Desinfektion und Stimmgewalt

Erstes Herscheider Rudelsingen unter dem Eindruck des Coronavirus

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Die Herscheider zeigten sich trotz des grassierenden Coronavirus stimmgewaltig.

Herscheid – Das Coronavirus schafft neue Realitäten: Selbst Veranstaltungen, die nicht abgesagt wurden, waren von der Pandemie beeinflusst. Und dennoch zeigten sich die Herscheider beim ersten Rudelsingen im Bürgersaal stimmgewaltig – zwischen Desinfektionsmittel-Spendern und offenen Fenstern.

Am Coronavirus kam am Donnerstag niemand vorbei. Nicht die Gäste, die an allen Türen Desinfektionsmittel fanden. Nicht Organisator Frank Holthaus, der in den Pausen die Fenster aufriss, um frische Luft in den Bürgersaal zu lassen. Und auch nicht Vorsinger Jörg Siewert, der die Situation mehrfach ansprach und sich über das dann doch recht große Publikum freute. 

Zusammen mit Keyboarder Steffen Walter stieg Siewert in einen schwungvollen Abend ein, bei dem ausnahmslos jeder im Publikum mitgesungen hat. „Ihr seid zum Singen hier“, machte er klar. „Und wir begleiten Euch dabei.“ Ganz wichtig: „Hier sind zwar Stühle, aber im Stehen geht das Singen besser.“ 

Prompt erhoben sich alle von den Plätzen. Dass die beiden bei den Gästen gut ankamen, wurde dann gleich beim ersten Titel deutlich („Music“ von John Miles). Es folgten „Country Roads“, „99 Luftballons“ und „Ich war noch niemals in New York“ – durchaus auch in Anspielung auf das von den USA ausgesprochene Einreiseverbot für Europäer. Die Texte wurden dabei an eine Leinwand geworfen.

Einige Gäste hielten durchaus etwas mehr Abstand zum Nebenmann, andere ließen es sich dennoch nicht nehmen, mit Freunden zu schunkeln. 

Vorsinger Jörg Siewert gab im Bürgersaal den Ton an.

Fünf Jahre sind die beiden schon mit dem Rudelsingen unterwegs; am Donnerstag wagten sie sich zum ersten Mal ins Sauerland. Neben dem Singen würde man ganz nebenbei auch noch etwas lernen. „Man sieht den Text auf der Leinwand und weiß hinterher, worum es in dem Lied überhaupt geht“, so Siewert. Im Grunde sei das Fortbildung. „Die Tickets können Sie von der Steuer absetzen.“ 

Drei Runden mit je acht Liedern gab es. Geht es nach den Gästen, war das nicht das letzte Rudelsingen in Herscheid. Die Familien Schmetzke, Trinkaus und Kalbert waren sich einig: „Das macht richtig Spaß.“ Jeden Monat könnte es die Veranstaltung geben, sagten sie. „Das Rudelsingen gefällt mir sehr gut“, meinte auch Heiderose Bühner, die mit mehreren Freundinnen gekommen war. 

Wegen der immer angespannteren Virus-Situation waren deutlich weniger Gäste gekommen, als sich im Vorfeld Tickets gekauft hatten. „Damit haben wir schon gerechnet“, so Holthaus, der immerhin eine gute Nachricht für alle hatte, die zuhause geblieben sind. 

Ungenutzte Tickets für das Rudelsingen können als Gutschein für andere Veranstaltungen der Gemeinde genutzt werden. Als Beispiel nannte er das Konzert „Route 45 meets Brian Berry & The Beatkings“, das am Samstag, 15. August, im Lokschuppen stattfinden soll. Wichtig: Die Einlösung der Rudelsingen-Tickets ist ausschließlich im Bürgerbüro möglich.

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