Aussteller im Vorfeld abgesprungen

Coronavirus trifft auch den Ostermarkt: Weniger Besucher als in den vergangenen Jahren

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Trotz einiger Absagen kamen noch genügend Aussteller zusammen, um ein abwechslungsreiches Angebot bieten zu können.

Am Coronavirus kommt man in diesem Tagen kaum vorbei. Da ist es wenig verwunderlich, dass er auch beim traditionellen Ostermarkt Thema war.

Herscheid – „Man merkt deutlich, dass weniger Leute da sind“, zog Wolfgang Vedder vom Organisationsteam am Samstagnachmittag eine erste Bilanz. Im Vorfeld waren schon zwei Aussteller kurzfristig abgesprungen, weil sie eine mögliche Ansteckung befürchteten; eine weitere krankheitsbedingte Absage war hinzugekommen, sodass statt der geplanten 25 letztendlich nur 22 Aussteller ihre handgemachten Waren in der Ramberghalle anboten. 

Für das Organisationsteam bedeutete dies zusätzliche Arbeit, weil der Belegungsplan immer wieder umgeschrieben werden musste, damit die verschiedenen Angebote gut durchmischt waren und nicht gleiche Angebote nebeneinander standen. Positiv überrascht zeigte sich Vedder, dass doch einige Aussteller speziell österliche Artikel im Angebot hatten. Das habe er im Vorfeld so nicht erwartet, zumal zwei Stammaussteller, die stets allerlei Eierschmuck im Angebot hatten, aus Altersgründen ausgeschieden waren. 

Coronavirus am Ostermarkt: Menschen kaufen trotzdem

In diesem Jahr zeigte sich ein bunter Querschnitt von selbstgemachter Marmelade und Likören, über Buchfaltkunst und Kinderkleidung bis hin zu den verschiedenen Dekorationsartikeln. Elke Mengel stellte zum ersten Mal beim Ostermarkt aus. Um dem österlichen Thema gerecht zu werden, hatte sie verstärkt Hühnchen genäht – kleine zum Aufhängen und große zum Hinstellen. 

„Der Renner sind aber die Kronen“, erzählte Mengel. Die habe sie aus alten Konservendosen gefertigt und liebevoll dekoriert, sowohl österlich als auch für den Alltag. Ihr Fazit fiel durchweg positiv aus: „Mir macht es Spaß hier“ und auch trotz Corona sei der Markt ihrer Ansicht nach gut besucht. 

Zufrieden trotz Coronavirus

Zufrieden zeigte sich auch Angela Kruber von der Wichtelwerkstatt. Die Angst vor Corona könne sie bei großen Märkten nachvollziehen, nicht aber bei so kleinen wie in Hüinghausen. Kruber gehört zu den alten Hasen beim Ostermarkt: Seit rund zwölf Jahren ist sie mittlerweile regelmäßig dabei und bietet buntbemalte Holzfiguren sowie beschriftete Schieferplatten zum Verkauf an. 

Ebenfalls zu den Alteingesessenen gehört Ursula Wohlgemuth. „Ich hatte damit gerechnet, dass wesentlich weniger kommen“, erzählte sie. „Luft nach oben“ hingegen sah Katja Viebahn. Doch ihr kam es gar nicht so sehr darauf an, am Wochenende einen großen Umsatz zu machen, sondern vielmehr, Kontakte zu knüpfen. Als Inhaberin eines Woll-Geschäfts in Lüdenscheid sah sie es so: Es bleiben immer anschließend welche hängen, die dann später in den Laden kommen. 

Besondere Kontakte in Zeiten von Corona

Vor allem auf Kontakte kam es auch dem Tochter-Vater-Gespann Lucy und Frank Neumann aus Grauensiepen an. „Regional, ökologisch, direkt“ so die Schlagworte des Familienprojekts „Honigfahrrad“. Neben dem geschleuderten Honig im Glas, wie man ihn gewöhnlich kennt, bot das Duo auch Wabenhonig an. Das sei etwas „gewöhnungsbedürftig“, räumte Frank Neumann ein, weil er neben dem Honig eben auch Pollen, Wachs sowie Propolis enthalte. Dafür sei er aber auch gesünder, denn er enthalte „alle guten Dinge, die die Biene irgendwie hervorbringt“. 

Das Besondere an dem Honigvertrieb: Innerhalb Herscheids werden alle Honiglieferungen kostenlos mit dem Fahrrad nach Hause gebracht – egal, ob Einzellieferung oder, was auch möglich ist, als Teil eines Abos. Natürlich hatten die Neumanns auch am Wochenende von ihrer Ware reichlich mitgebracht; Wer wollte, konnte die süße Köstlichkeit auch probieren. Die Rückmeldungen seien nur positiv gewesen, freute sich Frank Neumann. 

Wer sich auf diese Weise Appetit geholt hatte, wurde in der Cafeteria fündig: „Die flotten Lotten aus Rärin“ verwöhnten die Besucher mit selbstgemachtem Backwerk; zudem gab es vor der Halle Deftiges aus der Gulaschkanone sowie Fisch. Insgesamt war es trotz Corona-Sorgen ein durchaus gelungener Ostermarkt.

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