Fragebogen soll Klarheit bringen

Der Anfang ist gemacht: Evangelische Kirchengemeinde beginnt mit Neuausrichtung

Pfarrer Bodo Meier freute sich, dass viele Gemeindemitglieder dem Aufruf der Kirchengemeinde gefolgt waren.
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Pfarrer Bodo Meier freute sich, dass viele Gemeindemitglieder dem Aufruf der Kirchengemeinde gefolgt waren.

Wie finden wir Wege, unser Gemeindeleben neu zu starten? Was erwartest du von deiner Kirche? Wobei würdest du dich mit einbringen? Welchen Gottesdienst wünschst du dir? Das waren Fragen, die Pfarrer Bodo Meier an die knapp 40 Gemeindemitglieder bei der Gemeindeversammlung im Martin-Luther-Haus richtete.

Herscheid - In der Einladung des Presbyteriums hieß es: „Eine einfache Rückkehr in den Alltag der Kirchengemeinde, wie er vor Corona war, ist kaum möglich.“ Daher war die Gemeinde aufgerufen, alte Zöpfe abzuschneiden, Ideen für das neue Gemeindekonzept zu entwickeln oder bisher Bewährtes vielleicht weiterzudenken oder anzupassen. Die Zielsetzung war, die Kirche und das Gemeindehaus mit mehr Leben zu füllen, sowie ein funktionierendes Gemeindeleben wieder zu erreichen.

Das bedeutet, an der einen oder anderen Stelle mit Althergebrachtem zu brechen und dieses „Das haben wir doch immer so gemacht“ über Bord zu werfen. Es war keine einfache Entscheidung für Pfarrer und Presbyterium, die Versammlung mit dem Konzept zu überraschen. Schließlich muss die Gemeinde alle Entscheidungen, die gemeinsam getroffen werden sollen, auch mittragen. Da sind nicht nur Fragen zum „Wie“ oder „Was“, sondern auch „Wer“ zu beantworten.

Doch die Anwesenden freundeten sich mehr und mehr mit dem Gedanken der Erneuerung an und das Whiteboard füllte sich erfreulicherweise mit immer mehr Ideen und Vorschlägen. Es ging beispielsweise um Nachhaltigkeit und Fair Trade im Zusammenhang mit dem in Coronazeiten vernachlässigtem globalen Süden, um die Wiederbelebung des Kirchen-Cafés, um die Verbesserung der internen und externen Kommunikation, Angebote für die junge Familie, eine offene Kirche oder einen Besuchsdienst.

Eine repräsentative Meinung der Gemeinde war an dem Abend nicht zu erwarten, es wurde zur Neuausrichtung aber ein Anfang gemacht. Alle Gemeindemitglieder sollen jedoch über einen noch zu entwickelnden Fragebogen gehört werden. Dabei schwebt Pfarrer Meier eine nach Generationen modifizierte Umfrage vor. Ganz konkret wird mit einem Treffen von Interessierten am 8. Juli um 19.00 Uhr im Martin-Luther-Haus zum „Besuchsdienst“ begonnen. Er wird die Schnittstelle zwischen Besuch und Seelsorge in der Gemeinde sein. 

Gründung eines Besuchsdienstes

Die Evangelische Kirchengemeinde Herscheid möchte in Zukunft mit möglichst vielen Menschen ins Gespräch kommen. Es sollen gerade Gemeindeglieder erreicht werden, die schon länger keinen Kontakt zur Kirche hatten, aber vielleicht genau den suchen. Deshalb baut die Kirchengemeinde mit Pfarrer Bodo Meier und dem Gemeindepädagogen Sebastian Praß einen Besuchsdienst auf: Menschen, die Menschen besuchen, ihnen zuhören, ihnen Hilfe geben allein durch ein offenes Ohr. Am Donnerstag, 8. Juli, sind Interessierte jeden Alters um 19 Uhr in das Martin-Luther-Haus eingeladen, einen solchen Besuchsdienst zu gründen. Dabei bedürfe es einer sorgfältigen Vorbereitung. Denn wer Menschen besuchen will, muss sich selbst gut kennen und um seine Fähigkeiten wie auch seine Grenzen wissen.

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