ÖDP kommt erstmals in den Rat, SPD verliert drei Sitze

"Das ist ein sehr gutes Ergebnis": Bürgermeister Uwe Schmalenbach im Amt bestätigt

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Gratulation in Corona-Zeiten: Mit über 86 Prozent hatten sich die Herscheider eindeutig für Uwe Schmalenbach entschieden. Auf unserem Bild gratuliert FDP-Spitzenkandidat Alexander Zuchowski.

Herscheid – Uwe Schmalenbach bleibt wenig überraschend Bürgermeister. Mit über 86 Prozent konnte Herscheids einziger Anwärter im Amt bestätigt werden. Frischer Wind zieht mit der ÖDP in den Rat ein, die erstmals angetreten ist und sich respektable 6,41 Prozent sichern konnte.

Vor dem Rathaus waren am Sonntag zwei Bildschirme aufgebaut, die nach anfänglichen technischen Schwierigkeiten nach und nach die Ergebnisse anzeigten. Im Laufe des Abends kamen immer mehr Gäste hinzu. „Entspannt ist man bei der Wahl nie“, hatte Schmalenbach zu Beginn noch gesagt. Doch die Sache war für ihn schnell klar. An den knapp 87 Prozent vom ersten ausgezählten Wahlbezirk änderte sich in den knapp zweieinhalb Stunden der Bürgermeister-Auszählung nichts mehr: Mit 86,43 Prozent hatten sich die Herscheider deutlich entschieden.

„Das ist fast soviel wie bei der letzten Wahl“, sagte Schmalenbach (parteilos), für den bei der letzten Kommunalwahl 88 Prozent gestimmt hatten. In seiner Rede dankte er für das „sehr gute Ergebnis“ und die „enorme Unterstützung“. Der Bürgermeister freue sich auf weitere fünf Jahre. „Das Ergebnis ist Motivation und Verpflichtung zugleich“, sagte er und ergänzte: „Es gibt viele Herausforderungen, die auf uns warten.“ Schmalenbach, dem zuerst von seiner Ehefrau Alexandra gratuliert wurde, richtete seinen Dank auch an die über 100 Wahlhelfer, die die Stimmzettel an diesem Sonntag ausgezählt hatten. 

Ordentlich Geduld forderten die Ergebnisse für die Ratswahl. „Das gibt‘s doch nicht“, „Was ist denn da los?“, „Solange hat es ja noch nie gedauert“, konnten es die Wartenden vor dem Rathaus kaum abwarten, bis nach 20 Uhr – später als gewohnt – endlich die ersten Ergebnisse sichtbar waren. 

Eine Premiere feiern darf die ÖDP, die zum ersten Mal angetreten ist und direkt stolze 6,41 Prozent eingefahren hat. „Das ist grandios“, sagt Julien Eichhoff, der als einziger Kandidat in den Rat einziehen wird. „Wir hatten ja eigentlich nichts zu verlieren.“ Ob die ÖDP mit ihren ökologischen Themen Stimmen von den Grünen geklaut hat? „Es gibt viele Punkt, die unsere Parteien unterscheiden“, verneint er und sei nun hoch motiviert, durchzustarten. 

Überschneidungen beim Programm der beiden Parteien habe es mit Sicherheit gegeben, hieß es von den Grünen, die mit ihren 12,03 Prozent dennoch „total zufrieden“ waren. „Wir haben unsere Sitze von eins auf drei erhöht“, sagt Vorsitzender Tobias Clever. „Wir werden versuchen, uns bestmöglich einzubringen.“ Gut dabei und „absolut zufrieden“ ist die FDP, die 7,2 Prozent erreicht hat und künftig mit zwei Sitzen im Rat vertreten sein wird. „Der persönliche Wahlkampf hat sich gelohnt“, resümierte Spitzenkandidat Alexander Zuchowski.

Enttäuschte Gesichter gab es bei denjenigen, die für die SPD die Daumen drückten.

Über 10 Prozent-Punkte hat die SPD im Vergleich zu 2014 verloren und 23,26 Prozent erreicht. „Das ist ja erbärmlich“, hatte Fraktionsvorsitzender Gerhard Haas noch gesagt, als sein Bezirk Helle / Am Rahlenberg mit 17,71 Prozent auf dem Bildschirm auftauchte. Das Gesamtergebnis kam bei weitem nicht an die 34,71 Prozent von 2014 dran. In der Folge verliert die SPD drei Sitze. Enttäuscht mussten die Genossen feststellen: „Dem Bundes- und Landestrend haben wir leider nicht wirklich entgegenwirken können.“ Haas: „Das Ergebnis ist nicht so, wie wir uns das gewünscht haben.“ 

„Wahlziel erreicht“, fasst indes CDU-Vorsitzender Sebastian Moos den Wahlsonntag zusammen. Zwar haben die Christdemokraten in Herscheid gut drei Prozentpunkte und einen Ratssitz im Vergleich zur letzten Wahl verloren. Dennoch: „Wir bleiben die stärkste Fraktion.“ Die Sitze der acht Kandidaten konnten alle direkt gewonnen werden. Moos freue sich auch über die guten Ergebnisse von FDP und Grüne und darauf, dass der Rat nun bunter würde. 

Keine Veränderungen gibt es bei der Unabhängigen Wählergemeinschaft UWG, die sich mit 12,82 Prozent wieder drei Sitze sichern können. Die Wahlbeteiligung lag mit 54,1 Prozent höher als noch 2014, wo 52,98 Prozent zur Urne gegangen waren.

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