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Wolf im MK: Einzelnes Tier ist unproblematisch – ein Rudel hingegen nicht

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Von: Dirk Grein

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Noch sind keine Wolfsrudel - wie auf unserem Beispielbild aus Thüringen - in den Herscheider Wäldern heimisch geworden.
Noch sind keine Wolfsrudel - wie auf unserem Beispielbild aus Thüringen - in den Herscheider Wäldern heimisch geworden. © Foto: DPA

Dass ein einzelner Wolf durch die heimischen Wälder zieht, das sei aus seiner Sicht nicht dramatisch. Sollte sich jedoch vor Ort ein Rudel bilden, dann sieht Dirk Voss auf sich und seine Landwirte-Kollegen große Probleme zukommen.

Herscheid - Die Wolfssichtung am vergangenen Samstag am Wanderparkplatz auf der Nordhelle beunruhigt den Kreislandwirt daher vorerst nicht. Immerhin habe es in der heimischen Region bereits in jüngster Vergangenheit immer wieder Meldungen von Personen gegeben, die einen Wolf gesehen haben. „Noch bin ich ganz entspannt, aber begeistert bin ich natürlich auch nicht“, sagt Voss.

Schäden auf seinem Hof in Friedlin und auf den umliegenden Weideflächen, verursacht von dem Raubtier, seien bislang nicht aufgetreten. Und auch seine Berufskollegen aus der Gemeinde haben diese noch nicht gemeldet. Langfristig bereite ihm das schwierige und sensible Thema durchaus Kopfzerbrechen, gesteht Voss.

Wolf im MK: Einzelnes Tier ist unproblematisch – ein Rudel hingegen nicht

Es sei politisch erklärter Wille, dass die Nutztiere der Landwirte verstärkt auf die Weide kommen. Eine Vorgabe, die nur schwer mit einer möglichen Ausbreitung von Wölfen zusammenpasst, meint Voss, der neben seinen Milchkühen auch eine kleine Schafherde besitzt und der sich natürlich Sorgen um seine Tiere macht.

Landwirt Dirk Voss sorgt sich um die Gesundheit seiner Tiere.
Landwirt Dirk Voss sorgt sich um die Gesundheit seiner Tiere. © Archivfoto: Veelen, Marie

Wie kann der Wolf von den Nutztieren ferngehalten werden? Meterhohe Einzäunungen oder Herdenschutzhunde? Laut dem Kreislandwirt seien dies keine praktikablen Lösungen. Allein die Vorstellung, sämtliche Weideflächen mit zwei Meter hohen Zäunen einzufassen, sei haarsträubend, ganz abgesehen von den finanziellen Hürden.

Das Problem sei laut Voss, dass der Wolf für einige Naturschützer zu einem Prestigeobjekt geworden sei; mit der Ausbreitung in deutschen Wäldern werde geprahlt. Die Probleme würden jedoch zu selten diskutiert.

Voss stellt klar: Er ist nicht grundsätzlich gegen Wölfe in heimischen Wäldern: „Es kommt auf die Menge an.“ Genau das sei schwierig: Denn natürliche Feinde habe der Wolf nicht. Ein Wachsen der Populationen sei somit zu erwarten. Da Wölfe stets darauf bedacht seien, leichte Beutetiere zu finden, seien Probleme vorprogrammiert.

Exemplarisch nennt Voss den Namen Gloria und die Region Schermbeck, wo ein Rudel Wölfe nachgewiesen wurde, das für dutzende Angriffe auf Nutztiere verantwortlich gemacht werde. Neben Schafen seien dort auch Attacken auf Ponys dokumentiert worden, unter anderem von Wölfin Gloria.

So weit dürfe es vor Ort nicht kommen, warnt Voss, der abermals betont: „Ein durchziehender Wolf dürfte keine Probleme bereiten, ein Rudel hingegen schon.“

Lesen Sie mehr über die Wolfssichtung in Herscheid.

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