Polizei ermittelt

Hund beißt auf Köder mit Rasierklinge

Ein unbekannter Tierhasser hatte in Berghagen ein Würstchen ausgelegt, das mit Schraube und Rasierklinge präpariert war. Die Polizei ermittelt nun wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz
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Ein unbekannter Tierhasser hatte in Berghagen ein Würstchen ausgelegt, das mit Schraube und Rasierklinge präpariert war. Die Polizei ermittelt nun wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz

Warnung an alle Tierhalter: Unbekannte haben in Berghagen einen Köder ausgelegt, mit der Absicht, Tiere zu verletzen oder gar zu töten. Und das scheint keine Einzeltat zu sein.

Herscheid - Diesen Spaziergang wird Katharina Gehrmann so schnell nicht vergessen: Am Donnerstag gegen 16 Uhr machte sie sich mit ihrer Tochter Emily und Hündin Lilly auf zur nachmittäglichen Gassirunde rund um Berghagen. Diese verlief unter anderem über die Gemeindestraße, die vom Parkplatz Walterschlade zur Ortschaft Ober-Stuberg führt.

Nichts Böses ahnend ließ die Herscheiderin ihren Hund locker an der Leine laufen, was dieser dazu nutzte, die Umgebung zu erschnüffeln. An einer Hecke blieb der Vierbeiner wie angewurzelt stehen – und dann ging alles ganz schnell. Lilly entdeckte eine Wurst, ließ sich nicht lange bitten und biss zu.

„Ich merkte nur, dass sie irgendetwas im Maul hatte und hörte es laut knacken“, schildert Katharina Gehrmann. Auf ihre mahnende Aufforderung „Aus“ reagierte die Zwergpinscher-Hündin rasch – wohl auch, weil sie sich offensichtlich verletzt hatte. Denn: In einem Ende der durchgebissenen Wurst steckte eine etwa zwei Zentimeter große Rasierklinge, im anderen eine Schraube. Umgehend kontrollierte Katharina Gehrmann das Maul ihrer Hündin. Sie entdeckte einen kleinen Ritzer in der Zunge, doch ansonsten machte Lilly einen vitalen Eindruck. „Ich darf gar nicht daran denken, was wohl passiert wäre, wenn sie die Wurst heruntergeschluckt hätte“, sagt die Besitzerin.

Das ist Zwergpinscher-Hündin Lilly, die eine Schnittwunde an der Zunge davontrug. Glücklicherweise hat sie den gefährlichen Fund nicht sofort verschluckt, sondern ihn nach eindringlicher Aufforderung ihrer Besitzerin umgehend ausgespuckt.

Ihre Gefühlswelt schwankt zwischen Wut, Angst und Verunsicherung. Wer macht denn so etwas und warum? Eine Frage, auf die Katharina Gehrmann keine Antwort findet. Zumal sie sich an einen Vorfall vor etwa einem halben Jahr erinnert. Damals war ebenfalls in Berghagen ein Stück Fleischwurst mit darin verstecktem Nagel entdeckt worden.

Erst Mitte letzter Woche hatte ein Mitglied der Facebook-Gruppe „Du bist Herscheider, wenn“ im Internet davon berichtet, dass er beim Spaziergang am Imkerpfad An der Linde eine Tüte mit Knochen gefunden habe. Vorsichtshalber habe er diese entsorgt, weil man ja nicht wissen könne, ob diese Knochen vergiftet seien, schrieb der Mann. Dieser Beitrag wurde von einer Frau kommentiert, die angibt, bei ihren Spaziergängen (unter anderem an der Versetalsperre) schon öfter Köder mit Rasierklingen entdeckt zu haben.

Ob diese Taten in einem Zusammenhang stehen, kann weder belegt noch ausgeschlossen werden. Katharina Gehrmann jedenfalls will nicht länger tatenlos zusehen. Sie hat sich – auch nach Rücksprache mit ihren Nachbarn – dazu entschieden, den Köderfund bei der Polizei zu melden. Inzwischen hat sie dort Anzeige erstattet.

Die mögliche Strafe

Die Polizei wertet einen solchen Vorfall als Straftat. Pressesprecher Christof Hüls erklärt, dass es sich um einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz handelt. Der Paragraph 17 dieses Gesetzes besagt: „Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer 1. ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder 2. einem Wirbeltier a) aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden oder b) länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt.“

Zugleich wendet sie sich über unsere Zeitung an alle Spaziergänger und Tierfreunde, mit der Bitte, noch wachsamer als sonst unterwegs zu sein. Und speziell an Hundehalter gerichtet, die in der kalten Jahreszeit auch in der Dunkelheit zu kleinen Ausflügen aufbrechen, ergänzt sie: „Passt auf eure Hunde auf!“

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