Reformierte Wahlprogramm-Erstellung erhält Zustimmung

Junge Kräfte, frische Ideen: SPD will Bürger in Entscheidungen mit einbeziehen

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Die jungen Gesichter der Herscheider Sozialdemokraten (von rechts): Alexandra Gödde, Patrick Butschkau und Dennis Fuchs freuen sich über die Rückendeckung des Ortsvereins und wirken bereits aktiv an der Erstellung des Wahlprogramms mit.

Herscheid – Die Aufbruchstimmung in der Rammberghalle war deutlich spürbar: Die SPD Herscheid will alte Strukturen aufbrechen und „gemeinsam neue Wege gehen“ – passenderweise lautet so ab sofort der Leitgedanke der Sozialdemokraten.

Ein erster Teilerfolg gelang bei der Wahlversammlung am Donnerstagabend: Denn mit Alexandra Gödde (37 Jahre), Dennis Fuchs (31) und Patrick Butschkau (30) bewerben sich drei frische SPD-Kräfte um Sitze im Gemeinderat. Nicht nur das Wahlergebnis (100 Prozent der Stimmberechtigten befürworteten die komplette Kandidatenliste), sondern auch die vorderen Plätze in der Reserveliste beweisen, dass die Sozialdemokraten großes Vertrauen in ihre jungen Kräfte stecken. 

Wolfgang Vöpel, langjähriger Kommunalpolitiker und Ratsherr, gestand, dass über die Jahre in manchen Bereichen eine gewisse „Betriebsblindheit“ auftrete. Er zeigte sich daher hocherfreut, dass ein frischer Wind durch den Ortsverein wehe – und das soll offensiv nach außen getragen werden. Mit Hilfe des SPD-Nachwuchses, aber auch der etablierten Mitstreiter, soll dazu beigetragen werden, dass Herscheid zu einer Mitmach-Gemeinde wird. 

Deswegen will der SPD-Arbeitskreis – zu dem Gödde, Fuchs und Butschkau bereits zählen – kein starres Wahlprogramm vorgeben, in dem Projekte und Baumaßnahmen aufgelistet werden. „Wir wollen die Menschen in den Vordergrund stellen“, betonte Vöpel – und nannte einige Beispiele. 

Für die Neugestaltung des Parkplatzes vor der Gemeinschaftshalle soll nicht etwa der Rat eines Stadtplaners, sondern die Meinung der Bürger (in Form von Workshops) eingeholt werden. Um noch mehr Leben – also Veranstaltungen – in die Dorfwiesen und auf den Alten Schulplatz zu bringen, sei es sinnvoll, Gespräche mit Vereinen aufzunehmen. Und vor der Renovierung der Umkleiden sollen die Freibadbesucher befragt werden, wie sie sich diesen Bereich vorstellen. 

Um als Ratsmitglied die Interessen der Bürger vertreten zu können, sei ein solches Vorgehen unabdingbar, sagte Vöpel: „Bevor wir in den Sitzungen Entscheidungen treffen und dafür dann hinterher von Teilen der Bevölkerung kritisiert werden, müssen wir vorher ins Gespräch mit den Menschen kommen.“ 

Ob nun die Einrichtung einer Herscheid-App oder kostenfreies WLAN an öffentlichen Plätzen – insbesondere die Belange junger Herscheider sollen berücksichtigt werden. „Unsere Hauptzielgruppe soll die der Nicht-, Wechsel- und der Erstwähler sein“, erklärte Dennis Fuchs, der hofft, den älteren Bürgern mit der Neuausrichtung nicht vor den Kopf zu stoßen. 

Zumindest die Reaktion langjähriger aktiver Sozialdemokraten wie Werner Hildebrand oder Jürgen Adamsky, die am Donnerstag mehrfach zustimmend applaudierten, zeigt, dass der Ortsverein hinter diesen Plänen steht. Und auch der SPD-Landratskandidat Volker Schmidt, der die Versammlung verfolgte, zeigte sich beeindruckt von den innovativen Ideen und dem neuen gemeinsamen Weg, den die Herscheider SPD nehmen will.

Die Kandidaten: Gerhard Haas (Wahlbezirk 1), Alexandra Gödde (WB 2), Uwe Köster (WB 3), Patrick Butschkau (WB 4), Frank Pierskalla (WB 5), Dennis Fuchs (WB 6), Norbert Jarnuczak (WB 7), Peter Reinhardt (WB 8), Wolfgang Vöpel (WB 9), Horst Schäfer (WB 10) und Petra Hüttemeister (WB 11). 

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