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Hubertushof-Umbau: Aus Traditions-Gaststätte werden Wohnungen

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Von: Dirk Grein

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Der neue Besitzer des Hubertushofes, Martin Beimborn (2. von rechts), stellte gemeinsam mit Architektin Jutta Fiebig und Florian Henkenberens, Vertriebsleiter bei Immobilien Schade (2. von links), die Umbaupläne vor. Vorbesitzer Mecki Brinker (links) schaute natürlich ganz genau hin.
Der neue Besitzer des Hubertushofes, Martin Beimborn (2. von rechts), stellte gemeinsam mit Architektin Jutta Fiebig und Florian Henkenberens, Vertriebsleiter bei Immobilien Schade (2. von links), die Umbaupläne vor. Vorbesitzer Mecki Brinker (links) schaute natürlich ganz genau hin. © Grein, Dirk

Die großen Banner an der Oberdorfstraße verkünden es: Mitten in Herscheids Ortsmitte hat die Verwandlung eines traditionsreichen Gebäudes begonnen – aus dem Hubertushof werden Mietwohnungen.

Herscheid – Seit dem 1. Juni ist Martin Beimborn neuer Besitzer der Immobilie. Der Maurer- und Betonbaumeister hat Herscheider Wurzeln, machte einst seinen Jagdschein vor Ort und besuchte als Kursteilnehmer häufig den Hubertushof. Seit 2006 liegt sein Lebensmittelpunkt zwar in der Nähe des Chiemsees in Bayern. Doch als seine Frau Anja im Internet auf die Verkaufsanzeige für den Hubertushof stieß, war es um ihn geschehen. „Wir haben uns sofort in die Immobilie verliebt“, sagt der 44-Jährige.

Zu diesem Zeitpunkt freilich war die Zukunft des Hubertushof noch völlig offen. Mecki Brinker, dessen Familie die Gaststätte 70 Jahre lang betrieb, hatte sich Anfang des Jahres 2020 dazu entschieden, einen beruflichen Schlussstrich zu ziehen. Mithilfe des Immobilienmaklers Schade suchte er einen neuen Besitzer, zunächst noch im gastronomischen Bereich. Interessenten und auch Besichtigungen habe es gegeben, erzählt Vertriebsleiter Florian Henkenberens. Doch zu einem Verkauf sei es aus den unterschiedlichsten Gründen nicht gekommen.

Das änderte sich, als Martin Beimborn sich meldete: Er sei schon länger auf der Suche nach einer passenden Immobilie gewesen, die er nach seinen Wünschen umbauen kann. Der Hubertushof in seiner alten Heimat sei aufgrund der Lage ideal. Im Herbst 2021 unterschrieb er den Vertrag und widmete sich gemeinsam mit dem Architektenbüro Fiebig den Umbauplanungen.

Schwieriger Baumarkt

Dass sich die Situation auf dem Baumarkt seither derart zuspitzen sollte, war damals noch nicht absehbar; lediglich die Holzpreise seien seinerzeit angestiegen. Inzwischen gelten Kostenexplosion und Lieferschwierigkeiten für nahezu alle Produkte. „Eine sehr spannende Zeit“, gibt sich Beimborn gelassen. Ihm sei es dank der Hilfe guter Partner gelungen, alle „Zutaten“ für den Umbau zu organisieren. Die Umsetzung stehe unmittelbar bevor.

Aus diesem Grund hatte Beimborn am Mittwochabend Nachbarn, Handwerker sowie Vertreter aus Rat und Politik, aber auch Vorbesitzer Mecki Brinker eingeladen, um seine Pläne im Detail vorzustellen. Zugleich bat er vorab um Verständnis für Lärm, Staub und Beeinträchtigung im Straßenverkehr, mit denen in den nächsten Monaten zu rechnen sei.

Kran wird aufgebaut

So soll nach Möglichkeit schon in zwei Wochen ein Baukran auf der Oberdorfstraße aufgebaut werden, um Dach und Obergeschoss bearbeiten zu können; rund drei Monate sei der Kraneinsatz geplant. Bis zum Jahresende sollen die Arbeiten am Gebäude abgeschlossen sein, etwas länger dürfte der Innenausbau dauern. Im Frühjahr 2023 sollen die vier geplanten Mietwohnungen bezugsreif sein, sofern sich bis dahin keine weiteren unvorhersehbaren Überraschungen im Bausektor ergeben.

Der Auftakt der Vermarktung stimme ihn positiv, gibt der 44-Jährige zu verstehen, dass es erste Anfragen gegeben habe. Auch deswegen freut sich der einstige Herscheider, in den nächsten Monaten mehr Zeit in seiner alten Heimat verbringen zu können und einem prägenden Teil der Ortsmitte modern zu gestalten.

So sehen die Umbaupläne aus: Auch die Kegelbahn weicht

Die Hülle wird nicht verändert, der Inhalt dafür komplett: Auf diese Formel lassen sich die Umbaupläne für den Hubertushof zusammenfassen. Die Außenwände bleiben also bestehen, doch im Inneren sollen schon in Kürze Fußböden und Zwischenwände verschwinden. „Wie ein Hausbau rückwärts“, vergleicht Martin Beimborn die anfängliche Vorgehensweise. Geplant sind im Hauptgebäude vier Wohnungen: Im Erdgeschoss (ehemaliger Gastraum) soll auf 65 Quadratmetern Fläche eine seniorengerechte Einheit entstehen. Daneben sind Treppenhaus und Nebenräume geplant. Die größte Wohnung mit knapp 125 Quadratmeter Fläche entsteht im Obergeschoss; darüber sind im Dachgeschoss zwei Wohnungen vorgesehen (60 und 50 Quadratmeter). Ein Teil der oberen Wohnungen soll mit Balkonen ausgestattet werden. Die Kegelbahn auf der anderen Straßenseite (ebenfalls einst zum Hubertushof zugehörig) wird zu Kellerräumen und weiteren Unterstellmöglichkeiten umgebaut. Die Parkplätze davor bleiben für die Mieter erhalten.

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