Winterpause

Eisdiele Fattorel beendet Saison

Eisdiele Fattorel geht in die Winterpause: Der kleine Henri gönnt sich noch rasch ein Eis.
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Eisdiele Fattorel geht in die Winterpause: Der kleine Henri gönnt sich noch rasch ein Eis.

Sonntag ist die letzte Chance in Herscheid noch ein Eis zu kaufen. Dann geht nämlich die Eisdiele Fattorel in die Winterpause.

Herscheid – Die Tage werden kürzer, das Wetter wird ungemütlicher und bald hört und sieht man die Kraniche wieder, wenn sie in den Süden ziehen. Dies alles sind untrügliche Anzeichen dafür, dass der Herbst beginnt.

Ein weiterer Hinweis auf die bevorstehende Jahreszeit ist die Tatsache, dass die meisten Eisdielenbesitzer in Deutschland in diesen Tagen in die Winterpause gehen. So auch die Familie Fattorel aus Herscheid, die in diesem Jahr, aufgrund der Corona-Pandemie, auf eine ganz besondere Saison zurückblicken kann.

Aus Italien direkt in Quarantäne

Olinda Fattorel erinnert sich noch gut an ihre Rückkehr aus Italien – direkt danach ging es für die Familie zunächst in eine zweiwöchige Quarantäne. Die Zeit konnte genutzt werden, um über die Umsetzung der Hygienevorschriften in der kleinen Eisdiele nachzudenken.

Der überwiegende Teil der Kundschaft zeigte für die Maßnahmen Verständnis. Natürlich gab es auch einige wenige, die nicht verstehen konnten, dass die Sitzbänke nicht wie gewohnt benutzt werden durften und dass in den ersten Wochen Eis nur in Bechern und nicht in Hörnchen verkauft wurde.

Am Sonntag ist der letzte Tag in dieser Saison in der Eisdiele. Rob und Olinda Fattorel tauschen dann die Corona-Hinweis-Schilder gegen das Hinweisschild zur Winterpause.

Auch der Sinn der Maskenpflicht im Ladenlokal wurde hin und wieder angezweifelt. Mit dem Argument: „Wenn ich nur einzeln eintreten darf, dann brauche ich keine Maske.“ Daher wurde ein Schild mit dem Hinweis „Keine Maske – kein Eis!“ aufgehängt. Olinda Fattorel fügt schmunzelnd hinzu, dass diese kurze aber klare Ansage nach wie vor für Belustigung bei den Wartenden sorgt.

Eine echte Herausforderung war für die Eisdielenbetreiber und ihre Angestellten die Möglichkeit, dass die Kunden vorbestellen konnten. „Damit wir uns nicht von jedem Anrufer den Namen merken mussten, haben wir Nummern verteilt“, erklärt die Herscheiderin. Für verwunderte Blicke in der Schlange der Wartenden sorgte häufig, wenn der Besteller ohne zu warten bis zur Tür vorrückte, seine Zahl nannte und sein Eis-Paket direkt in Empfang nahm. „Ganz perfekt war dieses System dann doch nicht“, ergänzt Oli Fattorel lachend.

„Zwischendurch sind uns dabei leider mal Fehler unterlaufen und der Kunde hat sich dann zuhause über ganz andere Eisspezialitäten als gewünscht gewundert.“ Manche haben es dann umgetauscht, andere haben es ganz gelassen hingenommen. Gelassenheit und Geduld ist es dann auch, was die Eisliebhaber in Herscheid auszeichnet denn Fattorels freuen sich, dass ihre Kunden trotz der vielen Einschränkungen immer freundlich und nett geblieben sind.

Ländliche Lage als Standortvorteil

Es war eine sehr ungewöhnliche Zeit, aber trotzdem nicht ganz so schlecht, fasst Olinda Fattorel die Situation zusammen. Sie vermutet, dass das sommerliche Wetter nur ein Faktor für die vielen Kunden war. Sehr wahrscheinlich hat aber auch der ländliche Standort einen Vorteil mit sich gebracht. Während nämlich in den Großstädten die Geschäfte geschlossen blieben, hatte dort kaum jemand Lust auf einen Schaufensterbummel oder Ähnliches.

In Herscheid dagegen waren viel mehr Wanderer, Radfahrer und Motorradfahrer unterwegs, die sich spontan für eine leckere Abkühlung entschieden.

Für Eisliebhaber gibt es am Sonntag in Herscheid die letzte Gelegenheit für original italienisches Eis. Wenn das Eis ausverkauft ist, werden die Schilder mit Hygiene-Hinweisen gegen das Hinweisschild zur Winterpause ausgetauscht. Wenn dann im nächsten Frühjahr die Tage wieder länger werden und die Kraniche aus dem Süden zurückkehren, dann kommt auch Familie Fattorel wieder nach Herscheid zurück und wünscht sich, dass die Saison 2021 wieder ohne Corona-Einschränkungen stattfinden kann.

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