„Die Einzige in der Region“

Besondere Lieferung aus Österreich trifft am Museumseisenbahnhof ein

Schweres Gerät im Einsatz: Ein Kran der Firma Dunkel platzierte die weit gereiste Ware bei widrigsten Wetterbedingungen auf dem Bahnhofsgelände der MME in Hüinghausen.
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Schweres Gerät im Einsatz: Ein Kran der Firma Dunkel platzierte die weit gereiste Ware bei widrigsten Wetterbedingungen auf dem Bahnhofsgelände der MME in Hüinghausen.

Die Ankunft hätte deutlich angenehmer ausfallen können: Bei stürmischem Dauerregen und Gewitter empfingen Mitglieder der Märkischen Museumseisenbahn (MME) am Samstagmorgen einen großen Lkw aus Österreich, genauer gesagt aus dem Zillertal.

Herscheid - Geliefert wurde ein besonderer Güterwagen, den ein Kran der Herscheider Firma Dunkel auf das Bahnhofsgelände in Hüinghausen hievte. „Die Zillertaler Bahn hat uns angesprochen, weil das Fahrzeug ursprünglich aus dem Sauerland stammt“, erzählte MME-Chef Udo Feldhaus, wie es zu diesem Geschäft kam. Man habe sich dann sofort um einen Kauf bemüht. „Wir sind uns schnell einig geworden“, so Feldhaus, der von einem „guten Preis im „vierstelligen Bereich“ sprach. Eingesetzt wurde der Güterwagen zuletzt in einer Tourismusbahn.

Die eigentliche Herkunft liegt jedoch in Steinhelle-Medebach (Hochsauerland). Dort war bis zum Jahr 1953 eine 750-mm-Schmalspurbahn unterwegs. „Die Einzige in der Region“, wie Udo Feldhaus betonte. Ein Exponat dieser Bahn habe der MME in ihrer Sammlung noch gefehlt. Doch nach einem ersten prüfenden Blick auf die gelieferte Ware stand bereits fest, dass einiges an Arbeit anstehen werde. „Wir müssen den Wagen umspuren und die Achsen auseinanderziehen. Hinzu kommen weitere Anpassungsarbeiten.“ Theoretisch könnte der Güterwagen bis zu 16 Personen transportieren. Dafür müssten dann aber noch Sitze eingebaut und die Bremsanlage angepasst werden. Auch die Zulassung des Fahrzeugs müsse folgen.

Dabei ist weiter völlig ungewiss, wann die Museumseisenbahner wieder ihren regulären Fahrbetrieb anbieten können. „Das steht in den Sternen“, hat der MME-Chef nur wenig Hoffnung, dass es zeitnah wieder losgehe. Aus seiner Sicht sei entscheidend, wie diszipliniert sich die Menschen verhalten und wie gut man mit den Impfungen in den nächsten Wochen vorankomme.

Wenn der Fahrbetrieb wieder erlaubt sei, werde es zunächst ähnliche Einschränkungen geben wie im Sommer vergangenen Jahres. Damals habe man die Hälfte der Sitzplätze mit Fahrgästen besetzen dürfen und so zumindest „einigermaßen kostendeckend“ arbeiten können. Seit dem zweiten Lockdown im November steht der Fahrbetrieb nun komplett still. Genug zu tun gibt es laut Udo Feldhaus trotzdem: „Unsere Dampflok Bieberlies befindet sich in der Hauptuntersuchung und wir richten mehrere Güterwagen für andere Verein her.“ Daher spricht er sogar von einem „Stau“ in der vereinseigenen Werkstatt, die angesichts ihrer Auftragslage mit der Arbeit kaum hinterher komme.

Auch aus diesem Grund sucht die Museumseisenbahn einen weiteren hauptamtlichen Mitarbeiter, der sich um Restaurierungen und Instandsetzungen kümmern soll. Aktuell hat die MME drei festangestellte Beschäftigte. Mit großer Vorfreude blickt Udo Feldhaus derweil schon auf das nächste Jahr: Dann feiert die Museumseisenbahn ihren 40. Geburtstag. Zusammen mit einem anderen Eisenbahnverein stecke man bereits in den Planungen für ein Fest, das noch genauer vorgestellt werden soll.

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