Die ersten neuen Zukunftsbäume sind gesät

Kahlflächen sollen verschwinden: Kinder wollen erleben, wie der Wald wächst

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Wie soll er aussehen, der Herscheider Wald der Zukunft? Die Kinder der DRK-Kita haben Bilder von blühenden Mischwäldern gemalt. Sie hoffen, dass diese Wünsche nach der Aussaat möglichst bald in Erfüllung gehen.

Herscheid – Regen und Wind konnten sie nicht einschüchtern: Die Mädchen und Jungen des Herscheider DRK-Kindergartens waren die Ersten, die auf den gerodeten Kahlflächen des Böllenbergs den Wald der Zukunft pflanzten.

Mit kleinen Harken, Schaufeln und Löffeln lockerten sie den ihnen zugewiesenen Boden auf einer Fläche oberhalb des Kriegerdenkmals. Im Vorfeld hatten sie Kastanien, Eicheln und andere Baumsamen gesammelt, die – mal mehr und mal weniger tief – eingebuddelt wurden. Bunt bemalte Steine (nach Vorbild der Sauerlandsteine) markierten die Pflanzstandorte. 

Einrichtungsleiterin Elke Haase freute sich über das große Engagement der Kinder: „Ich bin durch die Zeitung auf die Aktion aufmerksam geworden und finde sie einfach toll.“ Das Thema Wald passe prima in den Herbst und sei für die Kleinen von großem Interesse. Auch sie haben bemerkt, dass sich die Landschaft in und um Herscheid herum zuletzt stark verändert hat. 

„Seht mal, hier ist der Borkenkäfer langgekrabbelt“, erklärt Dietrich Herfel vom Aktionsbündnis Wald der Zukunft den Kindern der DRK-Kita.

Dass sie nun an der Neugestaltung mitwirken können, sei umso erfreulicher, weil „die Kinder von heute ja auch erleben werden, wie der Wald wächst“, meint Elke Haase. Der Böllenberg soll daher für den DRK-Kindergarten zu einem regelmäßigen Ausflugsziel werden. 

Die Maulwurf-, Hasen- und die Eichhörnchen-Gruppe genossen ihren Spaziergang sichtlich. Das Wetter stört sie bei ihren Erkundungen wenig. „Ich habe eine Wasserleitung entdeckt“, rief ein Junge beim Buddeln. „Hier wachsen bestimmt viele Bäume“, vermutete er. Und im Nu waren weitere Samen eingegraben. Vor Ort erhielten die Kinder Unterstützung von Astrid Bauriedel und Dietrich Herfel vom Aktionsbündnis Wald der Zukunft. Sie halfen nicht nur bei der Bestimmung der mitgebrachten Samen, sondern erzählten den Kindern auch von den winzigen Borkenkäfern, die den Fichtenbeständen so große Schäden zugefügt hatten. 

Astrid Bauriedel zeigt diesen beiden Mädchen einen Zwillings-Nasenzwicker – also Samen eines Ahornbaumes – die kurz darauf im Waldboden verbuddelt wurden.

„Daher sind wir auch so froh, dass ihr hier seid und mit uns den Wald der Zukunft sät“, sagte Dietrich Herfel, der sich über den großen Zuspruch aus der Bevölkerung im Allgemeinen und über das Interesse der Kinder und Jugendlichen im Speziellen freute. So sind in den nächsten Wochen weitere Pflanzaktionen mit Kindergärten und Schulen geplant, bevor am 7. November der große Aktionstag für alle interessierten Bürger ansteht. 

Sie alle wollen dazu beitragen, dass möglichst bald wieder Pflanzen am Böllenberg wachsen. Wie der Wald der Zukunft dort aussehen könnte, hatten die Kinder mit reichlich Grün auf Papier gebracht. „So stelle ich mir das hier vor – mit ganz vielen Apfelbäumen“, meinte ein Mädchen, das auf dem Rückweg zum Kindergarten eine dringende Frage hatte: „Wann können wir denn hier die ersten Äpfel ernten?“

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