Finden Sie, dass die Gemeinde hinsichtlich der Freizeitmöglichkeiten gut aufgestellt ist? Die Kommunalpolitiker antworten

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Ein Aushängeschild Herscheids: Das Freibad ist über die Gemeindegrenzen hinaus beliebt bei allen Schwimmfreunden und Personen, die eine Abkühlung suchen. Der Umbau des Schwimmerbeckens nach dieser Saison wird dementsprechend von allen Kommunalpolitikern unterstützt. Doch wo sehen sie im Freizeitbereich noch Verbesserungsbedarf?

Herscheid - Sechs Fragen stellt das ST den für den Herscheider Gemeinderat kandidierenden Parteien beziehungsweise der Wählergemeinschaft. Die vierte Frage lautet: Finden Sie, dass die Gemeinde hinsichtlich der Freizeitmöglichkeiten gut aufgestellt ist?

Die Antworten der Parteien / der Wählergemeinschaft.

CDU: Sportplatz - Umbau der Aschebahn

Im Sommer sind wir mit unserem Warmwasserfreibad sehr gut aufgestellt. Nach dem bevorstehenden Umbau wird dieses Bad sicher noch attraktiver. Das Bad wird schon jetzt von sehr vielen auswärtigen Gästen bevorzugt genutzt. Das soll auch nach dem Umbau mit moderaten Eintrittspreisen so bleiben. Die Sportvereine bieten sowohl im Breitensport, wie auch im Leistungsbereich vielfältige Möglichkeiten. Auch das Fliegen mit Gleitschirmen ist bei uns möglich. Als Verbesserungspotential haben wir den Umbau der Aschebahn in eine Tartanbahn auf dem Sportplatz bereits genannt. Durch die Einschränkungen der Coronakrise haben viele Herscheider die Heimatgemeinde auf dem Fahrrad neu entdeckt. Hier haben wir großen Nachholbedarf in Sachen Radwegenetz. Sollte im Zuge des Regionale-Projekts die Nordhelle weiter an touristischer Bedeutung gewinnen muss ein entsprechender Radweg vom Ortskern zur Nordhelle führen. Bei Radwegen ist aber grundsätzlich eine interkommunale Planung nötig um – wie in allen Freizeitbereichen – eine überörtliche Nutzung zu verbessern.

SPD: Wandernetz mit Natur- und Erlebnispfaden

Die Gestaltung der eigenen Freizeit ist ein Aspekt, der für die Menschen von großer Bedeutung ist. Wichtig ist, dass man Herscheid nicht verlassen muss, um die eigene Freizeit zu gestalten. Egal, ob man im Ortskern oder in den Ortsteilen wohnt, nach wenigen Metern ist man in der freien Natur. Das ist ein Standortvorteil, der zu nutzen ist. Dafür sind zunächst die Rad- und Wanderwege auszubauen. Das Wandernetz soll zu themenbezogenen Natur- und Erlebnispfaden weiterentwickelt werden, indem Informationstafeln aufgestellt werden, die über die besondere Natur Herscheids Auskunft geben. Der Ausbau hilft, Herscheid über die Grenzen des Sauerlandes hinaus touristisch bekannter zu machen und so die Angebote für Gastronomie und Übernachtungen weiter zu verbessern. Das geplante Natur- und Informationszentrum an der Nordhelle wird besonders dazu beitragen. Freizeitangebote für Familien dürfen nicht vergessen werden. Gerade den Kinderspielplätzen kommt für uns hierbei eine große Bedeutung zu. Es gilt dafür zu sorgen, dass diese modern zu gestalten und veraltete Spielplätze zu sanieren sind. In den Ortsteilen müssen darüber hinaus neue Kinderspielplätze geschaffen werden, um unseren Ansprüchen Rechnung zu tragen. Die kommende Sanierung des Freibades darf sich nicht nur darauf beschränken, dass es nur zum bloßen Verweilen genutzt wird. Vielmehr muss der Freibadbesuch zu einem Erlebnis werden, wofür die Ideen der Menschen in Herscheid gesammelt und umgesetzt werden sollen.

UWG: Wegenetz für Wanderer und Biker verbessern

Das Freizeitangebot ist der Gemeindegröße angemessen. Wichtig ist uns die dauerhafte Sicherung der vorhandenen Infrastruktur. Pluspunkt unserer Gemeinde ist das Freibad. Mit den schon erfolgten und noch folgenden Sanierungsmaßnahmen sehen wir uns für die Zukunft gut gerüstet. Gleiches gilt für die anstehende Sanierung der Gemeinschaftshalle als Mittelpunkt vieler Veranstaltungen. Unser Vorteil ist die Lage in der schönen Natur; hier bieten sich vielfältige Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Wichtig ist, diese auch vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Veränderungen (Klimawandel, Borkenkäfer) gemeinsam mit den Eigentümern den Erholungswert zu erhalten und zum Beispiel das Wegenetz für Erholungssuchende wie Wanderer und Mountainbiker zu verbessern. Potenzial sehen wir auch in der interkommunalen Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen wie zum Beispiel beim möglichen Regionale-Projekt „Wander- und Naturerlebniszentrum auf der Nordhelle“. Das breite kulturelle Angebot mit vielfältigen gemeindlichen Veranstaltungen möchten wir ebenso beibehalten und ausbauen wie die Angebote des Jugendzentrums. Viele Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung in Form von Sportangeboten, Veranstaltungen oder ähnlichen werden durch Vereine und Institutionen angeboten. Die Gemeinde kann ein solches großes Angebot selbst nicht vorhalten. Wir treten daher dafür ein, dass diese Vereine und Institutionen in ihrer Arbeit durch die Verwaltung bestmöglich und unbürokratisch unterstützt und gefördert werden.

Bündnis 90 / Die Grünen: Bouleanlage, Schachfeld und Bücherregal

Zunächst ist uns wichtig, dass bestehende Freizeitmöglichkeiten wie das Freibad, das Jugendzentrum, die zahlreichen Spielplätze und die Dorfwiesen weiterhin erhalten bleiben. Ebenso betrifft das unsere zahlreichen Vereine, die ebenfalls bereits eine breite Palette an Aktivitäten anbieten. Steigerungspotentiale sehen wir unter anderem im Aufbau des Fahrradwegenetzes und der Bereicherung der Dorfwiesen, zum Beispiel durch eine Bouleanlage, ein Schachfeld und/oder ein Büchertauschregal. Ein Bürgerkino mit ansprechenden Filmen wäre ebenfalls denkbar – ebenfalls mit regelmäßig stattfindenden Theaterstücken für Kinder, Familien und Senioren. Veranstaltungen sollten mit möglichst wenig bürokratischen Hürden plan- und durchführbar sein. Dadurch würden vielleicht mehr Vereine oder Personengruppen das Leben in unserer Gemeinde mit Veranstaltungen bereichern. Ein Fahrradverleih könnte ein weiterer Baustein für ein Freizeitangebot werden. Mehr Erlebnis- und Lehrpfade in unserem bestehenden Wanderwegenetz würden weitere Anreize schaffen, die Natur in und um Herscheid zu erleben und zu erforschen. Es gibt schon jetzt viele Freizeitmöglichkeiten, die jedoch zum Teil zu wenig bekannt oder aus dem Blickfeld geraten sind. Daher wäre es eine Überlegung wert, die Angebote präsenter zu machen, indem man entsprechendes Infomaterial in den Geschäften auslegt und digital stärker aufbereitet. In diesem Zusammenhang wäre auch eine deutlichere Kennzeichnung des Bürgerbüros als Anlaufpunkt für Interessierte wünschenswert.

FDP: Ausbau der MME-Strecke weiter fördern

Hinsichtlich der Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung sind wir aktuell gut aufgestellt, die Sanierung unseres Freibades wird den Freizeitwert entsprechend noch einmal steigern. Auch unsere Beteiligung an der Regionale und Projekten „Oben an der Volme“ eröffnen eine zusätzliche Ausweitung der Angebote. Ein Zentrum auf der Nordhelle wird interessant für Naherholungssuchende und Einwohner gleichermaßen sein, die FDP Herscheid schlägt darüber hinaus vor, auch weitere ungenutzte Potentiale aufzugreifen und auszubauen. Beispielsweise kann ein Schaugarten in den Dorfwiesen angelegt werden, Naturdenkmäler und Waldlehrpfäde können ausgewiesen und mit Infotafeln versehen werden. Ein Beispiel hierfür ist das Bodendenkmal am Welliner Baum, ein ehemaliger Grenzbefestigungswall. Hier können entsprechende Informationen bereitgestellt werden, interessante Aufgaben und Sportmöglichkeiten installiert werden. Auch das Potential der Märkischen Museumseisenbahn sollte weiter gefördert, ein Streckenausbau und Radweg Richtung Herscheid weiter verfolgt und favorisiert werden. Das Kulturangebot kann spätestens mit Fertigstellung der Rahlenbergschule in der dortigen Aula, als auch in der sanierten Gemeinschaftshalle und weiterhin in der Rammberghalle und im Bürgersaal noch zielgruppengerechter ausgeweitet werden. Die FDP Herscheid setzt sich darüber hinaus dafür ein, öffentliche Bereiche der Gemeinde mit kostenlosem WLAN auszustatten – beispielsweise die Dorfwiesen, den Alten Schulplatz und den Schützenplatz.

ÖDP: Ein Bündnis der Menschen, die den Wald lieben

Unser größtes Freizeitgebiet ist der heimische Wald, hier kommen Wanderer, Mountainbiker, Spaziergänger, Waldbadende und Naturliebhaber voll auf ihre Kosten. Wenn man unsere Wälder betritt, bekommt man einen großen Schreck angesichts der immensen Veränderungen. Teilweise geht der Rückgang gesunder Fichten rapide vor sich und viele Waldstücke ähneln einer Mondlandschaft. Auch unsere Waldbesitzer stecken in einer großen Not, da sie für das vom Borkenkäfer dahingeraffte Totholz kaum Ertrag auf dem Weltmarkt erzielen können. Somit fehlt es eindeutig an finanziellen (und dadurch bedingt auch an personellen) Mitteln, um die Wälder wieder klimagerecht (Mischwald, trockenheitstolerantes Nadelgehölz) und zukunftsweisend aufzuforsten. Hier sind alle Herscheider gefragt mit anzupacken, die den Wald lieben und nutzen. Wir erhoffen uns ein Bündnis aus Parteien, Vereinen (SGV, …), Gastwirten, Sportgruppen und Privatleuten, die in Beziehung zum heimischen Wald stehen und bisher einen Nutzen aus diesem gezogen haben. Gemeinsam mit den Waldeigentümern hoffen wir so den Anforderungen dieser Zeit zu begegnen. Lehrpfade, die die Besonderheiten unseres Naturraumes, aber auch unsere geschichtliche Vergangenheit beleuchten, hoffen wir in den kommenden Jahren erweitern und reaktivieren zu können. So könnte beispielsweise der in die Jahre gekommene Grubenlehrpfad am Silberg erneuert werden und dadurch deutlich an Attraktivität für Ausflügler, aber auch Schulklassen, gewinnen.

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