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Bei Bühners kommt die Milch nicht nur aus der Kuh, sondern auch aus dem Automaten

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Von: Johannes Opfermann

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Seit Kurzem verkauft Landwirt Lasse Bühner die Milch seiner Kühe auch aus einem Automaten.
Seit Kurzem verkauft Landwirt Lasse Bühner die Milch seiner Kühe auch aus einem Automaten. © Opfermann, Johannes

Dass Milch aus der Kuh kommt, lernen schon kleine Kinder. Auf dem Bauernhof Bühner in Gasmert kommt sie seit Kurzem allerdings auch frisch aus dem Automaten.

Herscheid – In einem kleinen Häuschen neben der Hofeinfahrt steht seit gut vier Wochen ein Milchautomat und direkt daneben ein zweiter, in dem es noch allerlei weitere Produkte gibt, die sonst auch im Hofladen verkauft werden.

„Wir haben unseren Kunden schon vorher Milch angeboten und direkt am Milchtank abgezapft“, erklärt Landwirt Lasse Bühne. „Das war aber ziemlich aufwändig, weil wir dafür immer unsere Arbeit unterbrechen mussten.“ Das Interesse, die eigenen Produkte direkt an die Kunden zu bringen, sei groß. „Um das auf einem hygienischen und arbeitsschonenden Weg zu tun, kommt eigentlich nur so ein Automat in Frage.“ Also wurden in die Automaten und die Hütte, in der diese untergebracht sind, 30 000 Euro investiert.

Tanks mit 50 Litern frischer Rohmilch

In dem Milchautomaten können zwei Tanks zwischen 50 und 200 Litern eingebaut werden. Einer ist dabei in Benutzung, der andere wird gereinigt. „Wir haben uns für den Anfang für zwei 50-Liter-Tanks entschieden“, berichtet Lasse Bühner und der Milchautomat werde auch schon gut genutzt. Wie viele Kunden es sind, wisse er zwar nicht, aber die abgegebene Milchmenge zeigt, dass diese neue Möglichkeit Milch zu kaufen ankommt. „Unter der Woche passt es mit den 50 Litern ganz gut, aber am Wochenende wird es damit schon etwas knapp.“

Alle zwei Tage wird der Tank aufgefüllt, kurz nachdem der Milchwagen der Molkerei da war. „Die Milch ist nur wenige Stunden alt – wir dürfen sie dann maximal zwei Tage verkaufen.“

Denn es handelt sich um Rohmilch, die direkt nach dem Melken gefiltert und gekühlt, aber nicht hitzebehandelt wurde. Eigentlich sollte man sie vorm Trinken auch abkochen, so Bühner, doch viele Kunden würden sie auch so trinken. Oder sie wird zum Backen oder zur Herstellung von Milchprodukten verwendet. Um zum Beispiel nach alten Rezepten Käse, Joghurt oder Kefir herzustellen, sei die Rohmilch besser geeignet als die pasteurisierte Milch aus dem Supermarkt, weiß der Landwirt.

Die Milch kommt wenige Stunden nach dem Melken in den Automaten – gefiltert und gekühlt, aber nicht hitzebehandelt, und darf dann zwei Tage verkauft werden.
Die Milch kommt wenige Stunden nach dem Melken in den Automaten – gefiltert und gekühlt, aber nicht hitzebehandelt, und darf dann zwei Tage verkauft werden. © Opfermann, Johannes

Der Automat sei einfach zu bedienen, akzeptiere Münzen, Scheine bis 20 Euro und Kartenzahlung. Im Prinzip könne jede Flasche, die in die Ausgabeklappe passt, verwendet werden. Im Automaten daneben kann aber auch eine leere Flasche gekauft werden. Die Milch selbst kostet einen Euro pro Liter.

Momentan hoher Milchpreis

„Beim Preis haben wir uns am Warenwert der Milch im Supermarkt orientiert. Da kostet eine markenlose Milch auch etwa so viel und viel höher wollten wir nicht gehen“, sagt Lasse Bühner. Für ihn bleibt vom Automaten-Verkauf erst einmal doppelt soviel. „Wenn wir an die Molkerei verkaufen, kriegen wir 50 Cent pro Liter, hier ist es ein Euro, das ist schon ganz gut.“

Im Moment sei der Milchpreis sehr hoch, so wie überhaupt alle Kosten gestiegen seien. Da das Futter teurer geworden sei, würde weniger gemolken und die Milch deswegen teurer. „Auf dem Weltmarkt ist viel los, der Krieg in der Ukraine kommt noch dazu – alles ist angespannt“, erklärt der Herscheider Landwirt. Im Moment habe man durch den hohen Milchpreis einen Vorteil, aber auch andere Kosten würden nachziehen. „Wenn das Futter wegen Dürre noch teurere wird, ist die Gefahr, dass uns das einholt.“

Im zweiten Automaten bietet Bühner eine Mischung aus eigenen Produkten wie Marmelade, Eier und Käse und zugekauften Produkten aus der Region wie Honig, Mettwürstchen oder Nudeln. „Das Sortiment wollen wir je nach Saison wechseln“, sagt Bühner. Im Moment gibt es im Automaten also beispielsweise Grillfleisch vom Metzger Baumeister aus Kierspe, im Winter werden vielleicht auch Liköre dabei sein.

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