Umbau für Bildungszentrum beginnt

Entrümpelung mit Wehmut: Die Hauptschule verschwindet

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Impressionen aus der leerstehenden Schule: Nach und nach werden die letzten Erinnerungsstück entfernt.

Herscheid – Die Tage der Rahlenbergschule sind endgültig gezählt: Die Mitarbeiter des Bauhofs haben damit begonnen, die Unterrichts- und Büroräume zu entrümpeln. Der alte Hauptschultrakt wird vorbereitet für den Umbau zum Bildungszentrum.

Viele Klassenräume sind bereits entkernt: Stühle, Tische und Tafeln sind dort nicht mehr zu finden, lediglich die großen Fensterfronten lassen erahnen, dass hier einst fleißig gepaukt wurde. Teilweise noch möbliert ist der alte naturwissenschaftliche Trakt. Dort sind Leitungen und Kabelstränge freigelegt, als Vorgriff auf die Demontage eines Arbeitstisches. Zwei Gläser, in denen Schlangen in Alkohol konserviert sind, zeugen vom ehemaligen Schulbetrieb. 

Auf dem Flur erinnern ausgediente Motoren und die Berichte über die erfolgreiche Teilnahme an Börsenspielen an die vielfältige Tätigkeit von Schülern und Lehrern. Die Urkunde von einem Innovationsprojekt zur Berufsorientierung wirkt angesichts der Überschrift „Zukunft fördern“ derzeit fehl am Platz. 

Ein letzter Bilder-Rundgang durch die Hauptschule 

Noch widersprüchlicher wirkt die Szenerie im Lehrerzimmer: Dort, wo viele Jahre lang die Lehrer zusammenkamen, herrscht seit der Schließung im Sommer 2014 Tristesse. Für Farbtupfer sorgen die ausgehängten Pläne mit Skizzen des zukünftigen Bildungszentrums. 

Schräg gegenüber sind zwei Klassenräume hingegen voller denn je. Dort hat die Gemeinde ein Möbellager eingerichtet. Schränke, Betten und andere Einrichtungsgegenstände für die Flüchtlingsunterkünfte sind dort gelagert. Prall gefüllt ist auch der große Container, der oberhalb des Schulgebäudes auf dem Parkplatz neben der Turnhalle aufgestellt worden ist. Darin lagert allerlei Schutt und nicht mehr brauchbares Inventar. 

Doch längst nicht alles wandert auf den Müll. Nach der Schließung habe es mehrere Besichtigungen gegeben, erzählt Sabine Plate-Ernst, Fachbereichsleiterin im Rathaus. Brauchbares Material ging an die Plettenberger Zeppelinschule. Aber auch die Herscheider Grundschulen, der Geschichts- und Heimatverein, ehemalige Lehrer und Schüler haben sich umgeschaut. Auch die Gemeinde sicherte sich Mobiliar. 

Doch für alte Landkarten, Schulbücher oder Dia-Projektoren gibt es keine Verwendung mehr. „Das tut mir schon wirklich leid“, betont Sabine Plate-Ernst, dass allen Beteiligten das Entrümpeln schwerfalle. Viele Dinge, die einst modern waren, sind für den heutigen Schulbetrieb aber nicht mehr verwendbar. 

Doch die Zeit drängt: Parallel zur Fertigstellung der neuen Aula sind die ersten Aufträge für den zweiten Bauabschnitt des Bildungszentrums bereits in Auftrag gegeben worden. Dieser beinhaltet die Renovierung der Hauptschule: In einem ersten Schritt sollen in Teilbereichen Deckenverkleidungen, Fußböden und Türen entfernt werden. „Zuvor müssen sämtliche Räume jedoch leer sein“, betont Bauamtsleiter Lothar Weber. Er rechnet mit einem Maßnahmenbeginn Ende März, Anfang April. 

Bis dahin muss nach einer Lösung für die Volkshochschule gesucht werden: Diese nutzt einige Räume im Hauptschulbereich für ihre Kurse. Ein Umzug in den zukünftigen VHS-Bereich (im Untergeschoss des Neubaus) könnte zeitlich schwierig werden, weil dort noch nicht alle Arbeiten in Gänze abgeschlossen sind. Daher wird nach Alternativen gesucht. „Unser Ziel ist es, dass alle VHS-Kurse wie geplant stattfinden können“, sagt Weber.

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