Gemeindeleben kehrt zurück

Besucher begrüßen neue Regeln im Gottesdienst: „Näher an der Wirklichkeit“

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Mehr Menschen und auf den Sitzplätzen keine zwingende Maskenpflicht – das war beim ersten Gottesdienst mit neuem Schutzkonzept in der Apostelkirche zu beobachten.

Herscheid – Gottesdienste in der Apostelkirche finden ab sofort unter veränderten Bedingungen statt: Die bisher notwendige Anmeldung per Telefon und Absperrbänder an den Bänken sind vorerst Geschichte.

„Es gibt mehr Sitzplätze und wenn sie möchten, können Sie die Maske auf ihrem Platz absetzen“, darauf machte Inge Rethemeier, Pfarrerin im Ruhestand, gleich zu Beginn des ersten Gottesdienstes mit dem aktualisierten Schutzkonzept der Evangelischen Kirchengemeinde aufmerksam. Bis zu 49 Menschen dürfen ab sofort an Gottesdiensten teilnehmen. Immerhin rund 20 Herscheider nutzten am Wochenende die Gelegenheit für einen Besuch in der Apostelkirche.

Nach dem Desinfizieren der Hände am Eingang ging es per Einbahnstraßenregelung zu den gekennzeichneten Plätzen. „Bitte füllen Sie die grünen Karten aus“, erklärte Rethemeier, dass die persönlichen Daten zur möglichen Kontaktnachverfolgung erst in der Kirche angegeben werden müssen. „Die Hürde, sich vorher anzumelden, ist nicht mehr da“, begrüßte Thorsten Kohlen die neue Regelung. Seit der Rückkehr von Gottesdiensten Anfang Juni habe die durchschnittliche Besucherzahl in den vergangenen Wochen bei 10 bis 15 gelegen. 

Mit den neuen Rahmenbedingungen nähere man sich nun der Wirklichkeit und so könne es auch erstmal weitergehen. Ein Wermutstropfen bleibt jedoch der Verzicht auf Gesang: „Wir dürfen nach wie vor nicht singen. Das ist schade.“ Stattdessen las Pfarrerin Rethemeier während der Messe mehrere Liedstrophen vor, deren Melodie anschließend von der Orgel vorgespielt wurde. Damit lasse sich zumindest „im Herzen mitsingen“, hieß es.

Auch wenn die Musik somit noch etwas kurz kam, gab es reichlich Lob: Von einem „deutlichen Schritt in Richtung Normalität“ sprach Presbyter Uwe Köster. Auch bei anderen Herscheidern stieß der veränderte Gottesdienst auf positive Reaktionen: „Das tut mal wieder gut. Bisher war es schon sehr eingeschränkt und jetzt ist es schön, mit mehr Leuten zusammen zu sein“, meinte eine Dame. 

Auf einer Stellewand sind die wichtigsten Verhaltensregeln in der Kirche zusammengestellt.

Ihren ersten Gottesdienst in Corona-Zeiten erlebte eine Besucherin, die wegen der Pandemie „eher vorsichtig“ bleibe. Doch in der Kirche fühlte sie sich sicher, sodass sie auf jeden Fall wiederkommen werde. Dass sich die Besucherzahl im Vergleich zu den letzten Gottesdiensten verdoppelt habe, freute Mark Schmellenkamp: „Mehr als 15 durften bis heute ja gar nicht in die Kirche rein. Jetzt sieht es viel besser aus.“ 

Und wie geht es abseits der Gottesdienste in der Evangelischen Gemeinde weiter? „Unsere Gruppen werden sich ab September treffen“, gab Uwe Köster das weitere Vorgehen bekannt. Damit werde schon in wenigen Tagen wieder Leben in das Martin-Luther-Haus einziehen, wo es jedoch ebenso Einschränkungen gibt. 

Ende letzter Woche habe eine Versammlung mit allen Gruppenleitern stattgefunden, die über das Hygienekonzept informiert wurden. Demnach dürfe sich beispielsweise immer nur eine Gruppe im Martin-Luther-Haus aufhalten. Terminkollisionen, etwa von Konfirmandenunterricht und Bibelkreis, sind nicht mehr erlaubt. Wenn eine Gruppe das Gemeindezentrum verlassen hat, muss außerdem eine Zeit von 15 bis 30 Minuten für die Reinigung des Gebäudes eingeplant werden. 

Zugleich ist auch für Presbyter Uwe Köster klar: „Das alles geht natürlich nur, solange die Infektionszahlen nicht zu stark steigen und wir wieder zurückrudern müssen.“

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