Frost-Rot als Verkehrsberuhigung

Ampel an viel befahrener Landstraße im „Wintermodus“ – das freut die Anwohner

Rot in Dauerschleife für den rollenden Verkehr – dieser Zustand dürfte ruhig länger anhalten, meinen zumindest Anwohnerin Kristina Gante-Knall (hinten links), ihre Kinder und ihre Nachbarn.
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Rot in Dauerschleife für den rollenden Verkehr – dieser Zustand dürfte ruhig länger anhalten, meinen zumindest Anwohnerin Kristina Gante-Knall (hinten links), ihre Kinder und ihre Nachbarn.

Eine Verkehrsberuhigung fordern die Anwohner der Habbeler Straße seit Jahren. Das ausgerechnet der Winter für kurzzeitige Abhilfe sorgen könnte, damit hätten sie nicht gerechnet. Die Frost-Probleme an Hüinghausens Fußgängerampel empfinden sie als vorübergehende Entlastung.

Herscheid - „Endlich fahren die Autos mal ein bisschen langsamer“, beschreibt Kristina Gante-Knall die Situation. Gemeinsam mit ihrem Mann und ihren vier Kindern wohnt sie direkt an der Habbeler Straße, hat die dortige Ampel von zuhause gut im Blick. Daher fiel ihr schon am Montag auf, dass diese ungewöhnlich oft Rot für Autos und Lkws zeigt.

Die Vermutung: Eis und Frost setzen der Technik zu. Vielleicht ist auch der Schalter zur Betätigung der Fußgängerampel eingefroren. Fakt ist: Nach der 50-sekündigen Grünphase für den motorisierten Verkehr wechselt die Ampel permanent und in Dauerschleife über Gelb auf Rot – und alle Fahrzeuge haben zu stehen.

Das führt in der Konsequenz dazu, dass der Verkehrsfluss gebremst und die gefahrene Geschwindigkeit reduziert wird. Das spüren die Anwohner deutlich, denn „normalerweise wird hier ständig gerast“, erzählt Kristina Gante-Knall.

Ärgernis Rotfahrer

Erschwerend komme auf diesem viel befahrenen Teil der Landstraße 561 hinzu, dass die Taktung von Verkehrs- zu Fußgängerampel gefühlt recht kurz sei. Kaum haben die Autos Rot, wird den Fußgängern Grün gezeigt. Die Anwohner empfinden handgestoppten zehn Sekunden als kurze Zeit zum Überqueren der Fahrbahn, insbesondere wenn sie mit Kindern unterwegs sind, aber auch für ältere Personen mit einem Rollator.

Was den Anwohner besonders übel aufstößt, ist das Verhalten der Fahrer, die kurz vor oder sogar nachdem die Verkehrsampel Rot zeigt, noch einmal aufs Gaspedal drücken. Wohlgemerkt: Die Fußgängerampel zeigt dann schon grün.

Im Minutentakt zeigt die Verkehrsampel rot und die Fußgängerampel schaltet für zehn Sekunden auf Grün.

Als Fußgänger müsse man also nicht nur auf die Ampelphasen achten und sich sputen, um über die Fahrbahn zu kommen, sondern auch im Auge haben, ob die Fahrer die Lichtsignale einhalten. „Da würde ich mir wünschen, dass es ein zusätzliches Warnblinklicht gäbe, um das Ampelsignal optisch zu unterstützen“, sagt Kristina Gante-Knall, die mit ihrer Meinung nicht allein steht, sondern von vielen Nachbarn unterstützt wird.

Die Anwohner stehen im Kontakt mit Ordnungsamt, Polizei und Politik. Wegen der Verkehrsbelastung im Dorf, unter anderem an der Alten Dorfstraße, habe man bereits mehrfach Gespräche geführt. Bislang habe sich an der Gesamtsituation – die insbesondere für die Kinder brenzlig sei – aber noch nichts geändert.

Polizei-Überwachung

Herscheids Dorf-Sheriff Dagmar Eckhardt bestätigt, dass die Fußgänger-Ampel an der Habbeler Straße eine „gefährliche Stelle“ sei. Diese stehe an einer längeren Gerade, was viele Pkw- und Lkw-Fahrer ausnutzen und das vorgegebene Tempolimit 50 überschreiten.

Deswegen überwache sie die Ampel regelmäßig. Bei Schulbetrieb sei sie mindestens einmal in der Woche um 6.45 Uhr vor Ort, um den Schülerverkehr zu begleiten. Dabei stelle auch sie immer wieder die von den Anwohnern kritisierten Rotfahrer fest. Unfälle habe es bislang an dieser Stelle noch nicht gegeben – so weit soll es aber auch nicht kommen.

Dagmar Eckhardt habe sich in Absprache mit dem Herscheider Ordnungsamt bereits an den Märkischen Kreis gewandt. Dieser sei für eine angestrebte bauliche Änderung an der Ampelanlage zuständig; weitere Lichtsignale sollen die Fahrer zusätzlich sensibilisieren. Ob es eine Umsetzung gibt, steht zurzeit noch nicht fest.

Zurzeit wünschen sich die Anwohner ohnehin keine Änderung: Das Frost-Rot könne ruhig ein paar Tage länger anhalten, meint Kristina Gante-Knall. Dann sei das Leben an der Habbeler Straße ein wenig erträglicher.

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