Apotheken in Herscheid

Die Nachfrage ist groß: Digitaler Impfpass schon vielfach ausgestellt

Fliegt nicht mehr in der Tasche herum: der gelbe Impfausweis (rechts).
+
Fliegt nicht mehr in der Tasche herum: der gelbe Impfausweis (rechts). Der digitale Impfnachweis, integriert in der Corona-Warn-App, kann in Herscheider Apotheken ausgestellt werden.

Seit über einer Woche gibt es den digitalen Impfpass in den Apotheken. Auch in Herscheid wird das Angebot inzwischen gut angenommen, läuft aber noch nicht komplett störungsfrei.

Herscheid – Wir haben in den Apotheken vor Ort nachgefragt.

Dorf-Apotheke

Als der digitale Impfpass am 14. Juni an den Start ging, erlebte die Dorf-Apotheke die gleichen Anlaufschwierigkeiten wie andere auch. Durch die vielen gleichzeitigen Anfragen waren die Server von Apotheker-Verband und RKI überlastet und zeitweise nicht erreichbar. „Mittlerweile funktioniert es überwiegend und wird auch ganz gut angenommen“, berichtet Apothekerin Claudia Cramer, die schon mehr als 270 digitale Impfzertifikate ausgestellt hat. Ob das viel sei, dazu fehlten die Vergleichsmöglichkeiten. „Es ist jedenfalls so, dass die Nachfrage da ist und die Patienten sich die Impfung nachweisen lassen möchten, auch für den Urlaub.“

Ein Impfzertifikat in digitaler Form zu speichern, hält die Apothekerin für sinnvoll im Vergleich zum herkömmlichen Impfpass, den viele seit Jahrzehnten besitzen, zum Teil aber auch nicht mehr haben. „Das ist auf jeden Fall zeitgemäß“, sagt sie zum digitalen Impfpass.

Dessen Ausstellung bedeutet dennoch einen erheblichen Zeitaufwand. „Die Patienten hätten am liebsten einen Termin“, sagt Cramer. Aber eine Terminvergabe würde nicht funktionieren, da sie nicht garantieren könne, dass der Server nicht doch überlastet sei. Dann seien mehrere Anläufe nötig, um das Zertifikat auszustellen, was dann schon zehn Minuten in Anspruch nehmen könne. Zuletzt war es am Montagmorgen der Fall, dass der Server etwas „hing“ und es nicht auf Anhieb klappte. „Mit Geduld und Spucke kommt man da durch“, meint aber Apothekerin Cramer.

Der QR-Code des Zertifikats kann gescannt und auf dem Smartphone gespeichert werden, was laut Cramer noch nicht bei allen Apps so prima funktioniere. Bei der speziell für den digitalen Corona-Impfpass gedachten App CovPass sowie in der Corona-Warn-App funktioniere es, bei der Luca-App hätten einige Patienten noch Probleme. Laut Entwickler soll das letzte Update der Anwendung aber ebenfalls den QR-Code des Impfnachweises speichern können.

Zudem gibt es Sonderfälle. „Das System kann noch keine Zertifikate für Genesene“, erklärt Cramer. Das heißt, wenn jemand, der nach einer überstandenen Covid-19-Erkrankung für den vollen Impfschutz eine Auffrischungsimpfung erhalten hat, kann nur diese eine Impfung als Erstimpfung bestätigt bekommen und gilt dann noch nicht als voll immunisiert.

Apotheke Neuer Weg

„Nach den Startschwierigkeiten am Anfang, als die Software überlastet war, funktioniert es reibungslos“, berichtet Jutta Grabinski, Filialleiterin in der Apotheke Neuer Weg anderthalb Wochen nach der Einführung des digitalen Impfpasses. Die Nachfrage bei den Herscheidern sei groß. „Es wird sehr gut angenommen. Wir haben schon an die 400 Zertifikate ausgestellt – das ist eine Menge.“

In Zeiten zunehmender Digitalisierung, wo fast jeder sein Handy immer bei sich trage, sei der digitale Impfpass eine praktische Lösung, allerdings nicht für alle. „Wir haben auch Fälle älterer Herrschaften ohne Handy, die mit einem digitalen Impfzertifikat nicht viel anfangen können“, so Grabinski. Sie bekommen allerdings das digitale Impfzertifikat – wie übrigens alle Patienten, die dieses nachfragen – auch in schriftlicher Form, als Ausdruck mit dem abscanbaren QR-Code.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare