Ruine in Friedrichsthal

Eingestürztes Wohnhaus: „Schandfleck“ soll beseitigt werden

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Als „Schandfleck“ bezeichnet Herscheids Bauamtsleiter Lothar Weber das eingestürzte Gebäude in Friedrichsthal.

Herscheid – Ein idyllischer Fluss schlängelt sich am Wald entlang, dazu strahlend blauer Himmel und kaum Wolken – das Landschaftsbild hätte perfekt sein können, doch dann taucht direkt neben der L 561 und dem Ahebach eine nicht zu übersehende, große Bauruine auf: das eingestürzte Wohnhaus in Friedrichsthal.

Vor genau einem Monat ist das seit 2015 unbewohnte Gebäude Sturm und Regen zum Opfer gefallen. Teilweise stürzte es ein. Um eine Gefährdung für das Umfeld auszuschließen und damit insbesondere die Bevölkerung sowie den Straßenverkehr zu schützen, beschlossen die Gemeinde Herscheid und der Märkische Kreis den Rückbau der Immobilie. Die Bauaufsicht griff ein, das Tiefbauunternehmen Dunkel kümmerte sich etwa um die Schäden an der oberen Etage und der hinteren Giebelseite des Wohnhauses.

Es bleibt die Frage, wie es jetzt weitergeht? Seitdem die ersten Aufräumarbeiten noch im Februar abgeschlossen wurden, herrscht Stillstand auf der Baustelle. Vor Ort ist ein mehrere Meter hoher Haufen mit Bauschutt und allerlei Müll rundherum zu finden. Hinzu kommt eine notdürftige Absperrung, die den Zutritt kaum verhindert. „Das alte Wohngebäude wurde abgetragen. Baulich ist alles gesichert“, bestätigt Herscheids Bauamtsleiter Lothar Weber, dass aktuell keine Gefahr von der Ruine ausgehe.

Wassergefährdende Stoffe drohen in den Fluss zu fallen. Um dies zu verhindern, ist der Kreis gefordert.

Gleichzeitig müsse die Gemeinde abwarten, wie sich die Gespräche mit dem Eigentümer, einer Privatperson, entwickeln. Diese haben noch nicht stattgefunden, doch das Interesse der Verwaltung ist eindeutig: „Wir haben das Interesse, den Schandfleck auf lange Sicht vernünftig zu beseitigen“, stellt Weber klar und betont, dass man dafür erst einmal zum Käufer des Geländes samt „Schrottimmobilie“ werden müsse.

Danach sei eine ähnliche Entwicklung wie auf der Fläche der einstigen Firma Kümesta in Weiße Ahe denkbar. Dort ist die Gemeinde Eigentümerin geworden und hofft auf eine Aufwertung mithilfe von Fördermitteln. Dabei könnte der Ahebach eine wichtige Rolle spielen, wenn dieser renaturiert werden würde.

In Friedrichsthal gibt es derweil ein anderes Problem: Denn durch den Einsturz sind wassergefährdende Stoffe in die Nähe des Flusses gelangt. Für deren Beseitigung ist die Bauaufsicht zuständig.

Eine notdürftige Absperrung für eine Ruine mit Unmengen an Bauschutt und Müll im Hintergrund.

„Der Märkische Kreis hat der Firma Lobbe und der Firma Tiefbau Dunkel den Auftrag erteilt, die gesichteten und bewerteten wassergefährdenden Stoffe zeitnah, möglichst noch nächste Woche, abzutransportieren und zu entsorgen“, kündigt Ursula Erkens, Pressesprecherin des Märkischen Kreises, an. Über den genauen Zeitpunkt würden sich die beteiligten Firmen noch abstimmen.

Währenddessen ist die Untere Wasserbehörde bei der Sicherung des Flussufers gefordert. „Aufgrund der aktuellen Wasserstände“ könne sie jedoch noch nicht tätig werden, heißt es von Seiten des Kreises: „Da die Uferböschung sehr steil ist, ist es derzeit zu gefährlich für Sicherungsmaßnahmen. Die Firma Tiefbau Dunkel hat den Bauschutt aber soweit zurückgezogen, dass nichts abgehen kann“, erklärt Ursula Erkens die momentane Lage. Sobald es die Pegelstände zulassen, kümmere sich der Märkische Kreis darum, den Fluss abzusichern.

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