Novum: Herscheids erste Schwimmmeisterin

Freibad-Betrieb ist nach Neueinstellung gesichert

Die personelle Lücke nach dem Abschied von Gunnar Preibusch (rechts) ist geschlossen. Der langjährige Herscheider Schwimmmeister Reiner Wittkamp (links) teilt sich den Dienst am Beckenrand in der neuen Saison mit einer Kollegin.
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Die personelle Lücke nach dem Abschied von Gunnar Preibusch (rechts) ist geschlossen. Der langjährige Herscheider Schwimmmeister Reiner Wittkamp (links) teilt sich den Dienst am Beckenrand in der neuen Saison mit einer Kollegin.

Erfreuliche Nachricht zum Wochenende: Der Gemeinde ist es nach monatelanger Suche gelungen, eine wichtige personelle Lücke im Freibad zu schließen. Dessen Betrieb ist somit in dieser Saison sichergestellt.

Herscheid - „Die neue Mitarbeiterin hat sich das Bad bereits bei einem Rundgang mit ihrem neuen Kollegen Reiner Wittkamp angeschaut“, verriet Uwe Schmalenbach im Gespräch mit der Heimatzeitung. Eine Mitarbeiterin also? Bei der Nachfrage gerät der Bürgermeister kurzzeitig ins Straucheln, zu viele Details wollte er zum jetzigen Zeitpunkt ursprünglich noch nicht verraten. Doch dann bestätigt er: Ja, ab diesem Sommer wird neben dem bereits erwähnten Reiner Wittkamp eine Frau das Sagen haben im Freibad. Das ist ein Novum in der über 80-jährigen Geschichte des hiesigen Bades.

Lange Zeit war diese Stelle vakant. Gunnar Preibusch hatte zum Ende der letzten Saison durchaus überraschend nach nur einjähriger Tätigkeit seinen Dienst in Herscheid quittiert. Umgehend begann im Herbst die Suche nach einem Nachfolger – und die gestaltete sich kompliziert. In einer bundesweit verbreiteten Infobroschüre für Schwimmmeister warb Herscheid für die Stelle im Familienbad, doch lange Zeit meldete sich nicht der passende Bewerber. Ein Freibadbetrieb mit nur einem verbliebenen Schwimmmeister – undenkbar!

Ein glücklicher Zufall brachte die erhoffte Lösung: Ein Mitarbeiter aus dem Lüdenscheider Nattenbergbad wurde auf die Ausschreibung aufmerksam und erinnerte sich an eine Kollegin aus dem Münsterland, die er von der gemeinsamen Meisterschule kennt und die eine neue Herausforderung sucht. Er kontaktierte sie und berichtete von dem schmucken Freibad in der Ebbegemeinde.

Nach ersten Gesprächen mit der Verwaltung und einem gegenseitigen Kennenlernen herrschte rasch Einigkeit. Weil der jetzige Arbeitgeber den Wechselwunsch der Frau beherzigte, konnte der Arbeitsvertrag in Herscheid unterschrieben werden. Die neue Schwimmmeisterin soll in den kommenden Wochen ins Sauerland ziehen und hier heimisch werden. „Wir hoffen auf eine langfristige Perspektive“, sagt Uwe Schmalenbach, der sich wünscht, dass diese Neubesetzung der Stelle von längerer Dauer ist.

Die Umbauarbeiten des Schwimmerbeckens hängen dem Zeitplan hinterher. Aufgrund der Witterung (erneuter Wintereinbruch in der Vorwoche) und Corona (krankheitsbedingte Ausfälle in Reihen der beauftragten Baufirmen) ist die angepeilte Fertigstellung Ende April nicht möglich.

Die Personalsuche sei mit dieser Einstellung indes nicht abgeschlossen: Für das Freibad sind ab sofort nicht mehr zwei, sondern zweieinhalb Stellen vorgesehen. Damit trägt die Verwaltung nicht nur den gewachsenen Anforderungen Rechnung, die mit der Modernisierung des Bades einhergehen, sondern sie berücksichtigt auch die veränderten Lebensumstände der Mitarbeiter. Eine durchgehende Arbeitstätigkeit von Anfang Mai bis September ohne Urlaubstage im Sommer – die Bereitschaft für ein solches Arbeitspensum schrecke viele potenzielle Bewerber ab, weiß Herscheids Bürgermeister.

Ein Problem gelöst, zwei bestehen noch: Saisoneröffnung verschiebt sich

Wann die neue Herscheider Schwimmsaison beginnen kann, steht noch in den Sternen. Der Bürgermeister spricht von drei wesentlichen Problemen: Das erste, die Neueinstellung eines Schwimmmeisters, sei gelöst. Das zweite, der Neubau des Schwimmerbeckens, habe sich durch den niederschlagsreichen Frühling und die Winterrückkehr in der Vorwoche verschärft. Die Arbeiten seien zeitlich in Verzug; der ursprünglich für Ende April geplante Testlauf müsse verschoben werden. „Wir brauchen den Mai sicherlich noch zum Bauen“, erklärt Uwe Schmalenbach. Für zusätzliche Unsicherheit sorge die Corona-Pandemie: In Reihen der beauftragten Firmen seien zuletzt Mitarbeiter durch Infizierungen oder als Kontaktpersonen ausgefallen. Ohnehin sei nicht absehbar, wann die Sicherheitsvorgaben so weit gelockert werden, dass eine Freibadöffnung möglich ist und in welcher Form der Betrieb erfolgen kann (Problem 3). Der Bürgermeister hofft auf den Juni und geht davon aus, dass bis dahin auch die Umbauarbeiten abgeschlossen sind. Vorsichtshalber werde die Gemeinde daher zum jetzigen Zeitpunkt keine Gebühren für Dauerkarten einziehen. Diese können Besitzer nach Saisonbeginn an der Freibadkasse bezahlen oder aber auf eine andere Ticketart (zum Beispiel Jahreskarte) ausweichen.

Durch eine zusätzliche halbe Stelle sollen nicht nur die Mitarbeiter bei ihrer Diensteinteilung mehr Flexibilität erhalten, auch eine Reduzierung der Öffnungszeiten soll damit vermieden werden. Bei der weiteren Suche bestehe kein akuter Handlungsdrang: Für die bevorstehende Saison 2021 – die wegen der Corona-Pandemie vermutlich kürzer ausfallen dürfte – sei man mit zwei Vollzeitkräften gut aufgestellt, betonte der Bürgermeister, wie wichtig die Neueinstellung ist.

Langfristig sei Unterstützung aus den geschilderten Gründen aber notwendig und wünschenswert. Auch für den Kassenbereich suche die Gemeinde noch Personal. „Aber zunächst sind wir glücklich, die vakante Stelle neu besetzen zu können“, betont Schmalenbach. Mit dem näherrückenden Frühjahr sei er zuletzt mehrmals in der Woche von den Bürgern auf die Situation im Freibad angesprochen worden. „Jetzt können wir endlich grünes Licht geben.“

Darum war die Gemeinde so lange auf der Suche nach einem neuen Mitarbeiter für ihr Freibad.

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