Fördermittel für Sanierung der Apostelkirche

Deutscher Bundestag bewilligt mehr als eine halbe Million Euro für Herscheider Wahrzeichen

Für die Sanierungsarbeiten in der Apostelkirche wird es Fördermittel des Bundes in Höhe
von 548 114 Euro Euro geben.
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Für die Sanierungsarbeiten in der Apostelkirche wird es Fördermittel des Bundes in Höhe von 548 114 Euro Euro geben.

Einen sprachlosen Bodo Meier erlebt man äußerst selten. Am Mittwochnachmittag verschlug es dem wortgewandten Evangelischen Gemeindepfarrer allerdings kurzzeitig die Sprache – und der Grund war ein überaus erfreulicher. Denn die so dringend notwendige Sanierung der Apostelkirche ist dank einer Bundesförderung in trockenen Tüchern.

Herscheid - Die stolze Summe von 548 114 Euro ist im Denkmalschutz-Sonderprogramm für das Herscheider Wahrzeichen vorgesehen, diesen Entschluss hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages gefasst. „Damit steht unser Finanzierungsplan“, betonte Bodo Meier, der, wenige Minuten nachdem Superintendent Christof Grote die frohe Bereitschaft überbracht hatte, seine Freude in Worte fassen konnte.

Die Bedeutung der Apostelkirche ist nicht nur für die Evangelische Kirchengemeinde immens: Aufgrund ihrer Lage mitten im Ortskern, ihrer jahrhundertelangen Geschichte und ihres markanten, ortsbildprägenden Äußeren ist sie nicht nur jedem Herscheider ein Begriff; weit über die Gemeindegrenze hinaus ist das Gotteshaus bekannt. Daher bemüht sich die Kirchengemeinde schon seit mehr als fünf Jahren um eine umfangreiche Sanierung. „Wände schwarz, Heizung kaputt“, so lautete die anfängliche Einschätzung. Nach Gutachten, Untersuchungen und unzähligen Gesprächen ist inzwischen ein Plan entwickelt worden, was in der Kirche geändert werden muss.

Der Konjunktiv entfällt

Schnell wurde klar: In all diesen Überlegungen tauchte bislang das Wort „wenn“ auf – denn nur bei einer Förderung kann die Kirchengemeinde dieses Projekt tatsächlich stimmen. „Dieser Konjunktiv entfällt nun“, sagt Bodo Meier und ergänzt: „Wir können das jetzt wirklich machen.“

Da traf es sich hervorragend, dass die Öffentlichkeitsgruppe der Kirchengemeinde just am Mittwochabend zusammenkam. Dessen Mitglieder kümmern sich um entsprechendes Informationsmaterial. „Ohne die Herscheider wird es nicht gehen“, sagt Bodo Meier. Will meinen: Mit Eigenmitteln und Förderung kann nur ein Teil der Gesamtkosten aufgebracht werden, die im siebenstelligen Euro-Bereich liegen. Auf Spenden ist die Kirchengemeinde dringend angewiesen – doch angesichts der engagierten Gemeindeglieder ist der Pfarrer überzeugt davon, dass diese finanzielle Hürde gemeinsam gemeistert werden kann.

Das sind die größten Baustellen

Von zentraler Bedeutung bei der Sanierung der Apostelkirche ist die Luft. Damit diese für alle Besucher angenehm temperiert werden kann, bedarf es einer neuen Heizungsanlage, wobei erneut eine Fußbodenheizung eingebaut werden soll. Damit allein würde das Problem der schwarzen Wände allerdings nicht gelöst: Daher soll eine Teil-Klimaanlage dafür sorgen, dass Schmutzpartikel nicht länger an den Wänden haften bleiben. Apropos: Die verschmutzten Wände sollen gereinigt werden und in neuem Weiß erstrahlen. Große Teile des Inventars sollen ebenfalls gesäubert und – falls befallen – von Schimmel befreit sowie restauriert werden. Zudem soll in Technik investiert werden: So sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, in der Kirche moderne Medien einsetzen zu können, und eine neue Lichtanlage wird installiert. Nicht zuletzt soll die Apostelkirche einen neuen Boden erhalten und der Innenraum wird umgestaltet; vorgesehen sind unter anderem die Teilbestuhlung und die Schaffung einer neuen Seitenkapelle. Der Zeitplan sieht einen Baubeginn für Frühjahr 2022 vor; die Sanierung werde mindestens ein Jahr dauern.

Wie sollen diese Spenden gesammelt werden? Wie sehen die Sanierungsmaßnahmen im Detail aus? Wie lange wird die Kirche wegen der Arbeiten nicht nutzbar sein? Diese und viele weitere Fragen will die Kirchengemeinde bei einem Infotag im Herbst erläutern, um die Kirchengemeinde weiter aktiv mit in den Prozess einzubeziehen. Nach Vollendung der Pläne soll der Startschuss für die Kirchensanierung nach Möglichkeit im nächsten Frühjahr fallen. 

Präsenzgottesdienst

Bis dahin sollen in der Apostelkirche noch möglichst viele Gottesdienste gefeiert werden. Wie Pfarrer Bodo Meier am Mittwoch erklärte, sollen ab dem 6. Juni wieder Präsenzangebote ermöglicht werden – natürlich unter Einhaltung eines Hygienekonzeptes. Auch diese Mitteilung dürfte für große Freude in der Kirchengemeinde sorgen.

Reaktionen aus der Politik

„Die vielen intensiven Gespräche in den vergangenen Wochen haben sich gelohnt“, meint Nezahat Baradari. Die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete hatte sich im März ein Bild vom Zustand der Apostelkirche gemacht. „Ich begrüße es sehr, dass die dringend notwendigen Sanierungsmaßnahmen nun durch Bundesmittel gefördert werden. Ich bin mir ganz sicher, dass nach dem Abschluss der Bauarbeiten im Juni 2023 die Kirche im neuen Glanze erstrahlen wird“, freut sich Nezahat Baradari. Sie gibt an, dass die Förderung etwa 40 Prozent der Gesamtausgaben der Bauarbeiten ausmache; insgesamt belaufen sich ihren Angaben zufolge die Kosten auf rund 1,3 Millionen Euro. Auch Dr. Matthias Heider hatte sich frühzeitig für die Sanierung eingesetzt. Der CDU-Bundestagsabgeordnete sagt: „Man kann es nicht anders sagen: Die Gemeinde Herscheid hat mal wieder einen Volltreffer gelandet!“ Damit erinnert er an die in den letzten Jahren geflossenen Bundesfördermittel in Höhe von mehreren Millionen für die Freibadsanierung, ein Feuerwehrfahrzeug, die Flüchtlingshilfe und weitere Förderposten. Bezüglich der Apostelkirchensanierung verweist Dr. Heider auf mehrere Expertenuntersuchungen, die „ergaben, dass die baulich bisins elfte Jahrhundert zurückdatierbare Apostelkirche dringend sanierungsbedürftig sei. Jetzt sind die Sanierungsmaßnahmen finanziell so abgesichert, dass sie ab dem nächsten Frühjahr wie geplant umgesetzt werden können.“

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