Kämmerin erklärt finanziellen Aufschwung der Gemeinde

Das beste Finanzergebnis seit zehn Jahren: Steuereinnahmen in Rekordhöhe

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Aufgrund der guten Wirtschaftslage stieg das Gewerbesteueraufkommen der Gemeinde Herscheid im letzten Jahr auf einen Rekordwert.

Herscheid – Im November 2009 wurde Sabine Plate-Ernst zur Frau der Zahlen im Herscheider Rathaus berufen. Ein denkbar schlechter Zeitpunkt: Die Wirtschaftskrise überschattete den Haushalt. „Schlimmer geht’s nimmer“, lautete daher auch das Fazit des ersten Finanzberichtes der Kämmerin.

Etwas mehr als zehn Jahre später hat sich die Situation gewandelt: Die Folgen der Wirtschaftskrise sind zwar unverändert im Etat der Gemeinde nachzulesen, doch die Verschuldung konnte 2019 zurückgefahren werden – in größeren Schritten, als anzunehmen war. „Das ist das beste Ergebnis, das ich in meiner Zeit als Kämmerin präsentieren kann“, verkündete eine sichtlich erfreute Sabine Plate-Ernst am Montag im Hauptausschuss. 

Die Zahlen: Zwar liegen noch nicht alle endgültigen Zahlen für das Jahresergebnis 2019 vor. Doch bereits jetzt sei eine überraschend deutliche Verbesserung im Vergleich zum Haushaltsansatz erkennbar. In den Bereichen laufende Verwaltung und Investitionen konnte eine Verbesserung um rund 3,3 Millionen Euro erzielt werden. 

Die Gründe: Die beiden größten Einnahmepositionen der Gemeinde sind die Gewerbesteuer und die Einkommensteuer; bei beiden wurden Spitzenwerte erzielt. Mit 4,2 Millionen Euro lag die Gewerbesteuer sogar so hoch wie noch nie in Herscheid. „Das beruht unter anderem auf Nachzahlungen aus dem Super-Jahr 2018“, begründete Sabine Plate-Ernst. 

Noch mehr (4,4 Millionen Euro) betrug der Anteil an der Einkommensteuer. Ebenso erfreulich: Über 4 Millionen Euro der gesamten Steuereinnahmen verbleiben bei der Gemeinde. Das sei nicht immer so gewesen, erinnert die Kämmerin an frühere höhere Abgaben: „Man merkt, dass sich etwas für die Kommunen getan hat.“ 

Die Investitionen: Bedingt durch Fördermittel konnte Herscheid erneut stolze Summen in die Hand nehmen, um (in erster Linie) Bauprojekte voranzubringen. Nach der Rekordinvestition aus 2018 (3,7 Millionen Euro) wurde im Vorjahr zwar nur die Hälfte aufgebracht (1,9 Millionen Euro). 

„Für Herscheid ist das aber immer noch ein hohes Niveau“, betonte die Kämmerin und ergänzte, dass sich zuletzt manche Dinge nicht so schnell hätten umsetzen lassen, wie erhofft. Damit dürfte sie unter anderem die Verzögerungen auf der Baustelle am Bildungszentrum Rahlenberg gemeint haben. 


Die Verschuldung: Die langfristigen Kredite, die einst für Investitionen aufgenommen wurden, stehen aktuell bei 3,4 Millionen Euro. Damit liege das Niveau deutlich unter dem Bestand des Jahres 2007, als die Wirtschaftskrise begann. Um das Feuerwehrhaus in Rärin bauen zu können, soll jedoch noch ein Kredit in Höhe von 1,5 Millionen Euro aufgenommen werden. 

Die Kassenkredite (Kredite zur Liquiditätssicherung) seien auf den niedrigsten Stand seit acht Jahren zurückgefahren worden. Die Kämmerin fasste zusammen: „Seit Jahren bauen wir Kredite ab, die uns seit der Wirtschaftskrise zu schaffen machen.“ 

Die Aussichten: Die Vorgaben des Haushaltssicherungskonzeptes können erneut eingehalten werden. Doch der Weg zum angestrebten Haushaltsausgleich in 2022 ist weiterhin steinig. Dass die Finanzen sich derart erfreulich entwickeln wie im Vorjahr, davon geht Sabine Plate-Ernst nicht aus. 

Herscheid bleibe stark abhängig von der Wirtschaft und hier sei zum Jahresende ein dezenter Rückgang spürbar gewesen. Zusätzliche Sorgen bereitet der Kämmerin die Erhöhung der Kreisumlage in diesem Jahr um 200 000 Euro: „Das tut uns schon sehr weh. Wir müssen schauen, wie wir das Geld im Haushalt einsparen oder durch Mehr-Einnahmen decken können.“

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