Erste Phase der Bürgerbeteiligung beendet

46 interaktive Vorschläge für den Herscheider Klimaschutz

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Ein Beispiel für die geäußerten Bürgervorschläge: Ein Nutzer regt an, die Genehmigung für private Osterfeuer auf ein Minimum reduzieren.

Herscheid – Einzelne Maßnahmen hat die Gemeinde in der Vergangenheit immer wieder ergriffen. Doch mit Hilfe des Herscheider Klimaschutzkonzeptes sollen diese zielgerichtet gebündelt werden.

Aufgrund der Vielfältigkeit des Themas soll das Konzept nicht hinter verschlossenen Türen im Rathaus von einzelnen Mitarbeiter zusammengestellt werden. Stattdessen werden die Bürger aktiv in den Prozess mit einbezogen. Der erste gemeinsame Schritt ist mit der interaktiven Ideenkarte gemacht und bereits abgeschlossen. 

Das Prinzip: Von Mitte November bis Mitte Januar hatten alle Bürger, die Zugang zum Internet haben, die Möglichkeit, ihre Vorschläge in dieser virtuellen Karte einzutragen und diese zu verorten. So konnte mitgeteilt werden, in welchem Bereich der Gemeinde Verbesserungsbedarf ausgemacht wurde. Wählen konnten die Nutzer zwischen den fünf Unterteilungen Wohngebäudesanierung, erneuerbare Energien, umweltfreundliche Mobilität, Klimaanpassung und Sonstiges. 

Die Resonanz: Nach eher schleppendem Beginn nahm die Aktion Fahrt auf. Insgesamt beteiligten sich 13 Internetnutzer an der Aktion und trugen 46 Ideen in die Karte ein. Ein Wert, mit dem Bärbel Sauerland, Fachbereichsleiterin Umwelt im Rathaus, durchaus zufrieden ist. „Damit liegen wir im Vergleich zu anderen Kommunen im Kreis in der guten Mitte“, sagt sie. 

Die meisten Nutzer hielten sich an die Bitte, mit vollem Namen an der Aktion teilzunehmen. Daher seien auch keine Fabelvorschläge gemacht worden, sondern zu einem überwiegenden Teil vernünftige Anregungen. 

Die Ideen: Ganz unterschiedlich sind die Anregungen der Bürger. Die weitere Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED, der Ausbau der Radwege, die Reduzierung der Genehmigung für private Osterfeuer auf ein Minimum, Vermeidung oder Verbot von Steingärten im Gemeindegebiet und der Aufbau von E-Ladestationen sind allgemein gehaltene Ideen. 

Viele Vorschläge sind örtlich bezogen. Beispiel Hallenplatz: „Die Bedeutung des Hallenplatzes als Veranstaltungsort ist durch die Neugestaltung des Schulplatzes reduziert worden. Hier kann Fläche entsiegelt oder zumindest durch eine Neugestaltung aufgebrochen werden.“ 

Auf der interaktiven Ideenkarte haben die Bürger ihre Vorschläge fünf unterschiedlichen Themenblöcken zugeordnet. Die farblichen Markierungen zeigen, an welchen Stellen in der Gemeinde die Verbesserungen vorgeschlagen werden.

Beispiel Freibad-Parkplatz: „Neues Parkplatzkonzept mit Bäumen und Pflanzen. Im Sommer spenden die Bäume Schatten für die parkenden Fahrzeuge und im Winter Rückzugmöglichkeiten für Vögel. Mit passender Bepflanzung und Rasengittersteinen könnten zudem Bienen sowie andere Insekten unterstützt werden.“ 

Fürs neue Bildungszentrum wird vorgeschlagen, einen Lehr- oder Nutzgarten anzulegen sowie Kurse für Kinder und Erwachsene anzubieten. Ein anderer Nutzer widmet sich dem Thema Müll: „Reduzierung der Fahrwege der Müllentsorgungsfahrzeuge in Dörfern, Stichstraßen u. Ä. durch Schaffung gut erreichbarer Sammelstellen für die Mülltonnen.“ 

So geht es weiter: Bärbel Sauerland begrüßt es, dass sich die Bürger mit den Themen, die ihnen am Herzen liegen, beteiligt haben und somit ihre Identifikation mit der Gemeinde zum Ausdruck gebracht haben. Diese Ideen sollen nicht im Sande verlaufen: Eine Lenkungsgruppe aus Verwaltungs-Mitarbeitern und Ratsmitgliedern hat die eingegangen Vorschlägen gesichtet. Die Ingenieurgesellschaft Gertec aus Essen, die vom Kreis mit der Erstellung des Konzeptes beauftragt wurde, prüft die einzelnen Ideen auf ihre Machbarkeit und bringt diese in das Konzept ein.

Bürgerbeteiligung: Über den Stand der Dinge werden die Herscheider Einwohner in einigen Wochen informiert (ein genauer Termin steht noch nicht fest): Bei einem Workshop im Rathaus können Bürger, die bislang noch keine Vorschläge gemacht haben, dies nachholen. Doch auch alle anderen Interessierten können sich an den Arbeitsgruppen an vier Thementischen beteiligen. Parallel dazu finden auf Kreisebene verschiedene Workshops statt, bei denen sich die beteiligten Kommunen über verschiedene Klimathemen austauschen. 

Die Umsetzung: Das erarbeitete Konzept soll Mitte des Jahres vom Herscheider Gemeinderat besprochen und – bei entsprechendem Abstimmungsergebnis – genehmigt werden. Danach erfolgt Schritt für Schritt die Umsetzung des Maßnahmenprogramms.

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