Verein wird 125 Jahre alt

TuS Herscheid verschiebt seine Jubiläumsfeier

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Da hilft auch die Mund- und Nasenmaske mit TuS-Motiv von Jugendleiter Dirk Fortkamp nichts: Der Vorsitzende des TuS Herscheid, Karsten Schöttler (links), und der Vorstand müssen die Jubiläumsfeier verschieben. Dafür schallt am Samstag das TuS-Lied durch das Dorf.

Herscheid – Am kommenden Wochenende feiert der TuS Herscheid sein 125-jähriges Bestehen. Normalerweise ist dieses Jubelalter mit offiziellen Empfängen und einem großen Fest verbunden, doch in Zeiten der Corona-Pandemie mussten die TuS-Verantwortlichen das große Jubiläum absagen.

Damit das Jubiläumsjahr aber nicht ganz ungehört bleibt, haben sich die TuSler etwas Besonderes einfallen lassen. Am Samstagabend um 21 Uhr wird mit dem letzten Glockenschlag das TuS-Lied – komponiert von der echten Herscheider Ikone Karl-Ernst „Motz“ Bauckhage – vom Sportplatz aus die Herscheider Gemeinde beschallen. „Mitsingen ist unbedingt erwünscht“, freut sich Jugendleiter Dirk Fortkamp auf das Jubiläumsständchen.

Schon in den Vorbereitungen auf dieses Jubiläum musste der TuS, der 1895 am 23. Mai von sieben Mitgliedern gegründet wurde, Abstriche machen, denn die große Open-Air-Party mit Festzelt, die man auf den Dorfwiesen aufziehen wollte, hätte gemäß den Emissionsschutzauflagen nur bis 23 Uhr dauern dürfen. Dies war den Herscheider Fußballern aber für eine zünftige Party zu kurz. Also mietete man die Sporthalle Grünenthal an.

Der Fußball, für den der TuS Herscheid heute steht, ist erst in der 1930er Jahren in den Vereinsbetrieb mit aufgenommen worden. Ursprünglich war der TuS als traditioneller Turnverein gegründet worden. „Die Vereinsmitglieder haben damals schon sehr früh an Deutschen Turnfesten teilgenommen, wusste Karsten Schöttler, Vorsitzender des TuS, aus den Archivaufzeichnungen zu berichten. Zu den sieben Gründungsmitgliedern 1895 zählte übrigens auch der Großvater von „Motz“ Bauckhage.

Coronavirus macht Jubiläumsfeier unmöglich

Der Fußball machte sich im 20. Jahrhundert in der Gemeinde Herscheid breit. Der erste Sportplatz befand sich noch An der Helle im oberen Bereich Herscheids, ehe später der Sportplatz Müggenbruch gebaut wurde. Bis heute ist der Müggenbruch die Heimat des TuS, der seit 2012 über einen Kunstrasenplatz verfügt.

Daran hat vor allem Gerd Haas, Vorsitzender des extra dafür gegründeten Fördervereins „Pro Kunstrasen“, einen großen Anteil. Denn durch den Einsatz des Fördervereins konnte der vorgesehene Eigenanteil dank zahlreicher Sponsoren und Spendern erzielt werden.

Neben dem Gaupokal-Viertelfinale 1956 war der Aufstieg in die Bezirksliga 1990 der größte Erfolg der Kicker aus der Ebbegemeinde. Der traditionelle Turnsport wurde schon vor vielen Jahren eingestellt.

Die heute rund 360 Vereinsmitglieder verteilen sich auf Mannschaften von den Minikickern bis zu den Altherren. Stolz sind die TuS-Verantwortlichen darauf, eine Mannschaft in allen Jugendklassen stellen zu können, wenngleich teilweise als Spielgemeinschaft. Dazu gibt es ein Mädchenteam, eine Altherren-Mannschaft, zwei Seniorenmannschaften und ab der kommenden Saison auch eine Damenmannschaft. Das ist im heimischen Fußballkreis schon sehr selten.

Nicht nur für die Mitglieder, auch für die Herscheider Bürger tut es daher den Fest-Organisatoren unendlich leid, die Jubiläumsfeier absagen zu müssen. „Aber wir versprechen, dass sie, vermutlich im kommenden Jahr, nachgeholt wird“, verspricht Schöttler.

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