Das ist neu in Herscheid: erster Fahrradschlauchautomat

Corona-Pandemie befeuert den Radfahrboom

Neue Attraktion auf der Gasmert: Jana Dopatka und Julian Becker haben den ersten Herscheider Fahrradschlauchautomat aufgestellt. Der Tourismusbeauftragte Frank Holthaus (rechts)  freut sich, dass eine viel befahrene Radstrecke damit aufgewertet wird.
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Neue Attraktion auf der Gasmert: Jana Dopatka und Julian Becker haben den ersten Herscheider Fahrradschlauchautomat aufgestellt. Der Tourismusbeauftragte Frank Holthaus (rechts) freut sich, dass eine viel befahrene Radstrecke damit aufgewertet wird.

Einen schlechteren Zeitpunkt für den Schritt in die Selbstständigkeit hätte Julian Becker wohl kaum wählen können: Zum 1. Januar 2020 übernahm der Herscheider das Radsportgeschäft Schneider in Neunkirchen. Kurz darauf brach die Corona-Pandemie aus und stellte (nicht nur) die Fahrradwelt auf den Kopf.

Herscheid - Von jetzt auf gleich musste Becker sein Geschäft im Siegerland, in dem normalerweise sieben Mitarbeiter tätig sind, vorübergehend schließen. Parallel stieg das Interesse am Fahrradfahren in der Bevölkerung wie nie zuvor. Immer mehr Menschen wollen die heimische Region auf zwei Rädern erfahren, auch der Leasing-Bereich (zum Beispiel Job-Bikes) zog stark an. Julian Becker spricht von einem „Boom in der gesamten Radbranche“.

Dieser zog sich durch das gesamte letzte Jahr bis heute: Nach der Wiedereröffnung seines Ladens (nach dem ersten Lockdown) war dieser Mitte 2020 ausverkauft. Damals habe er eine Liste mit Vorbestellungen angefertigt, um den Kunden zumindest Aussichten auf eine baldige Lieferung machen zu können. Doch erneut sollte Corona mitmischen.

Nicht nur die erneute Ladenschließung Mitte Dezember bis zum heutigen Tag bereitet dem Geschäftsführer Sorgen. Aufgrund von Verzögerungen in der Lieferkette (ebenfalls bedingt durch die Pandemie) wurde Julian Becker vor Kurzem mitgeteilt, dass die bestellten Räder erst in der zweiten Jahreshälfte lieferbereit sind.

Getreu der Devise „Augen zu und durch“ widmet sich Becker nun dem, was noch möglich ist: Der Werkstattbetrieb läuft weiter, zudem bereitet er den Aufbau eines Onlineshops vor. Er hofft, dass bei den geplanten Lockerungen ein sanfter Einstieg ins Fahrradgeschäft möglich ist. Vor dem Hintergrund eines möglichen Ansturms würde er die Einführung des Modells „Click and meet“ begrüßen, bei dem Einkaufsbesuche nach Terminvereinbarung ermöglicht werden.

Bereits jetzt gibt es an Beckers Geschäft in Neunkirchen eine letzte, verbliebene Verkaufsmöglichkeit: über einen vor dem Geschäft aufgestellten Fahrradschlauch-Automaten. Und der wurde derart gut angenommen, dass Becker nun auch in seiner Heimatgemeinde Herscheid einen solchen Automaten hat aufstellen lassen.

Dieser steht in Gasmert, vor der gemeinsamen Wohnung mit Lebensgefährtin Jana Dopatka. Ein guter Standort: „Bei gutem Wetter kommen hier etliche Radfahrer von Herscheid auf dem Weg zur Versetalsperre oder umgekehrt vorbei“, erzählt Jana Dopatka.

Ein Blick in das Innere des Automaten, der früher zum Verkauf von Zigaretten genutzt wurde.

Der Automat bietet eine Vielzahl an Schläuchen aller gängigen Räder wie Rennräder oder Mountainbikes in unterschiedlichen Größen (von 26 bis 29 Zoll) zum Preis von je acht Euro. Der umgerüstete ehemalige Zigarettenautomat ist verziert mit einem beleuchtbaren Vogelhäuschen. Außerdem ergänzt eine Toolbox mit Luftpumpe und anderem Werkzeug diesen auffälligen Automaten.

Auch Herscheids Touristikbeauftragter Frank Holthaus ist auf diese Neuerung aufmerksam geworden. Im Bemühen, die Region Herscheid für Radfahrer attraktiv zu machen, sei diese ein Gewinn, sagt Frank Holthaus. Zumal der Automat direkt an einer Strecke liege, die im Projekt „Radeln nach Zahlen“ integriert ist: auf einer Karte liegt dieser in unmittelbarer Nähe zum Knotenpunkt 13, an dem beispielsweise die Zwei-TälerTour verläuft.

Entsprechendes Kartenmaterial zu „Radeln nach Zahlen“ ist im Rathaus-Eingangsbereich zu finden. Aus den Steckfächern direkt hinter der Schiebetür können diese und weitere Karten kostenlos und ohne persönlichen Kontakt zu den Mitarbeitern des Bürgerbüros mitgenommen werden. 

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