Do it yourself liegt weiter voll im Trend

In dieser Werkstatt tüfteln keine Millionäre, sondern Bastler und Oldtimerfreunde

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Wenn Prüfingenieur Samuel Rittinghaus die Fahrzeuge untersucht, dann können die Kunden zuschauen.

Herscheid – Freitagmittags, wenn sich ein Großteil der Herscheider auf das Wochenende einstimmt, geht es in der Werkstatt im Müggenbruch erst so richtig rund. Wenn Dekra-Prüfer Samuel Rittinghaus zur Kontrolle bittet, dann kommen die Fahrzeugliebhaber in Scharen – auch und wegen Siggi Bruns.

Der gebürtige Rheinländer hat immer einen kessen Spruch auf den Lippen. Viele Herscheider kennen ihn als fröhlichen Musikus, Sänger der Constantia und Ulknudel der Donnerbüchsen. All diese Tätigkeiten beweisen: Der 78-Jährige ist gern unter Menschen, sucht stets die Gemeinschaft, das Gesellige. 

Nach einem bewegten und arbeitsreichen Berufsleben war daher für Siggi noch nicht Schluss. „Ich brauche Publikum – nur zu Hause sitzen und die Wand anstarren, das könnte ich nicht“, sagt der Rentner mit dem gewollt unruhigen Ruhestand. Und daher gründete er im Jahr 2007 die DIY-Werkstatt. Die Abkürzung steht für do it youself, also übersetzt mach es selbst. Die entwickelte sich rasch zum Treffpunkt für alle Bastler und Tüftler. „Hier kommen keine Millionäre hin“, sagt Siggi Bruns mit einem Lächeln. Einen Großteil der Besucher kennt er, ist mit fast allen auf Du. 

Besonders munter geht es donnerstagvormittags zu, bei den Treffen der Rentnerrunde. Dann kommen nicht nur Kaffee und Kuchen auf den Tisch, sondern auch neue und alte Themen aus Herscheid. Dabei erinnern sich die inzwischen ergrauten Männer, allesamt handwerklich begabt, an gemeinsame Restaurierungen – etwa die des Riemenfallhammers, der heute vor der Firma Guski steht, oder an die Aufbereitung der Schwungräder, die den Ebbekreisel zieren. Auch diese Arbeiten fanden natürlich in der Werkstatt im Müggenbruch statt. 

Regina Bruns und ihr Schwiegervater Siggi freuen sich über einen gut gefüllten Terminkalender für ihre Werkstatt.

Selbst anpacken und mitmachen – das stehe auch in Zeiten von Corona weiter hoch im Kurs, berichtet Regina Bruns, Inhaberin der Werkstatt. Sie koordiniert in Abstimmung mit ihrem Schwiegervater die Termine in der Werkstatt. „Gefühlt haben wir jetzt sogar mehr Arbeit als vor der Pandemie“, meint das Duo. Auch der Verleih von Partyzelten und Bierzeltgarnituren habe wieder deutlich zugenommen. 

Für die größte Kundenfrequenz sorgt indes Samuel Rittinghaus: Der Prüfingenieur bittet montagvormittags oder freitagnachmittags zur Haupt- und Abgasuntersuchung. Dass die Werkstatt im Müggenbruch eine anerkannte Dekra-Prüfstelle ist, scheint sich allerdings noch nicht in alle Winkel der Gemeinde herumgesprochen zu haben. „Wir machen das ja auch erst seit 13 Jahren“, antwortet Siggi Bruns all denjenigen, die nachfragen, ob dieses Angebot neu sei. 

Autos, Wohnwagen, Anhänger und viele Oldtimer kommen hier auf die Hebebühne. Das Besondere: Die Besitzer können dabei sein, wenn der Prüfer die Fahrzeuge in Augenschein nimmt, wertvolle Tipps zur Pflege immer inklusive. Einen weiteren Vorteil sieht Samuel Rittinghaus in der zuverlässigen Terminvergabe der Familie Bruns: „Lange Wartezeiten gibt es hier nicht – und falls doch, dann steht in Siggis Kaffeestube immer ein heißer Kaffee bereit.“

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