Vorreiterrolle in heimischer Region: Diese Gastwirte bieten eine Schnellladestation

Damit der Akku des E-Bikes auch für die Heimfahrt reicht

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In einer Garage neben dem Café-Restaurant in Nieder-Holte hat das Ehepaar Vedder eine Fahrrad-Werkstatt für alle Radfahrer eingerichtet. Neu sind darin die beiden Ladegeräte für E-Bikes, die Caro Vedder präsentiert.

Herscheid – Radtouren durch das märkische Sauerland sind längst keine Frage einer gut definierten Beinmuskulatur mehr. Immer mehr Menschen nutzen E-Bikes und erkunden die reizvolle, hügelige Landschaft auf zwei Rädern.

Diesen Trend greifen die Gastwirte Vedder auf und bieten in Nieder-Holte die erste Ladestation für E-Bikes im heimischen Raum an. „Vor allem an Wochenende könnte man meinen, wir befinden uns hier im Münsterland“, erzählt Caro Vedder augenzwinkernd. 

Der Radverkehr habe in den letzten Jahren ohnehin stark zugenommen; durch Corona treten noch mehr Menschen als zuvor in die Pedale, meint die Gastwirtin. Da Nieder-Holte an einem Knotenpunkt (durch die Nähe zur Versetalsperre, Lüdenscheid und Plettenberg) des heimischen Radwegenetzes liegt, sei hier das Aufkommen an Zweirädern hoch. 

Insbesondere E-Bikes sehe man immer häufiger. Bereits vor vier Jahren hatten die Vedders darauf reagiert und dank der Unterstützung von RWE eine erste Ladestation an ihrem Parkplatz installiert. Während der Öffnungszeiten des Café-Restaurants konnte diese Schaltleiste von E-Bikern kostenlos genutzt werden, sofern diese ein entsprechendes Ladegerät dabei hatten – das war jedoch nicht immer der Fall. 

Genau deswegen bauen die Vedders ihren Service aus: Eine Garage neben dem Restaurant ist zur Fahrradwerkstatt umfunktioniert worden. Hier können nicht nur kleine Reparaturen durchgeführt und der Luftdruck in den Reifen optimiert werden. Auch zwei Schnellladegeräte stehen den Gästen zur Verfügung. 

Die Nachfrage sei groß, berichtet Caro Vedder, die ein klassisches Beispiel nennt: Ein Paar aus Valbert habe kürzlich nach einer Lademöglichkeit gefragt. Die Radler waren mit E-Bikes unterwegs, ihre Akkus zeigten noch einen Balken Restenergie an. „Ob das wohl noch bis nach Hause reicht?“, fragten die Gäste, die noch eine verbleibende Strecke von etwa 30 Kilometer Länge, inklusive eines kernigen Anstiegs im Ebbegebirge vor sich hatten. 

Radexperte Carsten Engel, der die Vedders bei der Neuanschaffung beraten hatte, schätzt die Reichweite eines gewöhnlichen E-Bike-Akkus auf mindestens 50 bis maximal 120 Kilometer ein. Ein Ladegerät „haben meist nur die wenigsten mit dabei“, hebt er hervor, wie sinnvoll der erweiterte Service der Vedders ist. Dort könnten die gängigsten Akkus aufgeladen werden, sagt Engel. 

Wer sich selbst mit einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen stärke, der könne somit in der Zwischenzeit auch seinem E-Bike etwas Gutes tun. Eine Dreiviertelstunde Ladezeit würden ausreichen, um rund 30 Prozent des Akkus „aufzufüllen“. Und damit käme man von Nieder-Holte vermutlich dann auch noch bis Valbert. 

Die Vedders haben übrigens nicht nur ein Herz für Radfahrer: Der Verband der Freizeitreiter hat ihren Gasthof bereits vor Jahren als pferdefreundliche Gaststätte ausgezeichnet. Anbindemöglichkeiten für die Vierbeiner, Futter und Wasser sowie eine Wanderreitstation verhalfen zu diesem Qualitätssiegel, was seinerzeit erstmalig im Märkischen Kreis verliehen wurde. Eine ähnliche Vorreiterrolle wollen die Vedders nun auch in puncto E-Bike einnehmen.

Wie er die Situation für Radfahrer in der heimischen Region einschätzt, darüber sprach Carsten Engel in einem Interview.

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