Familien wie die Gärtners müssen neue Herausforderungen meistern

Das Alltagsleben in Zeiten der Coronakrise neu strukturieren

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Die Familie Gärtner aus Herscheid: In Zeiten des Kontaktverbots halten die Kinder über Videochat mit den Großeltern Kontakt.

Herscheid – Pia und Fabian Gärtner ist langweilig. Mittlerweile ist es nichts Besonderes mehr, zuhause zu lernen und nicht mehr in die Schule zu gehen. Daher wünschen sich die Herscheider Grundschüler sogar den normalen Schulalltag zurück – aber wann der wiederkommen wird, bleibt ungewiss.

Auch auf die Osterferien bei Oma und Opa in Magdeburg müssen die Zehnjährige und ihr siebenjähriger Bruder verzichten. Und dabei hatten sie sich doch so darauf gefreut.

Zum Glück können die beiden Kinder ihre Großeltern per Videochat regelmäßig sehen. Die Eltern von Pia und Fabians Mutter Adriane sind Mitte 60 und fit, was die Nutzung von Smartphone und Co. angeht. „Die Familie meiner Schwester lebt in Kanada und meine Eltern halten hauptsächlich per Videochat Kontakt zu ihr und den Kindern. Früher haben sie geskypt, heute nutzen wir hauptsächlich Whatsapp“, erklärt Adriane Gärtner. 

„Unsere Kinder finden das super, ihre Großeltern trotz der Distanz regelmäßig zu sehen, etwas anders ist es mit den Eltern von meinem Mann Markus, die in Herscheid leben“, erzählt Adriane Gärtner. Man würde sich zwar auf der Straße begegnen, aber mit Abstand. Das ist natürlich für alle Beteiligten ein komisches Gefühl, schließlich sind es doch Oma und Opa, die da zwei Meter entfernt stehen. 

„Neulich haben wir Kuchen gebacken und ihnen vor die Tür gestellt und meine Schwiegermutter hat Marmelade für uns gekocht und uns vorbeigebracht – wir machen halt das Beste aus der Situation“, erklärt Adriane Gärtner.

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Auch für sie und ihren Mann hat sich mit Corona vieles verändert. Die beiden hauptberuflichen Fitnesstrainer und Betreiber des Feelgood-Studios Am Mühlengraben haben einen Plan aufgestellt, damit der neue Alltag für die Kinder etwas strukturierter ist. „Morgens um 8 gibt es Frühstück und um spätestens 9 Uhr fangen wir dann mit den Hausaufgaben an“, erkärt die Mutter den neuen morgendlichen Ablauf.

Es sei nicht ganz so einfach mit dem Homeschooling: „Die Kinder sind schnell abgelenkt hier zuhause. Erstens, weil sie zu zweit sind und dann kommt noch hinzu, dass es hier immer noch andere Dinge gibt, die für die beiden gerade interessanter sind“, erklärt sie. Generell sei sie aber zufrieden.

„Zum Glück ist das Wetter aktuell gut“, freut sich die Herscheiderin und das würde für die Gärtners bedeuten, viel draußen zu unternehmen. Fahrradfahren, Wandern, Spazierengehen, all das unternehme die Familie täglich zusammen. „Wir haben ja schließlich den Vorteil, dass wir hier in Herscheid schön ländlich wohnen und schnell in der Natur sind“, so Adriane Gärtner. 

Da das Fitnessstudio aktuell geschlossen hat, halten sich Markus und Adriane Gärtner überwiegend mit Ausdauertraining fit. „Na klar machen wir auch schonmal die eine oder andere Übung zuhause, aber hauptsächlich sind wir abwechselnd draußen unterwegs.“ 

Das Einzige, das aktuell ganz ausfallen muss, ist das Schwimmtraining. Für Markus Gärtner gehörte es bis zur Coronakrise dazu, mindestens zweimal wöchentlich im Schwimmbad zu trainieren. Aber auch dafür gilt es aktuell, Alternativen zu finden. „Wir nutzen die Zeit auch dafür, um im Studio zu renovieren. Das passt jetzt ganz gut“, sieht Adriane Gärtner auch die positiven Seiten dieser arbeitsarmen Zeit. 

Und irgendwann kommt ja auch schließlich der Alltag wieder, an dem die Schulen, Fitnessstudios und Bäder wieder öffnen und sicherlich auch die Zeiten, wenn sich Enkelkinder und Großeltern wieder persönlich besuchen dürfen.

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