Bald eine Holperpiste weniger

Ein Schritt weiter Richtung Abschluss: So lief das zweite Wochenende an der voll gesperrten L561

Zwölf Zentimeter der alten Straße wurden auf dem gut 1100 Meter langen Teilstück abgetragen, bevor es
dann am Samstag asphaltiert wurde
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Zwölf Zentimeter der alten Straße wurden auf dem gut 1100 Meter langen Teilstück abgetragen, bevor es dann am Samstag asphaltiert wurde

Auf der L561 wird zwischen Weiße Ahe und Hüinghausen die Fahrbahn auf gut 2,2 Kilometern erneuert. Das zweite von drei Vollsperrungs-Wochenenden haben Verkehrsteilnehmer jetzt geschafft. In zwei Wochen kommt noch die finale Asphaltschicht auf die Strecke. „Dann gibt es eine Holperpiste weniger“, so Bernd Wittemund vom Herscheider Tiefbauamt.

Herscheid - Ende April wurde das erste gut 1080 Meter lange Teilstück zwischen Langenbecker Brücke und Parkplatz Weiße Ahe mit einer neuen Schicht versehen. Am Wochenende war nun Abschnitt Nummer zwei an der Reihe – zwischen Langenbecker Brücke und Ortseingang Hüinghausen (Mikadoplatz). Die Strecke war mit gut 1100 Metern in etwa so lang wie beim letzten Mal, der Arbeitsablauf gleich.

Der Startschuss für die Mitarbeiter der beauftragten Baufirma Gebrüder Schmidt fiel mit der Straßensperrung am Freitag um 17 Uhr. Per Fräse wurde die alte Asphaltdecke entfernt. „Ungefähr 8,5 Zentimeter Binderschicht und 3,5 Zentimeter Deckschicht werden abgetragen“, erklärt Wittemund. Schnell füllten sich die Sattelschlepper mit den Überresten der alten Landstraße, die nacheinander immer rückwärts an die Fräse herangefahren sind. Die Fahrer brachten die insgesamt gut 2100 Tonnen alten Asphalt zum Parkplatz Weiße Ahe, der als Zwischenlager diente.

Dort blieb er allerdings nicht lange liegen. Denn die Sattelschlepper, die am Samstag den frischen Asphalt für die neue Binderschicht angeliefert haben, nahmen die Asphalt-Reste wieder mit zum Mischwerk. Dort werden sie nun weiterverarbeitet, um wieder für den Straßenbau eingesetzt werden zu können, so Wittemund.

Mit Bagger und Kehrmaschinen wurde die Strecke nach dem Fräsen gründlich gereinigt und anschließend der Haftkleber aufgetragen. Bis 2 Uhr nachts sollten diese Arbeiten abgeschlossen sein, hieß es am Freitagabend. Am Samstag ging es gegen 7 Uhr mit dem Auftragen der Binderschicht weiter. Rund 1600 Tonnen oder gut 65 Lkw-Ladungen Asphalt kamen dafür zum Straßenfertiger, mit dem die neue Schicht eingebaut worden ist. „Es läuft alles planmäßig“, lautete das Zwischenfazit am Samstagmorgen auf der Baustelle.

Große Kehrmaschinen haben die abgefräste Straße gereinigt, ehe der Haftkleber aufgetragen wurde.

Über den Sonntag konnte die neue Asphaltschicht auskühlen und aushärten, damit die Sperrung bis Montag, 5 Uhr, aufgehoben werden konnte. Der Landesbetrieb Straßen.NRW hatte den Auftrag für die Sanierung für dieses Stück Landstraße an die Gemeinde Herscheid abgegeben, die die Arbeiten zusammen mit einem Planungsbüro geplant hat. Den Auftrag habe man gerne angenommen; schließlich habe die Gemeinde ein Interesse daran, dass die Straßen einen guten Zustand hätten, so Wittemund. Und das Stück L561 habe eine Sanierung nach rund 40 Jahren dringend nötig gehabt. Vor dem Fräsen waren die vielen Risse und Schlaglöcher auf der Fahrbahn überdeutlich zu sehen – für Autofahrer nicht unbedingt ein Problem, durchaus aber für Motorrad- und Fahrradfahrer.

Noch sind die Arbeiten nicht fertig. Verkehrsteilnehmer müssen sich vom 21. bis 24. Mai noch einmal auf eine Vollsperrung der L561 einstellen. Dann bekommt der komplette, rund 2,2 Kilometer lange Abschnitt zwischen Wanderparkplatz Weiße Ahe und dem Hüinghauser Mikadoplatz die finale Deckschicht. Die wird in voller Fahrbahnbreite aufgetragen, sodass keine Mittelnaht entsteht.

Die offizielle Umleitung führte wieder vom Ebbekreisel in Herscheid über die Landstraßen 707 und 696 entlang der Oestertalsperre. Nach wie vor ist die Valberter Straße (L707) – als Teil der Umleitungsstrecke – halbseitig gesperrt. Auch hier wird die Fahrbahndecke erneuert. Zum längeren Weg kamen also Wartezeiten vor der Baustellenampel. Wenig verwunderlich: Viele Verkehrsteilnehmer nahmen den Schleichweg über Elsen in Anspruch. Auch Navigations-Apps hatten diese Route favorisiert vorgeschlagen. Von Plettenberg nach Herscheid konnten so immerhin gut sieben Minuten Fahrzeit eingespart werden. Die Folge war einmal mehr: In Elsen stieg das Verkehrsaufkommen erheblich an. Das war schon in der Vergangenheit bei ähnlichen Baustellen der Fall.

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