Ideen zur Verbesserung gefragt

Corona-Stillstand als Chance: Heimatverein Herscheid will Angebot verbessern

Funde aus Trümmern, Dachböden und Kellern: Herscheider Bürger übergaben dem GHV unter anderem Produkte, die einst im ehemaligen Presswerkgebäude hergestellt wurden.
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Funde aus Trümmern, Dachböden und Kellern: Herscheider Bürger übergaben dem GHV unter anderem Produkte, die einst im ehemaligen Presswerkgebäude hergestellt wurden.

In den vergangenen Monaten ist es ruhig geworden um den Geschichtsund Heimatverein (GHV) – notgedrungen, denn die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen haben weder Zusammenkünfte, noch Ausstellungen ermöglicht. Und auch die Jahreshauptversammlung in diesem Jahr wird vorerst nicht stattfinden. Dennoch: Der Corona-Stillstand könnte auch als Chance für Verbesserungen gesehen werden, wie Dr. Klaus Hüttebräucker vom Vorstand des GHV erklärt.

Herscheid - Der 6. März 2020 war wohl der letzte größere Termin, an dem sich 38 Mitglieder des GHV getroffen haben. Nach dieser Jahreshauptversammlung kamen die einschneidenden Maßnahmen infolge der sich schnell ausbreitenden Corona-Pandemie. „Da sich aktuell die Situation mit dem Virus eher verschlechtert hat, haben wir im Vorstand beschlossen, unsere für den 5. März vorgesehene Jahreshauptversammlung auf unbestimmte Zeit zu verschieben“, erklärt Hüttebräucker.

„Ungewohnt ruhig“, so erklärt Hüttebräucker, sei das vergangenen Jahr im GHV gewesen. Das Heimathaus, den Spieker, habe man nur zweimal öffnen können. Bei allen dennoch stattfindenden Zusammentreffen habe der Verein aber die aktuell vorgegebenen Pandemie-Vorschriften eingehalten. „Stillstand bedeutet: Zeit haben zum Nachdenken. Was können wir ändern, was können wir verbessern in unserem Vereinsleben oder in unserem Heimathaus? Stillstand bedeutet aber auch, dass viele Mitbürger ihre Haushalte durchforsten. So haben wir erstaunlich viele Angebote alter Exponate bekommen“, erklärt Hüttebräucker. Ungern lehne der Verein solche Angebote ab. Hüttebräucker müsse aber immer wieder darauf hinweisen, dass sich für die meisten Exponate zunächst nur Platz im Lager in der Rahlenbergschule findet.

Dennoch sei man froh, eine Vielzahl neuer Exponate zu besitzen, die ohne die Corona-Pandemie wohl immer noch in Kisten und Truhen auf Dachböden und in Kellern schlummern würden. So hätten beispielsweise einige Herscheider – passend zum Verschwinden des alten Presswerkgebäudes – historische Bakelittprodukte des einst größten Arbeitgebers in Herscheid zur Verfügung gestellt. „Hier glauben wir, dass sich in Herscheider Dachböden und Kellern noch viele andere Presswerkprodukte befinden, die unsere Sammlung bereichern könnten“, sagt Hüttebräucker.

In den Trümmern eines abgebrannten Hauses habe Friedel Springob dagegen einen alten Wehrmachtsdolch gefunden. „Die gut erhaltene Gravur auf der Klinge verriet uns, das Gustav Uerpmann diesen Dolch zu Ehren seines Sohnes Karl anfertigen ließ, der als Flieger 1940 über dem Ärmelkanal abgeschossen wurde und verstarb. Fritz Uerpmann, der Bruder von Karl, ist vielen noch bekannt als letzter Besitzer der Herscheider Schraubenfabrik“, weiß Klaus Hüttebräucker.

Spieker: Fußboden bereitet Sorgen

„Überlegungen im vergangenen Sommer, den Spieker mit entsprechenden Abstandsregelungen zu öffnen, mussten wir aufgrund der engen Räumlichkeiten und der Nutzbarkeit von nur einem Treppenhaus fallen lassen“, erklärt Hüttebräucker. Stattdessen habe man die Zeit der Schließung für verschiedene Arbeiten genutzt. So seien in den Kellerräumen des Spiekers zusätzlich zwei feuerfeste Stahlschränke aufgestellt worden, in denen Dokumente und Fotos geschützt aufbewahrt werden. Immer wieder hätten Aufräumarbeiten im Exponatenlager angestanden, in dem weitere Regale installiert werden sollen. „Das Harmoniumzimmer des Heimathauses musste mehrfach aus- und eingeräumt werden“, berichtet Hüttebräucker. Probleme und Sorgen bereite dem Verein der neu installierte Fußboden, der trotz inzwischen zweimaliger Nachbesserung starke Unebenheiten und eine labile Unterkonstruktion aufweise. „Unser Mobilar muss entsprechend unterbaut werden, um einen sicheren Stand zu gewährleisten“, erklärt Hüttebräucker

Alte Bilder und Gemälde seien in den vergangenen Monaten immer wieder dem GHV übergeben worden. Porträts von Heinz Wever und seinen Eltern, Aquarelle von Ansichten der Apostelkirche und einer Gesamtansicht des Dorfes seien dem GHV zu treuen Händen überlassen worden. Der Fundus an Bildern des heimischen Dichters und Malers Heinz Wever im Besitz des Vereins sei inzwischen so umfangreich, dass immer nur ein Teil im Spieker gezeigt werden könne.

In Vorbereitung auf die Erstellung des Kalenders „Herscheider Erinnerungen 2021“ hätten Mitglieder des Vorstandes alte Fotos zusammengestellt und passend dazu die Örtlichkeiten fotografiert, so wie sie sich heute darstellen.

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