„Wir können nicht alle Straßen gleichzeitig schwarz halten“

Fünf Wochen Winterdienst am Stück: Bauhof-Team sieht sich trotz Dauereinsatzes auch scharfer Kritik ausgesetzt

Winterdienst aus der Sicht eines Bauhof-Fahrers, der sich
über die Straße An der Helle dem Kreuzungsbereich Lüdenscheider Straße / Räriner Straße nähert.
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Winterdienst aus der Sicht eines Bauhof-Fahrers, der sich über die Straße An der Helle dem Kreuzungsbereich Lüdenscheider Straße / Räriner Straße nähert.

Wenn Thomas Deitmerg Lehrer wäre, dann würde er dem Herscheider Winterdienst als Zwischenzeugnis eine Eins bis Zwei geben. Doch Deitmerg arbeitet nicht an einer Schule, sondern im Bauhof. Dort ist der Vorarbeiter unter anderem für die Organisation des Winterdienstes zuständig und hatte, genau wie seine Kollegen in den Räumfahrzeugen, in den letzten Wochen alle Hände voll zu tun.

Herscheid - Kurz nach Weihnachten setzte in Herscheid ergiebiges Schneetreiben ein. Seither hat das Bauhof-Team in den vergangenen fünf Wochen permanent Winterdienst geleistet, mit nur drei oder vier Tagen wetterbedingter Unterbrechung.

Das 110 Kilometer lange Straßennetz in der Gemeinde stellte die Mannschaft vor manche Herausforderung. Nicht selten begannen die Schichten um 4 Uhr in der Früh und endeten erst am späten Nachmittag. Besonders intensiv wurde der Dienst bei durchgängigem Schneefall: Dann seien insbesondere die Fahrer der drei großen Räumfahrzeuge nahezu pausenlos unterwegs gewesen. Aber auch die Fahrer der kleinen Trecker (für Gehwege) und die Fußtrupps machten ordentlich Strecke.

Die Ausrüstung sei top und auch die Moral in der zehnköpfigen Truppe sei trotz der anhaltenden Belastung bemerkenswert intakt. Was die Bauhof-Mitarbeiter hingegen betrübt, ist dass längst nicht mehr alle Bürger ihre Arbeit zu schätzen wissen.

Unmutsbekundungen von Bürgern am Straßenrand sowie am Telefon und abwertende Bemerkungen in sozialen Netzwerken seien zwar glücklicherweise die Ausnahmen. Doch der Ton der Kritiker habe in den letzten Jahren deutlich an Schärfe gewonnen, muss Deitmerg feststellen.

Nach intensiven Wochen war das Salzlager auf dem Bauhofgelände zuletzt merklich geleert. Doch dank einer Lieferung Mitte der Woche können wieder alle Einsatzfahrzeuge mit Streugut bestückt werden.

Der Vorarbeiter betont: Natürlich könne sich jeder Bürger melden, wenn es wegen Schnee und Eis Probleme in manchen Bereichen gibt. Zugleich bittet er auch um Verständnis dafür, dass der Bauhof nicht an allen Stellen gleichzeitig sein kann, sondern stets eine Prioritätenliste abarbeitet (zunächst die Hauptstrecken für Bus-, Schul- und Berufsverkehr, danach erst die Nebenstraßen).

In einer Flächengemeinde wie Herscheid seien zeitweise nicht geschobene Straßen nicht zu verhindern: „Wir können nicht alle Straßen gleichzeitig schwarz halten, das ist bei Schneefall einfach unmöglich“, so Thomas Deitmerg.

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