Jäger suchen das Gespräch mit Landwirten und Pferdebesitzern

Drei Damhirsche in Zaun gefangen: Zwei Tiere können befreit werden

+
Mit vereinten Kräften gelang es, zwei der drei im Zaungeflecht gefangenen Damhirsche zu befreien.

Herscheid – Zwei Tiere konnten gerettet werden, für eines kam jede Hilfe zu spät: Im Bereich Wellin entdeckten Jäger drei Damhirsche, die in einem Litzenzaun gefangen waren. Um dieses Problem zu lösen, bieten sich die Herscheider als Gesprächspartner mit Rat und Tat an.

„Wir wollen niemanden anschwärzen, aber im Sinne der Tiere muss sich etwas ändern“, betont Ralf Althoff. Er ist Pächter des Herscheider Jagdbezirks 9. Dieses erstreckt sich von Elsen bis Rärin – ein weitläufiges Gebiet, in dem in jüngster Vergangenheit ein Anstieg der Damwildpopulation zu spüren sei, betont Althoff. 

Mit dieser Vergrößerung gehe bedauerlicherweise auch eine Vermehrung der Unfälle einher. Das Befreien von Tieren aus Litzen sei fast schon zur Routine geworden, berichtet der 43-Jährige von sieben Rettungseinsätzen innerhalb von zehn Monaten. 

In der Regel handele es sich um Einzelfälle. Doch der jüngste Einsatz sei besonders intensiv gewesen: An einer Zaunstelle wurden drei Hirsche quasi nebeneinander entdeckt. Einer von ihnen war bereits beim Eintreffen der Helfer tot. Zumindest aber gelang es mit vereinten Kräften, die anderen beiden Tiere zu befreien. 

Derlei Einsätze seien nicht ungefährlich für alle Beteiligten, erzählt Ralf Althoff. Die gefangenen Hirsche befinden sich in einer Notlage und sehen die Menschen als weitere Bedrohung an. Daher müsse man sich leise von hinten anschleichen und behutsam, wenngleich gezielt vorgehen. 

„Man braucht vier Männer, um den Tieren helfen zu können, ohne sich dabei selbst in Gefahr zu bringen“, erzählt Althoff. Im Idealfall können die Hirsche am Boden fixiert werden – so auch bei den zwei Tieren am Montag. Drei Jäger hielten einen Hirsch fest, sodass sich einer um das Lösen der Litzen kümmern kann. Das brauche durchaus Zeit, da sich das Kunststoffgeflecht bis zu 40 oder 50 Mal um eine Geweihstange wickeln kann. 

„Auf Kommando lassen wir die Hirsche dann los“, erzählt der Jäger. Die beiden geretteten Tiere seien umgehend in das nächste Waldgebiet geflohen und wirkten den Umständen entsprechend vital und äußerlich unverletzt. 

Auf Kommando wird einer der Hirsche freigelassen. Er flüchtet äußerlich unverletzt in Richtung Wald.

In erster Linie seien es junge Hirsche, die sich in den Litzen verfangen. Sie wollen Stärke und Kraft zeigen, reiben ihre Geweihe in den Wäldern etwa an Büschen. Im Übermut oder auch aus Neugier versuchen sie daher anscheinend auch, die Litzen zu „bekämpfen“ – nicht ahnend, welcher Gefahr sie sich dabei aussetzen. 

„Einige Landwirte und Pferdebesitzer scheinen das auch nicht zu wissen“, vermutet Althoff. Ihm sei bewusst, dass ein Abbauen der Litzenzäune, sofern diese nicht mehr benötigt werden, arbeitsintensiv sei. Dennoch rät er eindringlich, die Zäune zumindest regelmäßig zu kontrollieren und zu straffen, um die Gefahr für die Tiere zu reduzieren. 

„Wir suchen das Gespräch und bieten auch gern unsere Hilfe bei zusätzlich anfallenden Arbeiten an“, betont der Jäger.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare