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Funino: Was es mit der neuen Fußball-Spielform auf sich hat

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Von: Nina Scholle

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Der TuS Herscheid beteiligt sich mit einem Funino-Angebot an den „Sport im Park“-Wochen. Auch an den nächsten beiden Samstagen kann in Herscheid noch gekickt werden.
Der TuS Herscheid beteiligt sich mit einem Funino-Angebot an den „Sport im Park“-Wochen. Auch an den nächsten beiden Samstagen kann in Herscheid noch gekickt werden. © Scholle

Die erste Woche von „Sport im Park“ ist vorbei. Zum Abschluss richtete sich das Angebot am Samstagvormittag an die jüngsten Herscheider: Funino – so das Angebot des TuS Herscheid, der in diesem Jahr erstmalig bei „Sport im Park“ teilnimmt – richtete sich an Kinder zwischen vier und sieben Jahren. Doch was genau ist Funino eigentlich?

Herscheid – Funino ist eine neue Form des Fußballspielens, die speziell im Jugendbereich (G- bis F-Jugend) angewendet wird. Gespielt wird Drei gegen Drei. Nach sieben Minuten werden beide Teams komplett ausgetauscht und zwei neue Dreier-Teams sind an der Reihe. Insgesamt gibt es sieben Durchgänge.

Das Schöne an diesem Modus sei, so erklärte es Thorben Seidler vom TuS Herscheid, „dass kein Kind benachteiligt wird und alle Kinder nahezu die gleiche Spielzeit bekommen“. Eine weitere Besonderheit: es wird auf insgesamt vier kleine Tore gespielt. Zudem gibt es keine festen Positionen, nicht einmal einen Torwart. „Jeder darf alles“ heißt es dazu im „Sport im Park“-Infoflyer. Für Seidler ein Vorteil, denn: „Die Kinder können das machen, was sie am besten können in dem Alter. Nämlich einfach dribbeln und spielen.“

„Das Spielen mit dem Ball am Fuß und das Erzielen von Toren sind die zentralen Gründe, warum so viele Kinder und Jugendliche Spaß am Fußball haben“, begründet der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die neue Spielform. Allen Kindern auf dem Platz solle so häufig wie möglich die Chance gegeben werden, den Ball selbst am Fuß zu haben, Aktionen zu haben, Tore zu erzielen und somit persönliche Erfolgserlebnisse zu bekommen. „Hier steht die Qualität nicht im Vordergrund“, erläuterte Seidler. „Jeder hat die Möglichkeit, ein Tor zu schießen, egal, ob gut oder schlecht. Man muss nur einfach richtig stehen.“

Während das Konzept in Bayern bereits seit einigen Jahren erfolgreich praktiziert wird, wird es in der hiesigen Region erst ab der Saison 2022/23 zur verpflichtenden Spielform bei den Kleinsten.

Zum Auftakt kamen nur relativ wenige Teilnehmer, die aber mächtig Spaß an dem Angebot hatten.
Zum Auftakt kamen nur relativ wenige Teilnehmer, die aber mächtig Spaß an dem Angebot hatten. © Scholle

Obwohl Funino viel Spaß und Action verspricht, zog es am Samstagvormittag nur relativ wenige Besucher in die Dorfwiesen. „Wahrscheinlich hatten es nicht so viele auf dem Plan“, versuchte sich Seidler an einer Erklärung. Andererseits gab es auch welche, so Seidler, die „kamen schon schnurstracks auf uns zu“. Ein junger Mann erzählte, er habe eigentlich nur einkaufen gehen wollen, „aber dann sind die Kinder hier hängen geblieben, als sie die Bälle gesehen haben“.

Letztendlich wurde zwar nicht nach der Funino-Spielform gespielt, dafür aber munter drauflos gekickt. Jungs wie Mädchen hatten sichtlich Freude beim Passen, Dribbeln und Tore schießen. Auch noch sehr junge Kinder – der Jüngste war gerade mal zwei Jahre alt – hatten so die Möglichkeit, erste Erfahrungen im Umgang mit dem runden Leder zu sammeln. „Hauptsache, jeder hatte einen Ball“, beschrieb Seidler die Situation.

Für ihn und seinen TuS-Kollegen Holger Stenzel war es dennoch ein guter Vormittag: „Spaß hatten die Kinder auf jeden Fall!“ Seidler und Stenzel nutzten derweil die Gelegenheit, um mit den Eltern ins Gespräch zu kommen und sie über die neue Spielform aufzuklären. Für die kommenden beiden Samstage, 30. Juli und 6. August, jeweils zwischen 10 und 11.30 Uhr, hoffen Seidler und Stenzel dennoch auf eine größere Resonanz, wenn der TuS wieder zu seinen „Sport im Park“-Aktionen einlädt. Dann könnte nämlich tatsächlich nach der neuen Funino-Spielform gekickt werden.

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