Schraubensicherungselement made in Hüinghausen

Corona erschwert Markteinführung: Bei Präsentation eines neuen Produktes setzt Firma Teckentrup auf Webinare

Mit der neuen Sperrkantscheibe wollen Vertriebsleiter Jan Müller (links) und Geschäftsführer Thomas Volborth (rechts)
elektrische Schraubverbindungen effektiv sichern.
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Mit der neuen Sperrkantscheibe wollen Vertriebsleiter Jan Müller (links) und Geschäftsführer Thomas Volborth (rechts) elektrische Schraubverbindungen effektiv sichern.

Einen schlechteren Zeitpunkt für die Markteinführung eines neuen Produktes hätte die Firma Teckentrup nicht wählen können. Durch die Corona-Pandemie sind die Möglichkeiten des Hüinghauser Unternehmens beschränkt, den Kunden das in den letzten vier Jahren entwickelte Schraubensicherungselement vorzustellen. Daher muss die Geschäftsführung auf neue Wege der Kommunikation ausweichen.

Herscheid - Die persönliche Beratung bei Firmenbesuchen oder Messenauftritten sind zurzeit nicht möglich. Auch die Einladung der Deutschen Bahn zu einem für den letzten Herbst vorgesehene Symposion konnte Teckentrup nicht annehmen, weil die Veranstaltung wegen der Pandemie abgesagt werden musste. „Das wäre für uns eine exzellente Möglichkeit gewesen, unser Produkt einem großen Kundenkreis vorzustellen“, bedauert Thomas Volborth.

Doch der Geschäftsführer und seine Mitarbeiter lassen sich von den Umständen nicht beirren. Zum einen sind sie überzeugt vom Nutzen der aufwendig entwickelten Sperrkantscheibe mit Namen NSK-E. Zum anderen bestärkt sie die Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn als namhafter Kunde, der das Hüinghauser Produkt bereits deutschlandweit einsetzt.

Um weitere Geschäftspartner davon zu überzeugen, werden auf der firmeneigenen Homepage Webinare angeboten – also Seminare, bei denen das Produkt vorgestellt wird. Dort wurde auch ein erster Kurzfilm eingestellt, in dem die Vorzüge der Sperrkantscheibe demonstriert werden – auch mit dieser Form der Bewerbung betritt die Firma Neuland.

So sehen sie aus, die neuen Sicherungselemente made in Hüinghausen.

Keine Problemlösung auf dem Markt? „Dann machen wir das eben selbst!“ 

Der Auslöser für die Entwicklung des neuen Sicherungselementes war für die Firma Teckentrup der Stillstand einer Produktionsanlage. Ursache dafür war eine gelöste elektrische Schraubenverbindung. Dadurch kam es erst zu einem erhöhten Kontaktwiderstand und anschließend zu einem Spannungsabbruch. Die Firma fand auf dem Markt kein geeignetes Schraubensicherungselement, um dieses Problem nachhaltig zu lösen. „Dann machen wir das eben selbst“, dachte sich Thomas Volborth und leitete vor mehr als vier Jahren die Entwicklung der Sicherungsscheibe NSK-E ein, die speziell für die Elektroindustrie konstruiert wurde. Durch die langjährigen Erfahrungen mit mechanischen Schraubensicherungselementen konnte die Firma Teckentrup auf die spezifischen Anforderungen eingehen. Diese fasst das Unternehmen wie folgt zusammen: keine Spanbildung, Erhalt der Vorspannkraft bei weichen Werkstoffen, einfache Montage aufgrund einteiliger Schraubensicherungslösung sowie die Kompensierung von Setzerscheinungen durch die hohe Federwirkung.  Quelle: teckentrup.de

Nicht nur nach außen soll diese Neuentwicklung ein Zeichen sein, auch den Mitarbeitern werde damit signalisiert, dass die Firma vorwärtsgerichtet denke und sich ein zusätzliches Standbein aufbaut. Thomas Volborth spricht von einem Alleinstellungsmerkmal – selbst entwickelt und angefertigt.

Dieses trage langfristig dazu bei, den Standort Hüinghausen und die dortigen rund 210 Mitarbeiterplätze zu sichern. Ohnehin sieht der Geschäftsführer der Zukunft mit Vorfreude entgegen: Während viele Automobillieferer in der heimischen Region den Wandel durch den Zuwachs der E-Mobilität mit Sorge verfolgen, sieht Teckentrup diesen als Chance. „Davon werden wir nicht überrascht“, verdeutlicht Volborth, dass sich das Unternehmen seit geraumer Zeit darauf vorbereitet hat, dass die Bedeutung des klassischen Verbrennungsmotors nachlassen wird.

„Wir sind gut aufgestellt, was die Umstellung auf E-Mobilität betrifft“, betont der Geschäftsführer, der zudem verrät, weitere Ideen im Köcher zu haben. Was genau, das verrate er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Die Konzentration gelte zunächst der Markteinführung der neuen Sperrkantscheibe. „Wir sind gespannt, wie die Reaktionen der Kunden ausfallen“, so Volborth.

Thema Corona: So ist die Lage im Hüinghauser Unternehmen

Die Pandemie hat auch den Arbeitsalltag in der Firma Teckentrup verändert. Geschlossene Duschen und Umkleiden, zeitlich versetzte Arbeitsschichten, Besprechungen nach Möglichkeit digital: Ziel des Schutzkonzeptes ist es, die Kontakte im Unternehmen drastisch zu reduzieren. Überall dort, wo sich dennoch Menschen begegnen, herrsche strikte Maskenpflicht. Regelmäßige Testungen in Kooperation mit dem Hüinghauser Testzentrum tragen zur Sicherheit bei. Zwar gebe es auch bei Teckentrup Corona-Fälle von Mitarbeitern, die sich im privaten Umfeld angesteckt haben. „Personalengpässe sind bislang aber nicht aufgetreten“, betont Thomas Volborth. Der Geschäftsführer berichtet zudem von einer guten Auftragslage; diese sei angesichts der allgemein unsicheren Wirtschaftslage besser als gedacht. Zu einem Risiko für sein Unternehmen könnte jedoch der Rohstoffmangel durch unterbrochene Lieferketten werden. Diese Entwicklung betrachte er mit großer Sorge, so Volborth. 

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