Mit Förster Markus Ingenohl unterwegs im Ebbe

Baumfällungen entlang der Langlaufloipe: Strecken-Sperrungen unvermeidlich

+
Förster Markus Ingenohl (links) und Gerd Gester vom Förderverein der Ebbekamm-Loipe begutachten im Bereich Rüenhardt die Baumschäden an der Langlauf-Strecke.

Herscheid – Besonders der Borkenkäfer hat ganze Arbeit geleistet: Baumfällungen auf der Nordhelle seien ab Ende Januar nicht mehr zu vermeiden, erklärt Förster Markus Ingenohl. Dies würde auch mit Sperrungen auf der Langlauf-Loipe einhergehen.

Eine schneebedeckte Nordhelle inmitten einer faszinierenden Winterlandschaft – das gab es zuletzt am dritten Advent zu bestaunen, doch inzwischen sind die Temperaturen wieder nach oben geklettert und die weiße Pracht ist längst geschmolzen. 

Dabei würde Schnee zumindest für das Ebbegebirge und die dortige Langlauf-Loipe zum jetzigen Zeitpunkt perfekt passen: „Über Weihnachten und Anfang des neuen Jahres machen wir Pause mit den Holzarbeiten. Erst Ende Januar wird das Fällen von Bäumen fortgesetzt“, verrät Markus Ingenohl, der als Förster im Revier Ebbetal des Regionalforstamtes Kurkölnisches Sauerland tätig ist, während einer Tour auf der Nordhelle. 

Zusammen mit Gerd Gester, Vorstandsmitglied des Fördervereins der Ebbekamm-Loipe, und der Heimatzeitung entschied sich der Forstexperte dazu, die Situation des Waldes entlang der Langlauf-Strecke genauer unter die Lupe zu nehmen. Die kleine Reise beginnt am Robert-Kolb-Turm, in dessen direkter Umgebung die Welt größtenteils noch in Ordnung zu sein scheint: „Hier ist eigentlich alles frei von Borkenkäfern“, gibt Ingenohl zunächst einmal Entwarnung. 

Gleichzeitig zeigt er auf den Bereich rund um das Naturschutzgebiet Wolfsbruch, wo die Fichten immer mehr zurückgedrängt sowie durch Laub- und Mischbestände ersetzt werden. Buchen, Eichen und vor allem Roterlen seien dort zu finden. Ganz anders sieht es aus, wenn man an der Spinne ankommt und in Richtung Rüenhardt weiterzieht: Denn am Wegesrand befinden sich hauptsächlich Fichten, deren Schäden durch den Borkenkäfer unübersehbar sind. 

„Um diesen Abschnitt müssen wir uns bald kümmern“, betont Markus Ingenohl, der besorgt auf unzählige Stellen mit kaputten Baumrinden blickt. Dort haben die Schädlinge ganze Arbeit geleistet und das hat auch Folgen für die Loipe, wie der Förster erklärt: „Diese Bäume müssen alle dringend weg. Dann wird der benachbarte Teil der Langlauf-Strecke gesperrt.“ 

Vor allem auf der südlichen Seite der Nordhelle haben die Borkenkäfer klar erkennbare Spuren an den Fichten hinterlassen.

Ähnliches gilt für den Südhangweg. Die etwa 30 Meter hohen Fichten seien eine zu große Gefahr, warnt Ingenohl. Wenn ein kaputter Baum umfallen und andere ebenfalls beschädigte Bäume mitreißen würde, könnten die Folgen verheerend sein. Doch sind auf der Nordhelle nur Fichten von den Borkenkäfern betroffen? „In meinem Revier ist tatsächlich fast ausschließlich diese Baumart das Ziel der Schädlinge. Zu den Ausnahmen gehören ein paar Lärchen, die auch ein bisschen von den Käfern befallen sind“, stellt der Forstexperte klar. 

Er verweist aber ebenso darauf, dass andere Baumarten trotzdem mit Trockenschäden zu kämpfen hätten. 2019 sei noch schlimmer als das Vorjahr gewesen und erst in den vergangenen Wochen habe sich der Grundwasserspiegel durch Regen „etwas erholt“. 

Das aktuell milde Wetter trage auch dazu bei, die Anzahl der Borkenkäfer einzudämmen. „Bei minus 20 Grad fühlen sich diese Tiere pudelwohl. Sie verstecken sich in Erdlöchern, frieren ein, schlafen und tauchen nach der Kälte einfach wieder auf“, hofft Markus Ingenohl auf keinen allzu starken Winter. 

Besser wäre es, wenn natürliche Käfer-Feinde wie der Specht oder Pilze aktiv sein können. Diese sind auf der südlichen Seite der Nordhelle jedenfalls mehr gefordert, als im nördlichen Teil des Gebirges. Denn hier fallen bei der Besichtigung vor Ort erkennbar weniger Schäden durch Borkenkäfer auf. Daher sollen sich die Langläufer – bei entsprechender Schneelage – speziell dort aufhalten. 

Im Süden gebe es stattdessen „viel Felsen“ und „wenig Boden“, was die Versorgung mit Wasser erschwere, erläutert der Förster die Gründe für größere Trockenprobleme, während der Fahrt zum Panoramaweg. Auch auf dieser Seite müssen zeitnah kaputte Bäume aus dem Wald geholt werden. Aus Rücksichtnahme auf die Langläufer erfolge dies aber nach der Wintersport-Saison. 

„Damit können wir schon mal mit einer sechs Kilometer langen Loipe planen“, freut sich Gerd Gester. Der Spurmeister sorgte dank der Unterstützung eines Landwirtes bereits dafür, dass die Ebbekamm-Strecke gemulcht ist. Und auch die Schilder sind mittlerweile an allen zentralen Stellen der Loipe befestigt worden. 

Falls jetzt noch Schnee kommt, kann das Spurgerät sofort ausrücken und das Langlaufen im Ebbe beginnen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare