einen zweijährigen Ausfall unseres Schützenfestes wolle man unter allen Umständen vermeiden.

So könnte die Gemeinschaftshalle nach Fertigstellung aussehen.

Der Umbau der Gemeinschaftshalle soll insgesamt 2,7 Millionen Euro kosten. Der Großteil davon wird aus Fördermitteln finanziert: 2,44 Millionen Euro aus dem Fördertopf „Integration im Quartier“ des Landes Nordrhein-Westfalen wurden dafür bereits bewilligt. Die Umbaumaßnahmen betreffen sowohl den Innen- als auch den Außenbereich der Gemeinschaftshalle.

„Das, was optisch am meisten auffallen wird, ist der Vorbau“, sagt Volker Halbhuber, stellvertretender Vorsitzender des Schützenvereins. Dreieckige Anbauten auf der linken und rechten Seite der Halle vergrößern deren Gesamtfläche. Dadurch wird eine Rochade im Innenbereich möglich.

Die bisher im Keller untergebrachte Garderobe wird dann ins Erdgeschoss umziehen, und zwar in den linken Anbau. „Der alte Thekenbereich wird komplett abgebaut, dort kommen dann Toiletten hin“, erklärt Halbhuber. Die neue Theke soll dorthin kommen, wo sich bisher die Küche befindet, und in diesem Zuge auch vergrößert werden. Die Küche wiederum zieht in den rechten Anbau. Oberhalb davon werden sich Geschäftsräume des Schützenvereins befinden, die aber bei Veranstaltungen auch als Künstlergarderobe genutzt werden können, so Halbhuber.

Der Bereich zwischen den beiden Anbauten soll überdacht werden, damit auch Open-Air-Veranstaltungen stattfinden können, bei denen das Dach vor schlechtem Wetter Schutz bietet. Zudem soll der gesamte Hallenbereich nach dem Umbau ebenerdig sein, um die Barrierefreiheit zu gewährleisten.

Im Inneren stehen weitere Veränderungen an. „Es wird möglich sein, die Halle vernünftig zu trennen“, sagt Halbhuber. Mit einer Trennwand kann die Halle so verkleinert und auch für kleinere Veranstaltungen vermietet werden. Ebenso sei es etwa bei Firmenevents möglich, Sitzungs- und Cateringbereich gut voneinander zu trennen.

Außerdem soll der Bühnenbereich abgesenkt werden. „Künstler haben immer wieder gesagt, dass die Bühne zu hoch ist und sie nicht richtig in Kontakt mit den Zuschauern kommen“, erklärt Halbhuber. Künftig wird man auch die Fenster verdunkeln können, was momentan nicht möglich ist und beispielsweise tagsüber Veranstaltungen mit einem Beamer schwierig macht. Die komplette Licht- und Musikanlage soll ebenfalls erneuert werden, ebenso die Heizung. Künftig solle die Halle über eine Belüftungsanlage beheizt beziehungsweise im Sommer auch gelüftet und gekühlt werden können. Durch den Umbau soll auch ein Problem für die Schützen gelöst werden. Da der Schießbereich sich bisher

 quasi offen auf einer Empore befindet, kann während Veranstaltungen in der Halle kein Schießbetrieb stattfinden. „Der komplette Vereinsbereich geht in den Keller“, erklärt Halbhuber. Da die Garderobe dort auszieht und auch die dortige Hausmeisterwohnung nicht mehr genutzt wird, wird der Keller so umgebaut, dass dort Club- und Aufenthaltsräume sowie eine moderne elektronische Schießanlage Platz finden. „Das hat den Vorteil, dass wir oben vermieten und unten Vereinsbetrieb machen können.“

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