Leben, so normal wie möglich

Drei Freundinnen wollen eine Wohngemeinschaft für Menschen mit Behinderung gründen

Nicht nur ein Heim für Tiere: Die Freundinnen (von links) Vanessa Bußmann, Inga Ziliaskos und
 Bärbel Sauer wollen auf dem Hof in Schwiendahl eine WG für Menschen mit geistiger Behinderung einrichten. Dafür brauchen sie die Unterstützung eines Investors oder eines Trägers.
+
Nicht nur ein Heim für Tiere: Die Freundinnen (von links) Vanessa Bußmann, Inga Ziliaskos und Bärbel Sauer wollen auf dem Hof in Schwiendahl eine WG für Menschen mit geistiger Behinderung einrichten. Dafür brauchen sie die Unterstützung eines Investors oder eines Trägers.

Sie bringen jahrzehntelange Berufserfahrung im sozialen Bereich mit und wollen diese nutzen, um auf einem kleinen Bauernhof ein Projekt zu starten, das es in dieser Form in der heimischen Umgebung noch nicht gibt: eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für Menschen mit geistiger Behinderung auf dem Land. 

Herscheid - „Alle reden immer von Inklusion, wir wollen sie ausleben“, sagt die Herscheiderin Vanessa Bußmann. Die Heilerziehungspflegerin hat schon in verschiedenen Einrichtungen gearbeitet, kennt deren Stärken, aber eben auch deren Schwächen in Bezug auf das Leben der zu betreuenden Personen.

Ein Leben, so normal wie möglich – diese Vision teilt Vanessa Bußmann mit ihrer Freundin Inga Ziliaskos (Lüdenscheid) und deren Mutter Bärbel Sauer (Herscheid). Sie kennen das grundlegende Problem: Auf dem Land sind solche WGs oft abgeschnitten vom öffentlichen Leben, in der Stadt fehlt den Menschen die Möglichkeit zur Bewegung in der freien Natur.

„Wir haben die optimale Lösung gefunden“, sind sich die drei Frauen sicher. Denn Inga Ziliaskos lebt seit einigen Jahren auf einem kleinen Hof in Lüdenscheid-Schwiendahl, unweit der Herscheider Gemeindegrenze. Mitten im Grünen gelegen wohnen dort mehr Tiere, als Menschen: Hühner, Schafe, Pferde, Katzen und Hunde fühlen sich in Schwiendahl sehr wohl. Der Umgang mit den Tieren soll für die Bewohner der WG zum Alltag gehören, sofern diese dazu Lust haben, sagen die Frauen. Dieses selbstbestimmte Leben sei ein Pfeiler des Konzepts.

Alle reden immer von Inklusion, wir wollen sie ausleben.

Vanessa Bußmann

Durch die Nähe des Waldes und der Versetalsperre gibt es zahlreiche Möglichkeiten für Spaziergänge im Wald. Aber auch eine Bushaltestelle liegt nur wenige Meter entfernt, sodass über die MVG-Linie 54 Lüdenscheid und Herscheid rasch zu erreichen sind.

Zum 1. Februar wird nun eine etwa 130 Quadratmeter große Wohnung auf dem Hof in Schwiendahl frei. „Die ideale Größe für eine Wohngemeinschaft mit drei Bewohnern“, sagt Vanessa Bußmann. Gemeinsam mit ihren beiden Bekannten will sie sich um die Betreuung rund um die Uhr kümmern, bietet Hilfe bei Pflege, Amtsgeschäften aber auch Betreuung an.

Doch für die Realisierung braucht das kleine Team Unterstützung, etwa bei rechtlichen Fragen oder bei der Finanzierung des Umbaus der Wohnung. „Optimal wäre ein Träger oder ein Investor“, sagt Vanessa Bußmann. Sie betont, dass es bereits erste Anfragen potenzieller Bewohner gegeben hat. Doch auch weitere Interessenten können sich gerne bei der Herscheiderin melden.

Wohlwissend, dass noch einiges an Arbeit vor ihnen liegt, hoffen die drei befreundeten Frauen, dass schon bald auf dem kleinen Hof in Schwiendahl eine neue Wohngemeinschaft entstehen kann. 

Kontaktmöglichkeit: Wer Fragen zu diesem Projekt hat, kann diese per E-Mail richten an die Adresse vanessaroettger@hotmail.de. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare