Besondere Badesaison durch Corona

Freibad Herscheid geht in die Winterpause - so fällt das Fazit der Besucher aus

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Viel Lob für die Gemeinde und das erstellte Sicherheitskonzept – das gab es von den Frühschwimmerinnen.

Eine außergewöhnliche Herscheider Freibad-Saison ist zu Ende: Es gab einen verspäteten Start, Besucher-Beschränkungen und Maskenpflicht. Dazu kamen das Schwimmen im Kreis, Einbahnverkehr, Kontaktformulare und der Schichtbetrieb – die Saison 2020 wird vielen Besuchern in Erinnerung bleiben.

Herscheid – „Unser Hygienekonzept ist aufgegangen“, zog Schwimmmeister Rainer Wittkamp am letzten Öffnungstag am vergangenen Sonntag eine positive Bilanz. Mindestens 90 Prozent der Gäste hätten sich an alle Vorgaben gehalten. Es gab nur wenige Probleme: Mal wurde keine Maske in der Kabine aufgesetzt oder es fehlten die Abstände auf der Liegewiese. „Aber das kam selten vor. Die meisten waren immer freundlich und hatten Verständnis für die neuen Regeln“, blickte Wittkamp zufrieden zurück.

Ein bisschen Kritik habe es nur während der großen Hitze im August gegeben, als sich vor dem Freibad lange Schlangen bildeten und es aufgrund der Besucherbeschränkungen zu Wartezeiten von bis zu einer Stunde kam. Dabei blieb jedoch alles unter Kontrolle, wie Rainer Wittkamp betonte: „Dass das Bad wegen Überfüllung geschlossen wurde, habe ich in meinen ganzen 33 Berufsjahren auch noch nie erlebt.“

Für ihn und seinen scheidenden Kollegen Gunnar Preibusch war mit dem Hygienekonzept mehr Arbeit als zuvor verbunden. Das permanente Desinfizieren und Säubern der gesamten Anlage habe viel Zeit gekostet. Doch die beiden sind sich einig: Der hohe Aufwand hat sich gelohnt. Und mit dem Konzept könnte es im neuen Jahr problemlos weitergehen.

„Wir müssen der Gemeinde ein großes Lob aussprechen. Das Herscheider Freibad hat als erstes im Märkischen Kreis aufgemacht“, zeigte sich die Damengruppe der Frühschwimmer auch am letzten Öffnungstag noch begeistert. Für sie ging es seit Ende Mai regelmäßig morgens um kurz nach 6 Uhr ins Wasser.

Auch ohne Sommerhitze: Sie ließen sich die letzte Gelegenheit für einen Freibad-Besuch 2020 nicht entgehen.

Besucher loben Betrieb in Corona-Zeiten

Als der Saisonbeginn coronabedingt zunächst verschoben werden musste, hatte man schon die Sorge, in diesem Jahr ganz auf das liebgewonnene Freibad verzichten zu müssen. Umso größer war dann die Freude über die Nachricht der Gemeinde, dass ab Pfingsten wieder geschwommen werden durfte. Am Anfang hätte nur der Verzicht auf das Duschen gestört. Angst, sich vor Ort mit dem Coronavirus anzustecken, habe man nicht gehabt, stellten die Frühschwimmerinnen klar: „Wir fühlten uns sicher. Und Chlorwasser soll das Virus ja auch in Schach halten.“

Einstimmig lobten sie die Tatsache, trotz Corona überhaupt im Freibad gewesen sein zu können. Dass die Saison jetzt schon wieder vorbei ist, bedauerte Gitta Tönnes aus Lüdenscheid: „In der neuen Woche soll es ja noch einmal warm werden. Schade, dass es keine Verlängerung gab.“ Sie gehört zu den Stammgästen, die auch in Corona-Zeiten vor allem die gemütliche und familiäre Atmosphäre in Herscheid genossen.

In solch einem Umfeld lässt es sich auch gerne arbeiten, wie nicht nur die beiden Schwimmmeister wissen: „Ich bin dieses Jahr neu dazu gekommen und wurde schnell super aufgenommen“, bestätigte Solveig Kannert, Teilzeitkraft im Kassenteam, die sich ebenso wehmütig über das Saisonende äußerte.

Bevor endgültig Schluss war, verabschiedete sich am Sonntagabend dann Gunnar Preibusch vor seiner Rückkehr nach Norddeutschland von einigen treuen Stammbesuchern und dem ganzen Freibad-Personal, das sich nun in den nächsten Wochen auf die Umbauarbeiten des Schwimmerbeckens konzentrieren kann.

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