Ehemaliger SGV-Wegewart Erwin Schöttler zeigt die schönsten Ecken der Ebbegemeinde

Wandertipp: Auf dem A2 rund um Herscheid

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Der Wanderweg A2 ist geprägt von romantischen Wegen und Holzverschlägen wie diesem.

Herscheid – Die Herscheider Natur hält gerade jetzt in Coronazeiten viele Möglichkeiten parat, sich sportlich zu ertüchtigen oder nach anstrengenden Arbeitstagen zu erholen. Spätestens seit dem ersten Teil der Mini-Serie „Herscheids schönste Ecken“ ist das kein Geheimnis mehr. Erwin Schöttler, ehemaliger SGV-Wegewart, zeigt uns die schönsten Wanderwege in der Ebbegemeinde, die mancher Herscheider vielleicht noch gar nicht kennt. Für Teil zwei hat er sich den Waldweg A2 herausgesucht. Los geht es am Wanderparkplatz in Wellin.

Von dort aus startet man auf dem breiten Schotterweg zwischen Wellin und dem Welliner Baum. Der Weg wurde im vergangenen Jahr von der Firma Dunkel baulich umgesetzt und war schon seit 2018 geplant. Die Kosten trugen zum Teil die Waldbesitzer, die auf einen guten Weg angewiesen sind, um kaputtes Käferholz aus den Wäldern zu schaffen.

Der A2 verläuft auf dem ersten Stück zwischen weitläufigen Wiesen und Weihnachtsbaumplantagen. Nach gut 500 Metern passiert man eine rote Schranke. Sie wurde im Zuge der Wegerneuerung hierher versetzt. Vorher hatte sie an der Straße gestanden, Autofahrer waren aber regelmäßig rechts an ihr vorbei gefahren.

Erwin Schöttler war viele Jahre Wegewart beim SGV in Herscheid. Der 82-Jährige ist auch heute noch fit und viel in den Wäldern unterwegs.

An der ersten Abzweigung müssen sich Wanderer, die wie auch Erwin Schöttler zum Welliner Baum wollen, links halten. Der Weg führt in den Wald: Rechts und links erheben sich Laub- und Nadelbäume. Der Waldweg ist frisch geschottert und gut befestigt, damit auch ideal für Mountainbiker geeignet. Laufen fällt dort nicht schwer und Biker können ihr Rad streckenweise einfach rollen lassen.

Am Welliner Baum angekommen, einer Kreuzung mit fünf Abzweigungen, halten sich A2-Wanderer rechts. Dass man an der richtigen Stelle angekommen ist, erkennt man an einem Baum, der dort steht: In ihm hat jemand Blumen und eine Marienfigur platziert. Weiter geht es; nächstes Zwischenziel: Sechtenbecke. Hinter diesem Namen verbirgt sich ein ehemaliger Bauernhof, der bereits im siebzehnten Jahrhundert erbaut und mittlerweile aufwendig saniert wurde. Heute dient die „Sechtenbecke“ als Wohnhaus und kommt als charmvoller Fachwerkbau daher, der mitten im Grünen liegt.

Kaum zu übersehen: An der Kreuzung "Welliner Baum" stehen eine Marienfigur und Blumen.

An der Sechtenbecke gabelt sich der Weg erneut. Scharf nach rechts muss abgebogen werden, um auf dem A2 zu bleiben – leicht zu übersehen. Hier geht es auch das erste Mal steiler bergan. Der Weg wird deutlich schmaler und gleicht ein wenig einem Trampelpfad. Klar als Weg zu erkennen ist er aber schon. Nach fünf bis zehn Minuten ist der Anstieg überwunden und man findet sich wieder auf einem breiten, befestigten Schotterweg. Der führt vorbei an einem urigen Holzverschlag mit Sitzmöglichkeiten für eine kurze Rast.

Der A2 ist allgemein keine aufregende Wanderroute mit atemberaubenden Aussichten. Er besinnt sich mehr auf die Grundfesten des Waldes: Erhabene Natur, das Spiel von Licht und Schatten, das an Sonnentagen in Verbindung mit den Bäumen entsteht, frischen Geruch und hin und wieder einen lauen Windzug. Romantiker, Denker und Puristen kommen hier auf ihre Kosten. So wie auch jeder, der nach einem stressigen Tag zur Ruhe kommen und den Kopf frei kriegen möchte.

Der ehemalige Bauernhof Sechtenbecke erscheint am Wegesrand im charmvollen Fachwerkstil.

Wenige Meter nach dem Holzverschlag geht es dann wieder bergab. Schließlich öffnet sich eine Lichtung und man blickt in Richtung Grävinglöh, einer Zwei-Haus-Ortschaft umgeben von Bäumen. Rechts und links nichts weiter als Wiesen und Wald. In der Nähe der Kreuzung, auf die man zuläuft, gibt es wieder einige Sitzgruppen. „An der Strecke gibt es glücklicherweise noch Mülleimer“, sagt Erwin Schöttler. In anderen Waldstücken in Herscheid, zum Beispiel im Böllenberg, ist das nicht mehr so. „Deshalb liegt dort auch viel mehr Müll herum – und natürlich, weil die Wege dort bekannter sind und mehr genutzt werden.“

Nachdem man die Sitzgruppen passiert hat, biegt man nach rechts ab und bekommt an dieser Stelle einen kleinen Eindruck, wie viel Wald es eigentlich in Herscheid gibt. Mehr als 50 Prozent der Ebbegemeinde sind Waldflächen.

Panoramablicke erlauben die Lichtungen in der Mini-Ortschaft Grävinglöh und der Schotterweg in Wellin, der vergangenes Jahr erneuert wurde.

Das letzte Stück des Weges, bevor man wieder auf dem neuen Schotterweg in Wellin herauskommt, führt vorbei an der Wiehardt, einem Wanderheim in Trägerschaft des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV), Abteilung Lüdenscheid. Dort kann – normalerweise, wenn nicht gerade ein Virus die Welt kopfstehen lässt – an Wochenenden eingekehrt werden. Das Fachwerkhaus wird auch an Kindergärten und Schulen vermietet, die dort mitten im Grünen übernachten können. Auch dieser Streckenabschnitt zeigt sich von einer wild romantischen Seite. Allerdings begegnet man doch dem ein oder anderen Wanderer und Radfahrer.

Der A2 scheint etwas bekannter zu sein als der A1, den Erwin Schöttler in Teil 1 der Serie zeigte. Wieder auf dem Schotterweg angekommen, geht es noch einmal zehn Minuten zurück zum Wanderparkplatz Wellin. Dort zeigt der Blick auf die Uhr: Gut anderthalb Stunden braucht man für die A2-Runde und läuft etwas mehr als 7 Kilometer – das allerdings mangels steiler Anstiege sehr entspannt und mit viel Ruhe zum Abschalten.

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