Auszug aus dem Heim „Zur Grünau“

Beliebter Treffpunkt entfällt: Wanderfreunde vorläufig ohne festen Anlaufpunkt

Mit viel Abstand und Maske: Auch in Corona-Zeiten müssen Umzüge stattfinden. Es konnten jedoch nur wenige SGV-Mitglieder mit dabei sein.
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Mit viel Abstand und Maske: Auch in Corona-Zeiten müssen Umzüge stattfinden. Es konnten jedoch nur wenige SGV-Mitglieder mit dabei sein.

Das Schild an der Straße ist schon verschwunden und auch im Gebäude erinnert kaum noch etwas an ein Wanderheim: Die SGV-Abteilung Herscheid ist endgültig aus ihrem langjährigen Vereinszentrum „Zur Grünau“ ausgezogen.

Herscheid - Damit verliert der Herscheider Ortskern einen beliebten Treffpunkt für Jung und Alt. „Es ist schon traurig. Obwohl uns der Vermieter frühzeitig gekündigt hat und wir uns dementsprechend vorbereitet haben“, bedauerte Hartmut Michel, ehemaliger SGV-Geschäftsführer, beim Blick auf das leer geräumte Wanderheim. Dort packten in den vergangenen Tagen mehrere Vereinsmitglieder kräftig mit an, wobei selbstverständlich darauf geachtet wurde, dass immer genügend Abstand zueinander eingehalten werden konnte. Auch die Masken durften nicht fehlen.

Rund um das Wanderheim hielten sich gleichzeitig nicht mehr als eine Handvoll SGVMitglieder auf. Zusammen brachten sie sämtliche Besitztümer der Abteilung in das alte Schullandheim Stucken, wo nach Absprache mit der Gemeinde vorerst alles gelagert werden kann. Vor allem Tische, Stühle und viel Equipment aus der Küche wurden mitgenommen.

„Für den Sperrmüll war natürlich auch etwas dabei“, ergänzte Helfer Udo Horn, während er die letzten Umzugskartons in einem der Fahrzeuge verstaute. Auch bei ihm herrscht Bedauern über den Abschied: „Günter Alberts hat das hier extra für den SGV gebaut. Für uns hat das perfekt gepasst, auch wegen seiner zentralen Lage.“

Ende einer 20-jährigen Ära: Seit 2000 war das Wanderheim „Zur Grünau“ ein bedeutender Teil des Herscheider Gemeindelebens und lockte mit vielen Veranstaltungen nicht nur Vereinsmitglieder an.

20 Jahre lang war an dieser Stelle der Mittelpunkt des Vereinslebens. Ein neues Wanderheim gibt es trotz monatelanger Suche offiziell noch nicht. In Herscheids Ortskern ist momentan kein passendes Gebäude in Sicht. Es läuft wohl auf eine Lösung im Außenbereich der Gemeinde hinaus.

Udo Horn bleibt jedenfalls optimistisch, dass bald eine neue Heimat gefunden werde. „Wir haben unsere Fühler ausgestreckt, aber noch ist nichts sicher“, bestätigt Vorstandsmitglied Frank Holthaus. Egal, ob bei Stammtischen, Vereinsfeiern oder Aktionen der Familien- und Jugendabteilung – in der Grünau herrschte stets reges Treiben. Doch daran ist coronabedingt derzeit sowieso nicht zu denken. Daher ist es aktuell nicht ganz so gravierend, dass noch kein neuer Treffpunkt für die heimischen SGVer gefunden wurde.

Auch dem Vereinsschild an der Plettenberger Straße ging es „an den Kragen“.

Dennoch stellt Hartmut Michel klar: „Aber es fehlt eben auch etwas, auf das wir uns freuen könnten. Deshalb fällt der Abschied von unserem langjährigen Vereinsheim umso schwerer.“

Einweihung erfolgte vor 20 Jahren

„Froh und dankbar wolle man sein, verkündete der erste Vorsitzende der Herscheider SGV-Abteilung, Ernst August Benfer, mit dem neuen Vereinsdomizil Zur Grünau auf dem Hof Albers einen zentralen Platz im Mittelpunkt der Gemeinde gefunden zu haben“, so berichtete die Heimatzeitung am 24. Juni 2000 über die Einweihung des Wanderheims an der Plettenberger Straße. Ein besonderer Dank ging damals an das SGV-Mitglied Günter Alberts, der dazu bereit war, den Scheunenboden seines Anwesens zum neuen Vereinszentrum umzubauen. Es entstand ein Treffpunkt mit Nebenräumen für Veranstaltungen und geselliges Beisammensein. Balken und Dachschräge gaben dem Heim eine anheimelnde Atmosphäre. Vor dem Einzug galt übrigens lange Zeit die heutige Gaststätte auf der Nordhelle als Heimat der Herscheider Wanderfreunde, doch der weit abgelegene Standort mitten im Ebbegebirge machte die Suche nach einer Alternative notwendig.

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