Ilsemarie und Hans-Dieter Cordt feiern Diamanthochzeit

60 bewegte Ehejahre: Beim Doppelkopf hat es geknistert

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Sichtlich glücklich stoßen die Cordts auf ihr besonderes Jubiläum an. Für das Erinnerungsbild setzte Hans-Dieter Cordt eigens seinen Hochzeits-Zylinder auf. Zu den Gratulanten zählten neben Tochter Carola (oben Mitte) und Enkelin Katharina auch Bürgermeister Uwe Schmalenbach.

Herscheid – Den Partner fürs Leben zu finden ist nicht leicht. Viele suchen verzweifelt nach einem Patentrezept für die ewige Liebe. Aber gibt es das wirklich? „Nein“, sagen etwas überraschend zwei Ur-Herscheider, die ein solches Rezept für ein 60 Jahre anhaltendes Glück längst gefunden haben.

„An einer Ehe muss man jeden Tag arbeiten – dann merkt man schon, ob es passt oder nicht“, meint Ilsemarie Cordt. Um bei diesem Begriff zu bleiben: Zwischen ihr und ihrem Mann Hans-Dieter scheint es sogar sehr gut zu passen; denn am Mittwoch konnten die Cordts das seltene Jubiläum der Diamanthochzeit feiern. 

Anhand eines Foto-Albums, das Tochter Carola zusammengestellt hatte, erinnerte sich das Paar an den gemeinsamen Lebensweg – an Familienurlaube (mit Vorliebe am Waginger See in Oberbayern), an Feste mit Freunden und Bekannten sowie an Auftritte des MGV Constantia, dem Hans-Dieter Cordt bis zur Auflösung angehörte. 

Auch zur Kennenlernphase befinden sich in diesem Album ein paar Bilder. Durch familiäre Verbindungen wurde das Glück begünstigt: „Mein Bruder und seine Schwester waren bereits ein Paar. Bei gemeinsamen Spielerunden sind wir dann aufeinander aufmerksam geworden“, erzählt Ilsemarie Cordt (geborene Bölling). „Wir haben damals viel Doppelkopf gespielt“, ergänzt ihr Gatte. 

Rasch war klar, dass der Junge von der Verse und das Mädchen vom Spieker zusammengehören. Für die Hochzeit benötigte die 18-Jährige eine Einverständniserklärung, da sie die Volljährigkeit (damals 21 Jahre) noch nicht erreicht hatte. 

Vor 60 Jahren gaben sich Hans-Dieter Cordt und Ilsemarie Bölling das Ja-Wort in der katholischen Kirche in Herscheid. Den Zylinder und auch den Anzug haben die Ur-Herscheider bis zum heutigen Tag aufbewahrt. Das Hochzeitskleid hingegen war für diesen besonderen Tag ausgeliehen worden.

Im Besitz dieser Einwilligung gaben sich die Cordts am 8. Januar 1960 in der katholischen Kirche in Herscheid das Ja-Wort. „An dem Tag war es bitterkalt und mein Bruder musste erst Schnee schippen, damit die Gäste zur Feier kommen konnten“, erinnert sich Ilsemarie Cordt. 

Die erste gemeinsame Wohnung bezog das Paar an der steilen Straße In der Mark. „Damals hatten wir kein Auto und ich weiß noch gut, wie wir beim Umzug die Couch mit einem Moped transportiert haben“, sagt Hans-Dieter Cordt. 

Die Wohnung sei aus heutiger Sicht sehr klein gewesen, angesichts einer Größe von 49 Quadratmetern spricht Ilsemarie Cordt von einer „Puppenstube“. Mehr konnte sich das Paar nicht leisten. „Es war eine andere Zeit und wir mussten anfangs darauf achten, unser Geld zusammenhalten“, sagt die Jubilarin. 

Rückblickend betrachtet habe diese schwierige und arbeitsreiche Zeit – er arbeitete von morgen 6 bis abends 19 Uhr als Werkzeugmacher in Lüdenscheid und sie war 35 Jahre Erzieherin im Kindergarten (heutiges Familienzentrum „Unterm Regenbogen“) – das Paar aber noch enger zusammengeschweißt. 

Dass diese gemeinsamen Anstrengungen von Erfolg gekrönt und das Familienleben darunter nicht gelitten habe, betonte Tochter Karola auf rührende Weise: „Ihr habe alles richtig gemacht“, bedankte sie sich bei ihren Eltern. Und auch Enkelin Katharina lobte ihre Großeltern, mit denen sie bereits viele fröhliche Zeiten verbringen durfte. 

Bürgermeister Uwe Schmalenbach überbrachte nicht nur die Glückwünsche der Gemeinde Herscheid. Er überreichte den Jubilaren auch die Glückwünsche des Landrates und der Landesregierung NRW. Und auch Bekannte und Freunde waren gekommen, um mit dem Diamantpaar auf 60 Jahre Eheglück anzustoßen.

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