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 „In diesem Jahr erst zwei Stiche“: Seniorenheim gibt Bienen ein Zuhause

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Von: Simone Rein

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Imker Julien Eichhoff überreichte den selbst hergestellten Honig an Vertreter des Herscheider Seniorenzentrums. Der Honig wurde dazu in Marmeladengläser des Seniorenzentrums gefüllt und mit einem Etikett versehen.
Imker Julien Eichhoff überreichte den selbst hergestellten Honig an Vertreter des Herscheider Seniorenzentrums. Der Honig wurde dazu in Marmeladengläser des Seniorenzentrums gefüllt und mit einem Etikett versehen. © Simone Rein

Es war ein weiter und steiniger Weg bis zum ersten Honig, der von Bienen stammen, die ihre Heimat am Herscheider Seniorenzentrum haben. Doch nun war es endlich soweit: Der „Vater der Bienen“, Julien Eichhoff, überreichte den frisch hergestellten Honig aus eigener Bienenzucht aus dem Nachhaltigkeitsprojekt „Bienenhaltung und Bienenprodukte“.

Herscheid – Als Ableger zogen die Bienen 2020 auf dem Gelände des Seniorenzentrums ein, produzierten jedoch noch keinen Honig. Im Sommer des selben Jahres konnten die Bewohner über ein Bienen-Telefon (Trichter) in den Stock hineinhören und das Gewicht der Waben testen. Vom goldenen Saft war aber weiterhin nichts zu sehen.

Bienen sehr aktiv

Ein Jahr später war das Frühjahr zur Obstblüte zu kühl und verregnet, sodass immer noch kein Honig sichtbar war. Doch in diesem Sommer bot sich endlich ein anderes Bild: Die Bienen sind sehr aktiv und im Innenhof wurden bereits zwei Schwärme, die ihre Kreise zogen, gesichtet. Sie haben sich deutlich vermehrt und dementsprechend Honig produziert. Für das Abfüllen stellte die Küche der Senioreneinrichtung Marmeladengläser im Sinne der Nachhaltigkeit zur Verfügung.

Als Dankeschön für den zur Verfügung gestellten Platz für seine Bienenstöcke mit drei Völkern und einem Schwarm auf dem Gelände des Seniorenzentrums überreichte Julien Eichhoff Einrichtungsleiterin Anke Dahlhaus ein Paket bestehend aus Beschäftigungsmaterial mit Spielen für die soziale Betreuung. Der mitgebrachte Honig wird in den Wohnbereichen verteilt.

Faulbrut

Aufgrund der Amerikanischen Faulbrut (bakterielle Brutkrankheit der Honigbienen, eine durch das Sporen bildende, grampositive, stäbchenförmige Bakterium Paenibacillus larvae ausgelöste Tierseuche) seit Anfang August vergangenen Jahres bis heute, durfte kein Fremder an die Stöcke herantreten und der Standort konnte auch nicht gewechselt werden. „Jetzt waren die abschließenden Testungen“, so Julien Eichhoff, der in wenigen Wochen das Ergebnis erfährt, ob seine Bienen ohne Faulbrut durchgekommen sind und sich nicht angesteckt haben. Es besteht Hoffnung, dass wieder Treffen direkt am Bienenstock möglich sind und das rege Treiben beobachtet werden kann.

„Ich finde es faszinierend, wie vielfältig dieses Thema um die Bienen ist“, zeigt sich Anke Dahlhaus, Leiterin des Seniorenzentrums, erstaunt, wie viel Arbeit dahintersteckt. Sie freut sich darüber, dass dieses Projekt in der Senioreneinrichtung implementiert werden konnte. Im Spätsommer möchte Julien Eichhoff zeigen, wie der Honig geerntet wird und wie eine Schleuder funktioniert.

Traum verwirklicht

Für den begeisterten Hobbyimker war es schon lange ein Traum, eigene Bienen zu haben. Nötige Informationen hat er sich 2019 bei einem Kurs in Halver angeeignet. Noch während der Kursteilnahme habe er dann Bienen eines Herscheider Imkers übernommen und seitdem viel Spaß an der Arbeit mit den fleißigen Insekten. Mit dem Honig versorge er nicht nur das Seniorenzentrum, sondern auch Familie, Freunde und auch die Nachbarn.

Doch gibt es auch Schattenseiten eines Imkers: Bienenstiche, die sehr schmerzhaft sind. „Dieses Jahr ist relativ gut. Ich habe bis jetzt erst zwei Stiche gehabt“, erklärt Eichhoff.

Wenn es an den Honig geht, sind Bienen nicht freundlich. Hier hilft nur Ablenkung. Unter anderem ist helle Kleidung, wie sie ein Imker trägt, sinnvoll, da Bienen ihrem Instinkt folgen und dunkle Farbtöne an einen Bären erinnern lassen, der als Honigräuber bekannt ist. Groß und dunkel stellt somit eine Gefahr dar. Dieses und noch viel mehr über das Thema Honigbienen möchte Julien Eichhoff im Spätsommer den Heimbewohnern erzählen. Der mitgebrachte Honig ist ein Vorgeschmack darauf.

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