Ausbau erfolgt in bestimmten Bereichen gratis

Auf der Datenautobahn entfallen die Tempolimits: Schnelles Internet kommt 2021

Herscheids Bauamtsleiter Lothar Weber freut sich, dass der Breitbandausbau vorangebracht wird und informiert über die Möglichkeiten für die Bürger.
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Herscheids Bauamtsleiter Lothar Weber freut sich, dass der Breitbandausbau vorangebracht wird und informiert über die Möglichkeiten für die Bürger.

Endlich geht es voran mit dem Breitbandausbau in der Gemeinde: In diesen Tagen werden etwa 1300 Herscheider Haushalte angeschrieben. Sie sollen bis Ende 2022 in den Genuss eines schnellen Internetanschlusses über Glasfaserleitung bis ins eigene Haus kommen. 

Herscheid - Damit hat das lange Warten ein Ende: Der Ausbau soll im Jahr 2021 beginnen. Bürgermeister Uwe Schmalenbach und Bauamtsleiter Lothar Weber sind froh, dass die Umsetzung im sogenannten dritten Call erfolgt. Sie appellieren an alle der angeschriebenen Haushalte: „Melden Sie sich jetzt für den kostenlosen Anschluss direkt bis in die eigenen vier Wände an, denn dies ist eine einmalige Gelegenheit.“

Sie betonen: Wer sich nicht fristgerecht anmeldet, muss bei einer späteren Installation eines Glasfaseranschlusses 799,95 Euro aus der eigenen Tasche zahlen. Unabhängig von der aktuellen Internetnutzung sei die Erschließung des Grundstücks in jedem Fall sinnvoll, da jetzt ohnehin umfangreiche Tiefbauarbeiten in den jeweiligen Straßen erfolgen und sich auch die Vermarktbarkeit der Grundstücke erhöhen werde, sagt Lothar Weber.

Was genau wird im 3. Call gemacht?

Die Telekom schließt bis spätestens Ende 2022 die in Frage kommenden Haushalte an. Die Leitung geht bis ins Gebäude. Zugesichert wird Highspeed-Internet mit 1000 Megabit pro Sekunde und mehr. Wie viel Leistung ein Haushalt in Anspruch nimmt, hängt – nach der Leitungsverlegung – von dem Vertrag ab, den die Bürger mit dem Anbieter ihrer Wahl abschließen. Das kann die Telekom sein, aber auch andere Anbieter dürfen die Kapazitäten nutzen. Dieser sogenannte „Open Access“ ist eine Bedingung bei staatlich geförderten Ausbauprojekten. „Sprechen Sie gegebenenfalls Ihren bisherigen Anbieter an, ob dieser von einer solchen Möglichkeit Gebrauch machen möchte“, lautet der Tipp der Gemeinde.

Welche Adressen werden berücksichtigt?

Die Haushalte, die im 3. Call berücksichtigt werden, bekommen mit dem zugesandten Schreiben von Kreis und Gemeinde das Antragsformular mitgeschickt. Der Antrag muss bis spätestens zum 26. Februar 2021 ausgefüllt zurückgeschickt werden. Wer das nicht mache, der erhalte keinen kostenlosen Glasfaserkabelanschluss. Als Anlage liegt den Schreiben der Telekom der „Auftrag zur unentgeltlichen Herstellung des Telekommunikationsnetzes“ bei. Dieser muss durch den Grundstückseigentümer unterschrieben werden und ist die Voraussetzung, um auf dem Grundstück bauen zu dürfen.

Eigentümergemeinschaften stellen idealerweise einen gemeinsamen Antrag über einen Bevollmächtigten bzw. über die Hausverwaltung unter Angabe der entsprechenden Wohneinheiten und Etagen. Wer diesen Herstellungsauftrag bereits im Vorfeld des Anschreibens erteilt und schon eine Bestätigung durch die Telekom erhalten hat, der braucht nun nicht zu reagieren. Ein erneuter Antrag ist bei einer bereits eingegangenen Auftragsbestätigung nicht notwendig.

Finanzierung

Der Märkische Kreis hat einen gemeinsamen Förderantrag mit den Städten und Gemeinden im Rahmen der „Förderung zur Unterstützung des Breitbandausbaus in der Bundesrepublik Deutschland“ gestellt. Finanziert wird das Projekt mit Mitteln des Bundes in Höhe von 30,25 Millionen Euro sowie mit Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen in Höhe von 28,1 Millionen Euro. Nach einer europaweiten Ausschreibung realisiert nun die Telekom Deutschland den Ausbau in den unterversorgten Wohngebieten. Damit wird für die etwa 1 300 Haushalte in Herscheid eine Zugangsmöglichkeit zur modernsten, gigabitfähigen Telekommunikations-Infrastruktur per Glasfaser-Anschluss hergestellt.

Wann und wie geht die Maßnahme los?

Die ausgefüllten Unterlagen sollten an die nachfolgende Adresse gesendet werden: Telekom Deutschland GmbH, Bauherren „Glasfaser“, Postfach 440345, 44392 Dortmund. Der GlasfaserHausanschluss wird kostenlos ins Haus gelegt und bei Mehrfamilienhäusern auch kostenfrei bis in die Wohnung. Die Telekom wird die jeweiligen Besitzer informieren, sobald Glasfaserprodukte verfügbar sind. Die Herscheider können anschließend ein Glasfaser-Internetprodukt bestellen, um den Anschluss vollumfänglich nutzen zu können.

Wer erhält den Zugang?

Gerade im Ortskern kann es vorkommen, dass einige Adressen im jetzigen 3. Call nicht berücksichtigt werden, obwohl der Großteil der Straße oder entferntere Bereiche mit abgedeckt werden. Das liegt an der Eigenausbaupflicht der Telekom im Nahbereich. Zur Erklärung: Als Nahbereich werden Kabelverzweiger in einer Entfernung von bis zu 550 Kabelmetern um einen Hauptverteiler bezeichnet. In diesem Bereich sind keine Förderverfahren mit öffentlichen Mitteln möglich. Allerdings ist die Telekom hier auch schon auf eigene Kosten aktiv geworden, sodass inzwischen eine Bandbreite von bis zu 250 Mbit pro Sekunde erreicht werden kann.

Das Glasfasernetz in Herscheid wird ausgebaut.

Wann kommt dann der nächste Schritt?

Der nächste Schritt ist dann der sogenannte 6. Call: Die letzten verbliebenen „weißen Flecken“ – also die dann noch unterversorgten Bereiche in Herscheid – sollen dann erschlossen werden, was bis Ende 2025 spätestens passieren soll.

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