Im Autokorso zum IG Metall-Warnstreikkino

Unternehmen profitieren in der Corona-Krise - jetzt fordern auch die Mitarbeiter „einen Gewinn“

Die Teilnehmer des Autokorsos machten beim Verlassen des Herscheider Schützenplatzes mit einem Hupkonzert und ihren roten Fähnchen auf sich aufmerksam.
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Die Teilnehmer des Autokorsos machten beim Verlassen des Herscheider Schützenplatzes mit einem Hupkonzert und ihren roten Fähnchen auf sich aufmerksam.

Ein lautes Hupkonzert setzte ein, als am Freitag um 11.45 Uhr eine Fahrzeugkolonne am Herscheider Schützenplatz losrollte. Begleitet von einer Polizei-Eskorte machten sich mehr als 50 Teilnehmer in einem Auto-Korso auf den Weg zu einer Warnstreikaktion der IG Metall auf dem Lüdenscheider Schützenplatz Hohe Steinert.

Herscheid - „Wir haben die Buden hier vor Ort stillgelegt“, freute sich Gewerkschaftssekretär Adem Bulut über die Teilnehmerzahl. Auf dem Platz vor der Herscheider Schützenhalle waren nach und nach immer mehr Fahrzeuge eingetroffen, die mit den an den Türen befestigten roten IGM-Fähnchen ihren Zusammenhalt ausdrückten.

Mit dieser Aktion und der Teilnahme am Warnstreik in Lüdenscheid wolle man die Position der Gewerkschaft stärken. Diese fordert in der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie unter anderem die Stärkung der Einkommen mit einem Volumen von vier Prozent.
Das sei mehr als berechtigt, betonte unter anderem Nicole Werdermann-Lira. Die Betriebsratsvorsitzende des Familienunternehmens Gustav Alberts erzählte, dass die Herscheider Firma von der Corona-Krise profitiert habe. Das Jahr 2020 sei mit einem Umsatzzuwachs beendet worden. „Es wird Zeit, dass nun auch die Mitarbeiter einen Gewinn erzielen können“, sagte sie.

Nicole Werdermann-Lira, Betriebsratsvorsitzende des Herscheider Familienunternehmens Gustav Alberts.

Auch Sebastian Eisengardt konnte von prall gefüllten Auftragsbüchern berichten: Wie der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende des Plettenberger Unternehmens Frauenthal Powertrain erzählte, werde am Standort in Kückelheim ein großer Mehraufwand der Mitarbeiter geleistet, um die Vielzahl an Aufträgen erledigen zu können. „Von einer Krise ist zurzeit wenig zu spüren“, sagt Eisengardt.

„Mehr Aufträge als Kapazitäten“, fasste Patrizio Cianni die Lage seines Arbeitgebers zusammen. Der Betriebsratsvorsitzende des Unternehmens Schmiedetechnik Plettenberg erzählte, dass dieses mit wenig Kurzarbeit die schlimmste Krise im Jahr 2020 gemeistert habe. Inzwischen habe die Auftragslage so stark angezogen, dass sieben Tage in der Woche gearbeitet werde. Da sei es nur fair, wenn nun auch mehr für die Mitarbeiter geleistet werde, sagte Cianni.

Entsprechend motiviert setzten sich die Mitarbeiter gestern Vormittag in ihre Fahrzeuge. Am Ziel des Herscheider Autokorsos, auf der Hohen Steinert, erlebten sie eine Autokinoaktion. „Wir mussten aufgrund der Corona-Situation kreativ werden und eine kontaktfreie Alternative des Warnstreiks finden“, erklärte Gewerkschaftssekretär Bulut.  

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