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Kartoffellese und Rezept für Schmorbirne: Erntedank, wie es früher war

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Von: Simone Rein

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Julia Berger hatte für das Erntedankfest im Seniorenzentrum ein buntes Programm rund um Kürbisse und Pflanzen zusammengestellt.
Julia Berger hatte für das Erntedankfest im Seniorenzentrum ein buntes Programm rund um Kürbisse und Pflanzen zusammengestellt. © Simone Rein

Eine violette Mohrrübe – gibt es die wirklich? Überraschte Gesichter und lustige Gedichte gab es beim Erntedankfest im Seniorenzentrum, bei dem viele Erinnerungen wach wurden.

Herscheid - Julia Berger von der sozialen Betreuung führte durch das Programm. Es galt Pflanzen zu erraten, wie zum Beispiel das Heidekraut, das in der herbstlich bunten Jahreszeit in vielen Gärten zu finden ist. Zweifel kamen bei dem einen oder anderen Gemüse auf: Mohrrüben erkennt jeder an der typischen Farbe Orange, doch gibt es sie auch in Gelb und Violett.

Kürbisse kennt jeder, aber von einem Butternut (Speisekürbis) hatte bisher noch niemand etwas gehört. Der Hokkaido allerdings war allen ein Begriff. Der Duft von Sellerie ließ an eine Suppe erinnern, die der eine oder andere Bewohner mal zubereitet hatte. Radieschen und Rote Beete waren sofort zu erkennen. „Meine Eltern hatten früher Radieschen im Garten“, erinnerte sich eine Frau.

Auch zu dem geernteten Obst fielen den Bewohnern Geschichten von einst ein. Angeregt durch eine Birne schilderte eine Bewohnerin ein Rezept für Schmorbirne: Durchschneiden, Schale und Stiel an der Frucht belassen, und mit Butter, Zucker und etwas Wasser im Topf langsam schmoren. „Die Birnen dürfen aber nicht anbrennen“, kam ein guter Tipp aus den Reihen.

Die damals zahlreich geernteten Äpfel wurden stets zu Mus oder Kuchen verarbeitet. „Aber man muss aufpassen, wenn die Äpfel reif sind und man unter einem Apfelbaum steht – das kann auch mal Kopfschmerzen geben, denn dann regnet es Äpfel“, sorgte Julia Berger für fröhliche Stimmung.

Das bekannteste und wichtigste Gemüse im Herbst ist jedoch die Kartoffel. Reibekuchen und Bratkartoffeln, wahlweise auch mit Zwiebeln, Kartoffelsuppe und noch vieles mehr lassen sich mit der Knolle zubereiten. Daran konnte sich jeder Bewohner erinnern und der eine oder andere erzählte begeistert aus der Kindheit.

Das Kartoffellesen im Teenager-Alter empfanden viele als anstrengend und zugleich auch schön. Teilweise wurde auch bei den Nachbarn geholfen. Die Kartoffeln lagerten neben anderem Gemüse im Keller. Angestochene und nicht lagerfähige Kartoffeln wurden nach der Lese mit Lehm ummantelt im Kartoffelfeuer, in dem das Kartoffelkraut verbrannt wurde, gegart und danach verspeist. Das sei eine schöne Tradition, sagten die Senioren.

„Wir waren mit zwei Bewohnern auf dem Wochenmarkt und haben Obst, Gemüse und Kürbisse gekauft, die wir quasi mit dekorieren“, erzählt Angelina Hoffmann vom Sozialen Dienst. Passend dazu erzählte eine Bewohnerin von Erntedankfesten, wie sie früher in Herscheid gefeiert wurden.

Dieses Gedicht vergisst man so schnell nicht

Auf dem abwechslungsreichen Programmplan standen auch Gedichte. „Das flinke Eichhörnchen“ sorgte für Erheiterung. „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ war vielen noch in guter Erinnerung geblieben. Sofort legte eine Bewohnerin los – kurz darauf stimmten andere Bewohner mit ein. Gemeinsam wurde auch das bekannte Lied „Bunt sind schon die Wälder“ gesungen.

In einer Ecke des Wohnbereichs wurden die vielen Ernteprodukte zu einer kleinen Herbstausstellung aufgestellt, die nebenbei eine wohlfühlende Atmosphäre ausstrahlen. Dies zeigte sich bereits beim Erntedankfest: Alle waren mit der Gestaltung mehr als zufrieden.

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